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Wurzen Wurzen sagt Dauerparkern den Kampf an
Region Wurzen Wurzen sagt Dauerparkern den Kampf an
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12:28 08.09.2016
Kostenpflichtiges Parken ist in Wurzens Innenstadt geplant.   Quelle: Manfred Lütttich
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Wurzen

 Das neue Parkkonzept bewegt. Nicht nur Autofahrer und Bewohner, sondern ebenso die Händler der Innenstadt. Sie erfuhren vom Vorstoß der Verwaltung erst Ende August – per Pressemitteilung. Darin verkündete die Kommunalbehörde zu aller Überraschung, dass das Parken im Zentrum bald nicht mehr zum Nulltarif möglich sei. Kurzzeit- statt Dauerstellflächen lautete das Patentrezept der Macher, um das dürftig frequentierte Parkhaus zu füllen und das wilde Parken einzudämmen.

„Das Grundprinzip allen Gelingens liegt in der Kommunikation“, äußerte sich jetzt Christine Müller. Als Inhaberin des Ladens „Zur Kräuterfee“ in der Jacobsgasse und Betreiberin der dortigen Pilgerherberge beschäftige sie die aktuelle Situation des Geschäftslebens natürlich besonders. „Es ist ein schleichender und leider vorprogrammierter Rückgang zu beobachten, da der Handel gezielt von der Innenstadt wegorganisiert wird“, sagt sie und vermutet zugleich: „Das wird wohl auch in Zukunft so bleiben.“ Daher stellt sich Müller die Frage: „Was soll einen Innenstadt ohne Handel?“ Wie Touristen aus ganz Deutschland die aktuelle Lage vor Ort wahrnehmen, erlebe sie allein schon durch den Kontakt mit Pilgern, die in Wurzen einen Zwischenstopp einlegen. „Und nun kommt noch die Pressemitteilung für ein neues Parkkonzept.“

Aus Sicht Müllers lassen sich keinesfalls alle Belange über einen Kamm scheren. Insofern verstehe sie den Unmut, wenn Dauerparker die Innenstadt blockieren. Eben deshalb appelliert die Geschäftsfrau an alle Händler, für sich selbst und ihre Mitarbeiter die Möglichkeit des Parkhauses in der Dresdener Straße/Franz-Mehring-Straße zu nutzen. Natürlich nur dann, wenn die Sicherheit darin gewährleistet sei, fügt sie an. Das Zentrum bliebe somit für die Kundschaft reserviert.

Eine klare Absage erteilt Müller indes dem angedachten Zeitfond der sogenannten Brötchentaste, die ein kostenloses Parken für zehn Minuten erlaubt. „In Torgau, wo ich ein zweites Geschäft betreibe, gelten dreißig Minuten. Seitdem beobachte ich ein entspanntes Einkaufsverhalten.“ Falls aber die ältere Kundschaft in Zukunft nicht mehr wie bisher vorm Geschäft be- oder entladen dürfte, bliebe ihr bald nur eine letzte Option: den Laden zu schließen. Weitaus höher als beim wilden Parken läge Müller zufolge jedoch der kommunale Handlungsdruck bei Tempokontrollen in der innerstädtischen 20er-Zone.

„Um nicht falsch verstanden zu werden. Meine Aussagen und Gedanken sollen dazu ermuntern, sich an einer Diskussion zu beteiligen.“ Und zwar keineswegs einzig und allein im sozialen Netzwerk Facebook, denn dies schließe insbesondere ältere Einwohner aus – „das wäre unfair“. Müllers Fazit zum Schluss: „Ich will die Hoffnung nicht aufgeben, dass unsere Belange natürlich auch im Sinne der Kundschaft gehört werden.“

Einen offenen Umgang mit dem neuen Parkkonzept und vor allem die außerparlamentarische Debatte in Form einer Einwohnerversammlung hatte übrigens bereits Stadtrat Matthias Rieder (CDU) zur jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses im Namen der CDU-Fraktion gefordert. Seinem Wunsch folgte wenig später die Fraktion der Linken.

Von Kai-Uwe Brandt

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