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Wurzen Wurzen bewirbt sich mit Musikturm und steinernem Klanggarten
Region Wurzen Wurzen bewirbt sich mit Musikturm und steinernem Klanggarten
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00:21 15.10.2017
Blick in die Zukunft: Der Wasserturm soll nach den Vorstellungen der Stadt Wurzen von der Musikschule genutzt werden.
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Wurzen

Aller guten Dinge sind drei: Wenn es um das Einheimsen von Preisen beim Wettbewerb „Ab in die Mitte! Die City-Offensive Sachsen“ geht, ist Wurzen an Erfolge gewöhnt. So überzeugte die Stadt erstmals 2010 mit dem Projekt „Ein Hafen zum Verweilen“. Das Konzept eines maritimen Spielplatzes in der Wenceslaigasse sorgte für Platz drei und 10 000 Euro. Fünf Jahre später erklomm die Muldestadt das oberste Treppchen und kassierte 30 000 Euro mit dem Vorhaben „Die hängenden Gärten von Wurzen“.

Diesmal will das Stadthaus mit dem alten Wasserturm am Clara-Zetkin-Platz punkten und titelte das Projekt schon mal „Musikturm mit steinernem Klanggarten“. Was konkret dahinter steckt, verrät der aktuelle Bewerbungsbogen. Ganz taufrisch ist die Idee aber nicht. Immerhin präsentierte die Verwaltung bereits im Februar dieses Jahres und im Zusammenhang mit den künftigen Grundschulstandorten die Pläne einer Nutzung des leer stehenden Industriedenkmals durch die Musikschule „Theodor Uhlig“ Muldental. Demnach würde die Kommune gern die Bildungsstätte des Landkreises mit derzeitigem Sitz in der Querstraße umquartieren und das 5000 Quadratmeter große Gelände am Busbahnhof beleben – inklusive eines Lebensmitteldiscounters.

„Die räumliche Aufteilung des Turmes wird völlig neu gestaltet“, heißt es in der Kandidatur für „Ab in die Mitte!“. Statt zwei Ebenen soll es fünf geben, darunter ein Konzertsaal und eine Galerie. Darüber hinaus ermöglicht „ein Panoramarundgang im Obergeschoss einen imposanten Blick auf die Stadt Wurzen“. Mehr noch! Den Unterlagen zufolge möchte die Stadt die brache Grünfläche an der Ecke zur August-Bebel-Straße integrieren und dort einen steinernen Klanggarten schaffen. Und zwar Hand in Hand mit dem Kooperationspartner Geopark Porphyrland. Zierde des Gartens soll roter Porphyr sein. Sitzmöbel aus Granit, „singende“ Steinskulpturen und Fliesen aus Ton komplettieren das Areal. „Hier treffen sich Musik und Geologie auf eine spezielle Art und Weise“, verkündet das Stadthaus und lässt zugleich wissen, dass der steinerne Klanggarten neben den 2015 prämierten „hängenden Obstgärten“ am Schloss ein Teil des sogenannten „Wurzener Gartendreiecks“ sei. Der Dritte im Bunde wäre später einmal am Ringelnatz-Geburtshaus im Crostigall 14.

Natürlich erhofft sich die Verwaltung über das Wasserturm-Projekt einen Aufschwung für die Stadtentwicklung. „Auf dem Areal vereinen sich Bildung und Einkauf, Kunst und Architektur, Entspannung und Erlebnis. Dies hilft nicht nur der Innenstadt, sondern unterstützt auch den Geopark Porphyrland.“ Nicht zuletzt stuft Stadtplanerin Konstanze Mucke die Umsetzung des Wurzener Wettbewerbsbeitrages als realistisch ein, „da Handlungsbedarf aufgrund der Schulsituation“ bestehe. Ebenso läge eine Interessensbekundung des Stadtrates vor. Die Kosten für das Gesamtprojekt beziffert sie mit 4,23 Millionen Euro. Allein der Umbau des Wasserturms verschlingt zweieinhalb Millionen, die nötigen Gelder für die Außenanlagen schätzt sie auf 700 000 und für die Gartenanlage auf circa 150 000 Euro.

Premiere hatte „Ab in die Mitte! Die City-Offensive Sachsen“ 2004. Ziel der Initiative ist es, die Erlebnisqualität und Verweildauer in den Innenstädten zu erhöhen. Seither beteiligten sich 120 Kommunen daran. Über 330 Projekte wurden eingereicht. Das 2017er-Motto lautet „Unsere Stadt: alte Räume – neue Nutzung“.

Von Kai-Uwe Brandt

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