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Wurzen Wurzen macht Großstädter neidisch: Skatepark sucht seinesgleichen
Region Wurzen Wurzen macht Großstädter neidisch: Skatepark sucht seinesgleichen
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00:17 31.07.2018
Jascha Heine, einer der Erbauer des Wurzener Skateparks, testete die Anlage kurz vor der Eröffnung. Quelle: Haig Latchinian
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Wurzen

Bislang fahren junge Leute aus Wurzen nach Leipzig, Halle oder Dresden, wenn sie was erleben wollen. Der heutige Tag könnte die Trendwende bringen: Womöglich wird Wurzen künftig nicht nur von heimischen Jugendlichen neu entdeckt, sondern auch von Leipzigern, Hallensern oder Dresdenern. Denn am heutigen Sonnabend schaut ganz Mitteldeutschland auf die Stadt: Im magischen Dreieck von Gymnasium, Schwimmhalle und Sportplatz wird ab 10 Uhr der Skatepark eröffnet. Auf mehr als 800 Quadratmetern locken Vert Wall, Jump-Box und Roof-Top fortan Skateboarder, Scooter, Inliner.

BMX-er leben ihreLeidenschaft aus

Und die BMX-er! Einer von ihnen ist Eric „Geri“ Gehring. Der 19-jährige Wurzener geht mit seinem Bike durch dick und dünn. Nirgendwo lebte er seine Leidenschaft ungenierter aus als am Bahnhof. Beim Bunny-Hop von der Laderampe katapultierte er sich in luftige Höhen, um wenig später im Gleisbett zu crashen. Das war der Moment, als seinen Kollegen von der Keksroller-Bande gewöhnlich das Herz stehen blieb. Geri aber winkte ab: „Alles easy.“ Inzwischen kennen ihn seine Kumpels Duffy, Hansi, Justin, Cheesy und Tobbl-Wobbl nur zu gut: „Geri guckt immer erst, ob sein Rad noch okay ist. Erst dann checkt er, ob alle Knochen heil sind.“ Der Eröffnungstag des Skateparks sei für ihn der schönste seines Lebens, sagt Geri. Endlich sei Wurzen mal aus dem Knick gekommen – und zwar richtig. Mit seinen Freunden plante er nicht nur, er baute auch mit.

59 000 Euro gab die Stadt für die Anlage dazu

59 000 Euro ließ sich die Stadt die Anlage kosten. Jedoch hofft die Kommune noch auf Spenden von Einzelpersonen und Unternehmern, um zumindest etwas entlastet zu werden. Oberbürgermeister Jörg Röglin freut sich, dass die jungen Leute endlich von der Straße runter sind: „Es war gefährlich, was an Parkhaus und Geländern abging. Jetzt haben wir der freien Szene ein Angebot unterbreitet und hoffen, dass sie pfleglich damit umgeht.“

Unterstützt werden die Sportler dabei von der vertraglich gebundenen Firma Rollbetrieb. Deren Sprecher Christian Andrae bezeichnet den Park als echtes Highlight für Wurzen: „In Leipzig und Umgebung gibt es keine vergleichbare Anlage.“ Mit seinen Helfern baute Andrae in den vergangenen zwei Wochen unermüdlich auf. Die Mannschaft kampierte sogar vor Ort. Mark Gebel, Max Hanisch, Jascha Heine, Megan Hübner, Raik Schamberg, Jonas Donath, Alexander Rink und Lukas Rößler stampften aus viel Holz eine ganz neue Welt aus dem Boden. Bei der Gluthitze eine Schinderei! „Aber Geri und seine Freunde packten mit an, bohrten die Platten vor, legten Schalungen und versorgten uns mit Nudelsalat.“

Skaten perspektivischein Unterrichtsfach

Da das benachbarte Gymnasium ein sportliches Profil hat, wird der Skatepark perspektivisch sicher Bestandteil des Unterrichts sein. René Schober vom Kreissportbund begrüßt die Initiative der Wurzener: „Skateboarden und BMX Freestyle sind inzwischen nicht mehr nur Trendsportarten, sondern fester und beliebter Bestandteil der Jugendkultur. Aber vor allem durch die Aufnahme in das olympische Programm für die Spiele 2020 in Tokio werden diese Sportarten weiter in den Fokus rücken.“ Kein Wunder, dass sich zur Eröffnung am Sonnabend solche Größen wie Tobias Wicke, einstiger Deutscher Meister im BMX Freestyle, aber auch die beiden Perspektivkader für Olympia, Jennifer Wohlrab (Chemnitz) und Rebecca Berg (Stendal), in Wurzen angesagt haben. Zudem wird es einen BMX-Contest geben. Keksroller Geri ist mit von der Partie, zeigt Grinds, Foot Jam und Kickflip. „In unserer Szene gibt es keine Verlierer. Wer zweiter Sieger wird, freut sich mit dem Gewinner. Das ist Fairplay, Alter!“

Von Haig Latchinian

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