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Wurzen Wurzen: Grundschule „An der Sternwarte“ soll nun doch saniert werden
Region Wurzen Wurzen: Grundschule „An der Sternwarte“ soll nun doch saniert werden
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00:29 19.03.2018
Desolate Fassade, mangelhafter Brandschutz und Reparaturstau: Vor Monaten wurde deshalb über Abriss, Neubau oder Sanierung des Schulgebäudes „An der Sternwarte“ gestritten. Jetzt schlägt die Stadtverwaltung vor, die Immobilie für knapp 1,2 Millionen Euro wieder auf Vordermann zu bringen. Quelle: Frank Schmidt
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Wurzen

Weder Abriss noch Neubau: Die Stadtverwaltung plant vielmehr nach dem neuerlichen Baugutachten für das Schulgebäude „An der Sternwarte“, die Bildungsstätte zu sanieren. Über jenen Vorschlag, teilte Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD) zur jüngsten Sitzung des parlamentarischen Kulturausschusses mit, müsse jedoch der Stadtrat entscheiden.

Wie berichtet, beauftragte das Stadthaus den unabhängigen Sachverständigen Uwe Remiger aus Altenburg mit einer Expertise über die Schäden im und am Haus, das 1992 in Segmentbauweise errichtet wurde. Bereits 2014, nach dem Ablösen von Teilen der Fassade, hatte das Wurzener Planungsbüro Andreas Kewitz schon eine entsprechende Studie erstellt. In der Folge gab es zahlreiche Diskussionen über die Zukunft der Grundschule und der Bildungslandschaft überhaupt – bis hin zu einer Bürgerversammlung, an der weit über 200 Lehrer, Eltern und Kinder teilnahmen und sich ohne Wenn und Aber für den Erhalt des Sternwarte-Gebäudes aussprachen.

Manche Gäste von einst verfolgten nun auch die aktuelle Ausschusssitzung, so dass kein Besucherstuhl im Ratszimmer 151 leer blieb. Denn auf der Tagesordnung stand immerhin das Ergebnis des neuen Gutachtens inklusive der geschätzten Sanierungskosten von 1,167 Millionen Euro plus 110 000 Euro an Baunebenkosten. Vorgestellt wurden die Details von Konstanze Mucke, Leiterin des Sachgebietes Hochbau, da der Autor des 27-seitigen Papiers an diesem Abend verhindert war.

Dabei listete Mucke die Mängel an der Fassade auf, beim Brandschutz und jene, die durch den Reparaturstau an der Immobilie über die Jahre entstanden. Allein für den Brandschutz müssten demnach die Stahlkonstruktion ertüchtigt, Wand- und Deckenanschlüsse erneuert sowie die Gummidichtungen der Rauchschutztüren ausgewechselt werden. Darüber hinaus bedürfe es eines Abbruchs der alten Fassadendämmung und dem Einbau eines neuen Wärmeverbundsystems. Zum Arbeitsumfang gehörten den Experten zufolge ebenso der Sonnenschutz an der Südseite sowie das Flachdach und nicht zuletzt die Sanitäranlagen.

Im Anschluss an den beinahe Endlos-Katalog hatten die Abgeordneten das Wort. Hannelore Dietzschold erinnert beispielsweise daran, dass die taufrische Studie lediglich bestätigte, was das Planungsbüro Kewitz bereits vor vier Jahren niederschrieb und wollte zugleich wissen, wie viel der jetzige Befund gekostet habe. „25 000 Euro“, so Oberbürgermeister Röglin, der zugleich darauf hinwies, dass eine Sanierung bei laufendem Schulbetrieb stattfinden würde. Stadträtin Kathrin Gehres (CDU) zeigte sich angesichts des derzeitigen Gebäudezustandes darüber verwundert, wie die Stadt eigentlich noch eine Betriebserlaubnis erhalten hat – „ist das Gebäude von 1873?“

Für Unruhe in den Reihen der Zuschauer und Ausschussmitglieder sorgte wenig später Andreas Kewitz, der einen Satz in der Expertise zitierte, wonach selbst die Komplettsanierung keineswegs ein Restrisiko beim Brandschutz ausschließen könnte. „Es wird keine saubere Lösung geben.“ Aus Sicht von Fraktionschefin Sabrina Ryborsch (Bürger für Wurzen) stünden die Entscheidungsträger „am gleichen Punkt“ wie vor Monaten. Der Aussage widersprach Stadtoberhaupt Röglin. Denn damals ging es um die Frage: „Was wollen wir mit der Schule machen?“ Dank des Gutachtens sei man nunmehr auf einer „relativ sicheren Seite“. „Entscheidend wird sein, wie der Stadtrat damit umgeht.“

Zum Schluss gestattete Versammlungsleiter Röglin dann noch dem Publikum Fragen zu stellen und beendete die Debatte nach gut zwanzig Minuten mit der Aufforderung: „Frau Mucke, wir sollten beginnen, die Planung voranzutreiben.“

Im Übrigen ist das Vorhaben des Umzuges der Musikschule Muldental aus der oberen Etage der Ringelnatzgrundschule in den Wasserturm am Clara-Zetkin-Platz nicht von den Sternwarte-Sanierungsplänen betroffen. Es bleibt dabei. Denn mit dem Freilenken der Räume im Wurzener Norden erhielte der Hort, der sich momentan in der Kita Knirpsenland befindet, genügend Platz und würde damit die Kindereinrichtung entlasten.

Von Kai-Uwe Brandt

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