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Wurzen Wurzener Fahrgastforum: Schiene statt Straße
Region Wurzen Wurzener Fahrgastforum: Schiene statt Straße
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05:00 24.06.2010
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Wurzen

Nun stellten sich am Mittwoch Vertreter der beiden Nahverkehrsunternehmen aus dem Großraum Leipzig, der Kritik und den Fragen der Fahrgäste.

„Ich verstehe nicht, warum es so große Unterschiede beim Ein- und Aussteigen gibt“, fragt sich ein Gast. Durch große Lücken zwischen Zug und Bahnstiegskante sei der Ein- und Ausstieg oft für Ältere, aber auch für Mütter mit Kinderwagen beschwerlich. Andreas Glowienka, Geschäftsführer des Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL), ist dieses Problem bewusst. Viel Hoffnung kann er dennoch nicht machen. „Wir arbeiten an einer einheitlichen Lösung, aber vorhin erst habe ich mit dem sächsischen Minister gesprochen, der uns auf Grund der Haushaltslage sehr viel Geld wegnehmen will.“ Dieses Problem überschatte alle anderen, „Da kommen harte Zeiten auf uns zu“, warnt Glowienka. „Wir werden von lieb gewonnenen Gewohnheiten Abstand nehmen müssen.“ Man werde nicht nur weiterhin gerade auf kleineren Bahnhöfen längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssen. „Wir erleben wieder Busse“, so der Geschäftsführer.

Für Ärger sorgt auch der geplante Citytunnel in Leipzig, weil dann Orte wie Paunsdorf nicht mehr direkt mit dem Leipziger Hauptbahnhof verbunden seien, wie ein weitere Fahrgast anmerkt. Allerdings sei er sehr zufrieden mit dem Service der Mitteldeutschen Regiobahn. Durch die ständige Aufschiebung des Fertigstellungstermins des Tunnels werden deren Züge, die nur für den Interimsverkehr gedacht waren, noch bis Dezember 2013 fahren. „Wenn sich der Termin nicht noch weiter nach hinten verschiebt“, wie der Regionalleiter Nord-Ost des Veolia Verkehrs Andreas Trillmich süffisant lächelt. Aber das schönste Lob sei das vom Fahrgast. In den Veolia-Zügen fahre immer eine Service-Person mit, die sich auch nicht zu schade ist, mal den Müll wegzuräumen. „Das gehört nicht zu unseren Aufgaben, hat da in der Deutschen Bahn der Schaffner immer gesagt“, erklärt ein Gast der mit zehn Besuchern schlecht besuchten Diskussionsveranstaltung im Schweizergarten.

„Alles aus Kundensicht sehen“, erklärt Trillmich sein Grundkonzept. „Wir konkurrieren nicht vorrangig mit anderen Bahnunternehmen, sondern mit der Straße. Wir wollen, dass die Leute sich in die Bahn, anstatt ins Auto setzen.“ Das kann nur klappen, wenn die Bahn  nicht mehr so viele Gründe liefert, sich aufzuregen. Juliane Streich

Juliane Streich

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