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Region Wurzen Wurzen sucht Investor für Erschließung eines neuen Eigenheimstandortes in Nemt
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00:35 14.04.2018
Stadthaus in Wurzen Quelle: Klaus Peschel
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Wurzen

Einen anderen Weg als bislang üblich geht die Stadtverwaltung Wurzen beim neuen Eigenheimstandort im Ortsteil Nemt. So beschlossen die Mitglieder des Finanz- und Verwaltungsausschusses am Montag den Verkauf eines 16 163 Quadratmeter großen Geländes an einen Privatinvestor, der dann aus eigener Tasche die Erschließung zahlt. Das Areal befindet sich entlang der Alten Poststraße (Kreisstraße 8319), Ortsausgang in Richtung Wurzen. Vor der Ausschreibung im Amtsblatt werde allerdings noch eine Wertermittlung durchgeführt, teilte Sachgebietsleiter Carl-Heinz Kraft im Vorfeld des Votums den Volksvertretern mit.

Wie berichtet, sollen auf dem Areal „An der Streuobstwiese“ circa 20 Eigenheime mit einer Grundstücksfläche von je 600 Quadratmetern entstehen. Hierfür wurde bereits ein Bebauungsplan aufgestellt, der laut Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD) voraussichtlich erst Ende des Jahres Rechtskraft erlangt. Interessenten können aber schon jetzt auf der Internetseite des Stadthauses Einsicht in die Entwürfe nehmen.

Die Veräußerung des kommunalen Bodens warf bei den Mandatsträgern natürlich auch Fragen auf. Beispielsweise wollte SPD-Fraktionschef Heinz Richerdt wissen, inwieweit der Käufer verpflichtet würde, rasch mit den Vorbereitungen zu beginnen. Kraft zufolge arbeite die Verwaltung in die Vereinbarung eine „Frist zur Erfüllung des Vertrages“ ein. „Das Risiko ist überschaubar“, ergänzte Röglin und fügte an, dass der Nemter Erlös in weitere Vorhaben fließe. Immerhin habe die Stadt einige Projekte vor der Brust, darunter die Erschließung des zehn Hektar großen Gebietes hinter der alten Kaserne, dem heutigen König-Georg-Wohnpark (die LVZ berichtete).

Bedenken in Sachen Oberflächenwasser von den Feldern äußerte CDU-Fraktionsvorsitzender Matthias Rieder und erinnerte dabei an Probleme in Sachsendorf. Röglin wie Kraft versicherten, dass es „An der Streuobstwiese“ nie Auffälligkeiten gegeben habe. Letztlich stimmten alle acht anwesenden Mitglieder des Ausschusses für die Ausschreibung zum Verkauf.

Ohne Veto oder Enthaltung endete zugleich der Tagesordnungspunkt „Außerplanmäßige Ausgabe am Bootshaus Schmölen“. Für 16 545 Euro ließ die Verwaltung den Zaun reparieren. Darüber hinaus schützt jetzt eine Stützmauer das Gebäude und stabilisiert die vorhandene Böschung. Da das Geld jedoch nicht im Etat eingeplant war, bedurfte es einer aktuellen Beschlussfassung.

Zum Schluss der Sitzung im Ratszimmer 151 reagierte der Oberbürgermeister auf eine frühere Anfrage von Wolf-Rüdiger Jacoby (CDU) zu den innerstädtischen Tempokontrollen. Nach Kündigung des Vertrages mit dem Landratsamt blitzt Wurzen seit Januar 2017 in Eigenregie.

Wie Röglin sagte, beliefen sich die Einnahmen des Vorjahres auf insgesamt 69 000 Euro. Dagegen standen Ausgaben in Höhe von 64 000 Euro. „Dies zeigt, dass wir keineswegs damit unser Stadtsäckel füllen wollen.“ Um das „Sicherheitsempfinden an neuralgischen Punkten“ zu stärken, seien die Mitarbeiter viermal pro Monat für je acht Stunden unterwegs – mit der entsprechenden Technik, die übrigens eine Firma der Kommune für 27 000 Euro zur Verfügung stellt. Die Summe ist in den Ausgaben enthalten.

Von Kai-Uwe Brandt

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