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Wurzen Wurzen ist Schwerpunkt bei Tagen der Industriekultur
Region Wurzen Wurzen ist Schwerpunkt bei Tagen der Industriekultur
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20:52 31.07.2018
Axel Scheffel restauriert das Gebäude des ehemaligen Kaiserlichen Postamtes. Quelle: Haig Latchinian
Wurzen

Die Stephanstraße in Wurzen ist bekannt. Kaum einer weiß dagegen, welcher Stephan gemeint ist. Dabei drückte der Generalpostmeister des Deutschen Reiches der Stadtgeschichte einen nicht unwesentlichen Stempel auf: „Als das 1890 fertig gestellte Kaiserliche Postamt eingeweiht wurde, war Heinrich von Stephan persönlich vor Ort“, recherchierte Chronist Wolfgang Ebert. Zwar ist auch die Post heute Mieter in dem historistischen Klinkergebäude mit Anklängen an den Neobarock, doch ein Postamt ist es schon lange nicht mehr. Seit 2010 sorgt Axel Scheffel dafür, dass in dem architektonischen Juwel (Eigentümer RDW Immobilien) dennoch „die Post abgeht“.

Erstmals Führungen durch Kaiserliches Postamt Wurzen

Der Geschäftsführer der Firma Beton & Terrazzobau, die sich dort eingemietet hat, restauriert sowohl Fassade als auch Innenräume. Schritt für Schritt und mit Liebe zum Detail. „Wir freuen uns, all die Leistungen erstmals der Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, sagt der Chef, dessen Unternehmen sachsenweit ähnliche Objekte saniert. Seine Frau Katja führt am 23. und 24. August jeweils 10 und 19 Uhr sowie am 25. August, 10 Uhr, durch das einstige Postamt: „Viele Postbedienstete aus DDR-Zeit fragten immer schon nach, ob sie reinschauen dürfen – jetzt also ist Gelegenheit dazu.“

Wurzen ist Hotspot bei Tagen der Industriekultur

Auch Ulrich Heß, Vorstandsmitglied der Standortinitiative Wurzen & Wurzener Land (SiW), ist glücklich, mit der in Wurzen ansässigen Firma eine echte Verstärkung für das Programm der diesjährigen 6. Tage der Industriekultur verpflichtet zu haben. Einmal mehr sei Wurzen neben Altenburg, Oschatz, Weißenfels und Zeitz einer der Schwerpunkte. Mehr noch: „Es ist unser bislang umfangreichstes Programm“, so Heß. Mit elf Veranstaltungen und neun teilnehmenden Betrieben präsentiert sich Wurzen als wichtiger Industriestandort der Region Leipzig. Die Gießerei Wurzen sowie Neuman & Esser nehmen die Tage der Industriekultur über Werksführungen hinaus zum Anlass, weitere Tafeln des Stadtwanderweges Industriekultur Wurzen einzuweihen.

In der Schaubühne Lindenfels wollen wir zu den 6. Tagen der Industriekultur feiern! Mit einer großen Kinoleinwand würde das noch viel kuscheliger....

Gepostet von Tag der Industriekultur Leipzig am Donnerstag, 7. September 2017

Initiiert werden die Tage seit 2012 vom Leipziger Verein Industriekultur. Unterstützung leistet die Industrie- und Handelskammer zu Leipzig. Wurzen, das 2013 einstieg und 2015 nur wegen des Tages der Sachsen pausierte, öffnet traditionell die Werktore. Besichtigungen sind unter anderem möglich bei Cryotec, Liftket und in der Industriefabrik Schneider. Die AOK bittet zum Schauen und Staunen in ihre repräsentativen Geschäftsräume in der Torgauer Straße 4. In dieser Form zum ersten Mal eingeladen ist auch der Werksverkauf von DeBeukelaer in der Marienstraße 3. Lutz Simmler, Geschäftsführer vom Geopark Porphyrland, verweist auf den mit Spannung erwarteten Vortrag im Gut Kötz in Golzern. Dort spricht am 25. August, 15 Uhr, Günther Demmering, Sohn des ehemaligen Mühlenbesitzers, über die Kraft des Wassers. Einen Tag später finden die Veranstaltungen in der Region Wurzen um 15 Uhr ihren Abschluss – im Steinarbeiterhaus Hohburg sorgt dabei die Musikschule Muldental für den guten Ton.

Am 23. August bittet die Leuchtenmanufactur Wurzen um 10.30, 13 und 15 Uhr zu Führungen durch den Stammsitz im Badergraben 16. Wie Geschäftsführerin Gabriele Pötzsch der LVZ sagt, werden nicht nur Einblicke in die Tätigkeit der Gürtler und Metallbauer gewährt: „Erstmals zeigen wir bis zu 20 originale Entwürfe von Steh-, Tisch- und Deckenleuchten aus den 1920er- und 1930er-Jahren.“ Echte Hingucker, wenn man bedenkt, dass es sich um meisterhafte Aquarelle handelt. Keine Geschichtsstunde, vielmehr operatives Geschäft: „Weil ausgewählte Entwürfe von damals auch dem Zeitgeist entsprechen, wollen wir diese Leuchten wieder produzieren.“

In der Leuchtenmanufactur Wurzen restaurieren die Arbeiter hochwertige Objekte. Quelle: Robert Winter

Für die Führungen sollten sich Interessierte umgehend anmelden, entweder direkt bei den Firmen oder über info@standortinitiative-wurzen.de beziehungsweise unter Tel. 03425/ 854152. Für die Besichtigungen im ehemaligen Kaiserlichen Postamt nimmt Katja Scheffel unter katjascheffel@live.de oder Tel. 03425/ 8574717 Anmeldungen entgegen.

Von Haig Latchinian

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