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Wurzener Feuerwehr – trotz Gaudi gibt es kaum noch Nachwuchs

Jahresbilanz Wurzener Feuerwehr – trotz Gaudi gibt es kaum noch Nachwuchs

Den Kameraden der Feuerwehr Wurzen fehlt es am Nachwuchs. Junge Leute wandern ab- was den Altersdurchschnitt in die Höhe treibt. Eine Folge: Die Tagesbereitschaft ist ein Problem.

Gaudi bei der Feuerwehr Wurzen – beim Binden von Rettungsknoten mit verbundenen Augen.
 

Quelle: Thomas Kube

Wurzen.  Bei der Wurzener Feuerwehr werden Gemeinsinn und auch lustige Bräuche geplegt – dennoch fehlt der Nachwuchs wie bei so vielen Freiwilligen Feuerwehren in Sachsen. Eben deshalb brachte Stadtwehrleiter Thilo Bergt das Thema jetzt zur Jahreshauptversammlung in der Aula des Lichtwergymna- siums zur Sprache. „Die Entwicklung zeigt, dass die Anzahl der Frauen und Männer im aktiven Dienst sinkt.“ Mit absehbaren Folgen!

Denn betrug 2015 in Wurzen das Durchschnittsalter der Floriansjünger noch 34 Jahre, stieg es mittlerweile auf 36 an. In den Ortswehren pendelt der Mittelwert zwischen 34 und 44 Jahren. „Daran ist zu erkennen“, so der 51-Jährige, „dass Kameraden der jüngeren Generation der Feuerwehr den Rücken kehren.“ Die Gründe hierfür seien aus Sicht Bergts recht unterschiedlich – weniger das Resultat. Insbesondere die Tagesbereitschaft stehe dadurch vor Problemen. Im Alarmfall verfügt die Wehr lediglich über 17 Prozent des aktiven Personalbestandes, also 23 Kameraden. Und das angesichts der Tatsache, dass sich circa 48 Prozent der Einsätze zwischen 6 und 17 Uhr ereignen. Momentan werde das Defizit durch die Zusammenarbeit mit den Ortswehren optimiert. Jedoch bestehe „dringender Handlungsbedarf“, mahnte Bergt in Anwesenheit von Oberbürgermeister Jörg Röglin (parteilos) und dreier Stadträte von der CDU, der Linkspartei und der Fraktion Bürger für Wurzen.

Allein im Vorjahr mussten die Wehren von Wurzen, Burkartshain, Kühren, Nemt, Nitzschka und Sachsendorf insgesamt 105-mal ausrücken, wurden zu 15 Bränden, 53 sogenannten Hilfeleistungen, 21 Fehlalarmierungen und drei sonstigen Einsätzen gerufen. Außerdem unterstützten 13-mal Nachbargemeinden. Zum Glück, so Bergt, nahm die Zahl der Blindalarme ab. Dies sei zwar erfreulich, aber es hätten weniger sein können, „wenn nicht durch Bauarbeiten oder durch unbeaufsichtigte Essenszubereitung diese verursacht worden wären“.

Als wohl größte Herausforderung für 2015 wertete die Führung die Absicherung des Tages der Sachsen im September. Drei Tage lang standen die Kameraden im operativen 24-Stundendienst Gewehr bei Fuß und sicherten neben dem Festgebiet auch den Rest der Stadt ab. Über 2267 Stunden leisteten die Kameraden im Ehrenamt. „Ich bin froh, dass während dieser Veranstaltung für uns als Feuerwehr nichts zu tun war. Denn es gab einige Stellen in der Innenstadt, die uns im Ernstfall vor Problemen gestellt hätten“, resümierte Bergt das lange Wochenende. Kritik gab es indes von David Pöge. Er vermisste nämlich bis zum heutigen Tag den Dank aus dem Wurzener Stadthaus. Keineswegs unerwähnt ließ Bergt im Nachgang einen weiteren Höhepunkt für die Floriansjünger – nämlich die Auslieferung des Löschgruppenfahrzeuges LF 20 am 5. März. Die nagelneue Technik kostete 368 000 Euro, 186 000 Euro steuerte der Landkreis bei. Mittlerweile sei der gesamte Fahrzeugbestand auf modernsten Stand gebracht, sagte der Stadtwehrleiter – „und darauf können wir stolz sein“. Sein Dank galt daher Oberbürgermeister Röglin und dem Stadtparlament, „die stets ein offenen Ohr für die Belange der Feuerwehr haben“.

Auch die jeweiligen Ortswehrleiter und der Jugendwart bilanzierten ihren Bereich. Danach erfolgten Ehrungen und Beförderungen. So erhielten zum Beispiel das Landgut Nemt sowie das Unternehmen DencoHappel, früher GEA GmbH, ein Förder- beziehungsweise Partnerschild für ihre Unterstützung der Feuerwehrarbeit und Torsten Thomas die Verdienstmedaille des Landesfeuerwehrverbandes.

Von Kai-Uwe Brandt

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