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Wurzen warten nur auf grünes Licht seitens der Grundstückseigentümer

“Die hängenden Obstgärten“ Wurzen warten nur auf grünes Licht seitens der Grundstückseigentümer

Als Wurzen vor zwei Jahren mit dem Projekt „Die hängenden Obstgärten“ beim Wettbewerb „Ab in die Mitte“ gewann, war der Jubel groß. Doch bis jetzt hat sich nichts getan. „Wir warten nur noch auf das grüne Licht der Grundstückseigentümer“, heißt es aus dem Stadthaus.

Zwei Jahre nach der Siegerehrung: Noch immer hat sich am Nordhang des Schlosses nichts getan. Allerdings stellte die Stadt bereits Gelder in den kommunalen Haushalt ein, um das Projekt „Die hängenden Obstgärten“ zu verwirklichen.

Quelle: Kai-Uwe Brandt

Wurzen. Der Jubel war groß seinerzeit in Torgau. Jedoch ist der Beifall für Wurzens Sieg beim Wettbewerb „Ab in die Mitte! Die City-Offensive Sachsen“ schon lange verklungen – fast auf den Tag genau zwei Jahre. Damals gratulierte der sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU) den Initiatoren des Projektes „Die hängenden Obstgärten“ sowie Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD) zu der Idee und prämierte den Beitrag der Muldestadt mit 30 000 Euro. Seither wächst Gras oder besser Efeu hinter der Schlossmauer über die Sache, weswegen sich so mancher fragt, wann endlich der Startschuss fällt.

„Genau dann, wenn es grünes Licht seitens der Grundstückseigentümer gibt, kann es aus unserer Sicht losgehen“, sagt Stadtsprecherin Cornelia Hanspach auf Nachfrage. Doch gerade da liegt der Hase im Pfeffer. Bislang gingen nämlich alle davon aus, dass die Eigentumsverhältnisse des Hanges am Amtsweg geklärt sind. Mitnichten. So ließ Harald Wedekind, dessen Sohn Ronny Wedekind die ehemaligen Bischofsresidenz als Hotel und Restaurant betreibt, im April 2016 die Bombe platzen und verkündete zur Bürgerfragestunde vorm Stadtrat, er habe von den Plänen nichts gewusst und diesen auch nicht zugestimmt. Vielmehr erfuhr er erst aus der Zeitung vom Vorhaben. Die Stadtverwaltung, betont Hanspach, stehe weiterhin hinter der Umgestaltung, stellte sogar bereits die notwendige Gelder im kommunalen Doppelhaushalt ein. Nicht beeinflussen könne Wurzen hingegen den Zeitpunkt des ersten Spatenstichs. „Ganz abgesehen davon“, fügt Hanspach an, „müssen Ideen des Wettbewerbes ,Ab in die Mitte!’ nicht zwangsläufig umgesetzt werden.“ Jedenfalls sei dieser Aspekt kein Entscheidungskriterium der Juroren.

Wie berichtet, brachten Katrin Hussock vom Verein Standortinitiative Wurzen & Wurzener Land und der ehemalige Stadtmarketingkoordinator Peter Sauer die „Hängenden Obstgärten“ zu Papier und holten dafür den Schlossherrn Ronny Wedekind sowie weitere Partner ins Boot. Ins Auge fassten sie dabei den verwilderten Nordhang gleich hinter der Schlossmauer. Jenes 2235 Quadratmeter große Areal, so der innige Wunsch, sollte getreu des 2015er-Mottos „Lebensgefühl Stadt – Tradition modern (er)leben“ aus dem Dornröschenschlaf geküsst werden – mit begehbaren Terrassen, modernem Sitzmobiliar, Kunstobjekten und einer atmosphärischen Beleuchtung in den Abendstunden.

Zugleich erhofften sich die Macher eine gewisse Sogwirkung vom grünen Neuland. Demnach könnte es jeweils kurz nach dem Frühjahrsnachtshopping ein kleines Obstblütenfest mit Direktvermarktern auf dem Schlosshof geben und ein Orgelkonzert am Abend. Nicht zuletzt sieht das Konzept eine Dauerausstellung im Durchgang des Schlosses über die lange Tradition des Obstanbaus im Wurzener Land vor. Und das aus gutem Grund: Schließlich werden im Beruflichen Schulzentrum grüne Berufe gelehrt und mit der Außenstelle des Bundessortenamtes besitze die Muldestadt einen zweiten kompetenten Mitspieler.

Übrigens dauerte es beim allerersten „Ab in die Mitte“-Projekt „Ein Hafen zum Verweilen“ – dem Kinderspielplatz in der Wenceslaigasse – von der Idee 2010 bis zur Einweihung am 1. November 2012 ebenfalls zwei Jahre, merkte Hanspach zum Schluss an.

Von Kai-Uwe Brandt

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