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Region Wurzen Wurzen verkauft Flächen an Investor des neuen Aldi-Marktes
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10:52 12.02.2019
Lediglich der Wasserturm sowie das 1889 erbaute Haus Clara-Zetkin-Platz 11 bleiben in kommunaler Hand. Die beiden Immobilien sollen in Zukunft durch die Musikschule Muldental genutzt werden. Quelle: Kai-Uwe Brandt
Wurzen

Der Investor des künftigen Lebensmitteldiscounters am Clara-Zetkin-Platz heißt Klaus Landau aus Kleinmachnow (Landkreis Potsdam-Mittelmark). Bereits Ende des Vorjahres votierte der Stadtrat für den Verkauf von vier Flurstücken mit 4391 Quadratmeter Gesamtfläche – allerdings hinter verschlossenen Türen. Daher informierte Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD) erst zur jüngsten Parlamentssitzung über die Details des nicht öffentlichen Beschlusses.

Wurzen knüpft mehrere Bedingungen an Flächenverkauf

Demnach veräußerte die Stadtverwaltung das Areal bis auf den Wasserturm und das 1889 als „Herberge zur Heimat“ erbaute Haus Clara-Zetkin-Platz 11 für eine Summe von 602 800 Euro an den Projektentwickler. Dabei knüpfte die Kommunalbehörde an den Kaufvertrag mehrere Bedingungen. So musste sich Landau zu einer „Ersatzinvestition für eine Laufbahnanlage und Weitsprunggrube“ bereiterklären und zwar noch vor dem ersten Spatenstich für den Einkaufsmarkt. Denn die benachbarte Freiluft-Sportstätte der Pestalozzi-Oberschule weicht im Zuge des aktuellen Vorhabens einer Zufahrt für Lieferfahrzeuge.

Darüber hinaus fixierte das Stadthaus im Kontrakt noch eine sogenannte Mehrerlösklausel von zehn Jahren bei einem Weiterverkauf und verankerte eine Bauverpflichtung über fünf Jahre. Nicht zuletzt trägt Landau sämtliche Vermessungs- und Vertragskosten.

CDU-Fraktion fordert klare Verhältnisse

Wie es in der Begründung zum Beschluss heißt, wurden die Flurstücke seitens der Stadt Wurzen „zwecks Bebauung mit einem Einkaufsmarkt“ ausgeschrieben. Lediglich die Firma Aldi und Klaus Landau gaben ihre Offerten ab. „Das Angebot von Herrn Landau lag deutlich über dem Angebot von Aldi.“ Dem Vernehmen nach forderte die CDU-Fraktion während der Dezember-Beratung ohne Publikum klare Verhältnisse und verlangte, dass in der Vorlage explizit der Name des Marktbetreibers festgeschrieben wird – also Aldi. Für den CDU-Antrag sowie wenig später für den Grundstücksverkauf sprach sich die Mehrheit der Abgeordneten aus.

Investor Landau ist kein Unbekannter

Im Übrigen ist Landau kein Unbekannter in Wurzen. 2016 ließ er auf dem Gelände des einstigen Drahtseilwerkes binnen von acht Monaten eine Filiale der Rewe Group errichten. Auch in Grimma trat er als Investor für die millionenschweren Märkte Rewe und DM auf. In der Muldestadt erwarb er den Kunstrasenplatz nahe der Mulde, auf dem im vorigen Jahr ein Einkaufszentrum an den Start ging.

Aldi will in Wurzen die neue Zweigstelle unweit der Innenstadt Ende 2021 eröffnen und dann zugleich den heutigen Standort in der Dresdener Straße schließen. Jedoch legt die Stadtverwaltung schon Anfang 2020 Hand an. Schließlich soll vor der Neugestaltung des Karrees mit dem 32 Meter hohen Industriedenkmal erst einmal die Infrastruktur auf Vordermann gebracht werden – insbesondere die August-Bebel-Straße.

Entwurfsskizze für den neuen Standort der Musikschule Muldental am Clara-Zetkin-Platz in Wurzen. Quelle: Kai-Uwe Brandt

Mammutprojekt am Wasserturm kostet fünf Millionen

Allein die Gesamtkosten für das Mammutprojekt bis zum Umzug der Musikschule Muldental in die Immobilie Clara-Zetkin-Platz 11 und in den vor 125 Jahren eingeweihten Wasserturm betragen etwa fünf Millionen Euro. Auf 3,35 Millionen hofft die Kommunalverwaltung über staatliche Zuschüsse, 1,65 Millionen fließen aus der Stadtkasse.

Von Kai-Uwe Brandt

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