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Wurzen und Hohburg suchen Kompromiss beim geplanten Pflegeheim

Wurzen und Hohburg suchen Kompromiss beim geplanten Pflegeheim

Die Diskussion um das geplante Altenpflegeheim in Hohburg geht weiter – allerdings stehen die Zeichen auf Entspannung. Im Mittelzentrum Wurzen wird das Projekt zwar weiter skeptisch betrachtet, irgendwie werde man aber einen Kompromiss hinbekommen, glaubt Oberbürgermeister Jörg Röglin.

Wurzen/Hohburg. Das Klima zwischen den Kommunen sei gut.

Zur Erinnerung: Die Gemeinde Hohburg plant die Errichtung eines Altenpflegeheims mit 87 Betten auf einem Teil des Betriebsgeländes der Futtermittelfabrik. Allein in der ersten Bauphase sollen dort – wenn alles klappt – ab Frühjahr 2011 sieben Millionen Euro investiert werden. Später würden noch 16 Einheiten fürs Betreute Wohnen hinzukommen. Mindestens 45 Arbeitsplätze könnten so langfristig entstehen, sagt Hohburgs Bürgermeister Uwe Weigelt. Da seien die positiven Effekte für Handel und Handwerk in seiner Gemeinde noch nicht einmal berücksichtigt. Zudem soll das Areal mit Rad- und Wanderwegen aufgewertet werden.

Schlecht für Hohburg: Die Stadt Wurzen widersprach als zu beteiligende Nachbargemeinde dem Vorhaben in der Planungsphase. Zwar könne das Veto der Muldestadt im Wege einer Abwägung beseitigt werden, sinniert Weigelt. Dann allerdings stünde Wurzen der Klageweg offen. „Und das würde wieder ewig dauern und am Ende nur den Anwälten die Taschen füllen. Niemand will das.“ Schließlich sei auch noch die Zustimmung des Landratsamtes vonnöten.

Das Kernproblem ergibt sich aus dem Landesentwicklungsplan. Vor etlichen Jahren geschrieben, weist er dem Mittelzentrum Wurzen exklusiv die Zuständigkeit für neue Altenpflegeheime zu. „Der ist doch veraltet“, zürnte Weigelt vor zwei Wochen. Eine 2006 in Auftrag gegebene Bedarfsanalyse beweise, dass die Nachfrage für Pflegeplätze in den kommenden Jahren nicht sinken, sondern steigen werde. „Der Bedarf besteht. Wenn wir jetzt nicht mit einem Neubau kommen, werden die Pflegebedürftigen eben abwandern. Vielleicht nach Eilenburg. Daran kann auch Wurzen kein Interesse haben.“

Wurzen dagegen sieht seinen Status als Mittelzentrum in Gefahr. Denn dieser und die damit verbundenen Zuschüsse aus dem Landeshaushalt hängen nicht zuletzt von der Einwohnerzahl ab. Und die würde sinken, wenn pflegebedürftige Menschen aus Wurzen nach Hohburg umzögen. „Es ist ja so, dass wir als Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden zahlreiche Aufgaben mit wahrnehmen“, sagt Röglin. Auch für Hohburg. Das beginne beim Gymnasium und einer Feuerwehrdrehleiter und ende beim Freibad der Muldestadt. „Und das belastet unsere Finanzen nicht unerheblich.“

Bei einem Gespräch mit seinem Hohburger Amtsbruder habe er diese Position noch einmal bekräftigt – und sei auf Verständnis gestoßen. „Das Treffen fand in einem sehr guten Klima statt. Zwischen uns passt kein Blatt Papier.“ Man werde weiter sehr konstruktiv zusammenarbeiten, auch über das Thema Altenheim hinaus. „Wir wollen einen Kompromiss.“

Versprechen konnte Röglin dem Hohburger Gemeindechef aber nichts. Denn das letzte Wort hat der Wurzener Stadtrat. Immerhin wurde Weigelt ein Wunsch erfüllt: Zwei seiner Gemeinderäte, Winfried Kluge und Jens Karnahl, werden der nächsten Sitzung des Technischen Ausschusses am 4. August beiwohnen und dabei womöglich noch einmal für das Projekt trommeln können. Im Anschluss soll der Ausschuss eine Empfehlung zu der Altenheim-Problematik aussprechen.

Dabei werden die Stadträte zu berücksichtigen haben, dass derzeit in Wurzen schon das vierte Altenpflegeheim entsteht. Auf dem Gelände der Kliniken des Muldentals befindet sich eine DRK-Pflegeeinrichtung in der Endphase des Baus. Daneben existieren drei Einrichtungen fürs Betreute Wohnen. Auch das seit Jahren diskutierte Altenheim auf dem Gelände am Ringelnatzhaus ist noch nicht endgültig vom Tisch. Zu seinem eigenen Abstimmungsverfahren im Stadtrat hielt sich Röglin vorerst bedeckt. „Ich möchte diesen Abstimmungsprozess in keiner Weise beeinflussen.“

Markus Tiedke

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