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Wurzen Wurzen knackt am "Tag der Sachsen" den Rekord
Region Wurzen Wurzen knackt am "Tag der Sachsen" den Rekord
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16:24 06.09.2015
1192 Tänzer aus 115 Vereinen knackten am Samstag den Weltrekord im größten Line-Dance. Quelle: Thomas Lieb
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Wurzen

Der 24. Tag der Sachsen 2015 in Wurzen wird in die Geschichtsbücher eingehen. Und Joachim Ringelnatz muss Konkurrenz als alleiniger Synonymgeber für die Muldestadt fürchten. „Stadt der Line-Dancer“ könnte nach dem geglückten Weltrekordversuch im Stadion des ATSV Frisch Auf Wurzen am Sonnabendnachmittag gleichermaßen gebräuchlich werden.

Am Ende waren es genau 1192 Tänzer aus 115 Vereinen aus ganz Mitteldeutschland, die von der britischen Line-Dance-Mutter Maggie Gallagher geführt, eine gemeinsame Choreografie auf die Holzpaletten legten. Das reichte, um den bisherigen Rekord einzuholen: 2011 hatten in Eilenburg 795 Line-Dancer gemeinsam getanzt. „Das ist ein Riesenspaß. Und mit so vielen Gleichgesinnten einen Auftritt hinlegen zu dürfen, kommt auch nicht aller Tage vor“, sagte am Samstag etwa ein fröhlicher Maximilian Reuter von den Tänzern der Prittitzer Country Liners.

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Unter dem Motto 'Hier ist Wunderland' wird in der großen Kreisstadt Wurzen vom 4. bis 6. September der 24. Tag der Sachsen, das gröߟte Volksfest im Freistaat, gefeiert.

Ab 14.30 Uhr wurde die Sache ernst: Die Hundertschaften tanzender Cowboys wollten millimetergenau in Stellung gebracht werden. Zur Einstimmung brachte Saloon- und Western-Musik tausende Zuschauer im Stadion in Wallung. Die hochoffiziöse Jury (mit Beteiligung der Leipziger Volkszeitung) brauchte genaue Einsicht, um den Weltrekord später nicht an Form- und Stellungsfehlern scheitern zu lassen. Es gelang: Um 15.47 Uhr verkündete Wurzens OBM Jörg Röglin über die Stadion-Lautsprecher: „Die gute Nachricht ist, der Weltrekord bleibt in der Region. Die ,schlechte' - nicht mehr in Eilenburg, sondern hier in Wurzen.“

Im Festgebiet der Innenstadt zogen neben dicken Wolken zwischendurch auch tiefe Sorgenfalten bei den Verantwortlichen: Eine Sturmwarnung der Stärke 7 machte dann allerdings zunächst doch den Bogen um die Stadt. Im Wunderland wurden Fliegenpilze, Hexenhäuschen und Märchenfiguren vorsichtshalber in Sicherheit gebracht. „Wir wollen nichts riskieren“, sagte Dirk Grünig vom Helmnoth-Theater. Das sorgt das ganze Wochenende im Stadtpark für einen fantastischen Kontrast zum Festgetümmel. „Eine wundervolle Welt, in der Kinder und Erwachsene viel zu erleben haben“, war auch Andrea Seyfarth aus Machern fasziniert.

Ministerpräsident Stanislaw Tillich nannte bei der Eröffnung am Freitag die 24. Auflage des Tages der Sachsen eine besondere, „nicht nur weil sie in Wurzen stattfindet. Im 25. Jahr der Deutschen Einheit steht dieses Fest beispielhaft für die Rolle der engagierten und hilfsbereiten Sachsen in Deutschland.“ Gemeinsam mit Landtagspräsident Matthias Rößler appellierte er an eine „solidarische Willkommenskultur mit den Flüchtlingen“.

Bürgermeister Gerald Lehne ist am Samstag zufrieden. Jedenfalls mit dem Sicherheitskonzept, das „gut funktioniert. Es ist beachtlich, was Helfer und vor allem die Polizei leisten. Bei den vielen anderen Einsätzen im Freistaat und den Aufgaben, die in den Flüchtlings-Aufnahmelagern und den Ereignissen rund herum anstehen.“ Was die Besucherzahlen bis Sonnabendnachmittag betrifft, hoffen die Wurzener noch auf mehr Gäste am Abend. Mit rund 20.000 Besuchern am Freitagabend blieb man unter den Erwartungen.

Samstagabend locken unter anderem die Ostrocker City, Hot Banditoz, Loona, Laith Al-Deen und Schwarzkittel Five an die vier Medienbühnen in der Stadt.

Am Sonntag wird auf den dritten Festtag mit einem Ökumenischen Gottesdienst auf dem Wurzener Marktplatz eingestimmt.

Bis Sonntagabend werden insgesamt rund 250.000 Gäste erwartet. Die Innenstadt Wurzen ist komplett gesperrt. Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund hat zusätzliche Verbindungen mit Bus und Regionalbahnen eingerichtet. 15000 Parkplatze an den drei wichtigen Zufahrtsrichtungen stehen bereit.

In einer Sitzung des Kuratoriums Tag der Sachsen ist am Vormittag bekannt gegeben worden, dass Löbau (Oberlausitz) die Ausrichterstadt des größten Volksfestes im Freistaat im Jahr 2017 sein wird. Die Entscheidung ist einstimmig getroffen worden. Löbaus Bürgermeister Dietmar Buchholz erklärte, dass die Stadt geschlossen hinter der Bewerbung steht. Auch, weil „wir als Ausrichter der Landesgartenschau 2012 wissen, dass wir das bewältigen können. Die Infrastruktur ist da. Eigentlich brauchen wir nur noch die Toilettenhäuschen aufstellen“, so Buchholz am Vormittag. 2016 wird Limbach-Oberfrohna zum Tag der Sachsen einladen. Den Staffelstab übergibt Wurzens Oberbürgermeister Jörg Röglin am Sonntagabend.

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