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Wurzener Gefallenendenkmal erhält Tafel für Elsa Brändström

Ehrung Wurzener Gefallenendenkmal erhält Tafel für Elsa Brändström

Das Gefallenendenkmal auf dem Alten Friedhof Wurzen soll am 8. März eine Gedenktafel für die schwedische Krankenschwester Elsa Brändström erhalten. Sie pflegte währende des Ersten Weltkriegs Verwundete in russischen Gefangenenlagern. Der Wurzener Geschichtsverein erneuerte jetzt noch eine andere Bitte für das Denkmal.

Das Gefallenendenkmal auf dem Alten Friedhof Wurzen.

Quelle: Klaus Peschel

Wurzen. Der Termin steht fest, die Einladungen hat das Stadthaus bereits versandt: Zum Internationalen Frauentag am 8. März soll das Gefallenendenkmal auf dem Alten Friedhof eine Tafel zum Gedenken an Elsa Brändström erhalten – gestiftet von der schwedischen Honorarkonsulin Petra Löschke. Gast des feierlichen Aktes wird dann unter anderem Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) sein.

Die Initiative für eine Ehrung der bekannten schwedischen Krankenschwester Brändström geht auf den Nitzschkaer Jens Haubner zurück. Wie berichtet, befasste sich der 52-Jährige lange und intensiv mit der von den Künstlern Arthur Lange und Georg Wrba geschaffenen Plastik, die eine Frau und einen sterbenden Soldaten zeigt. Bis dato wurde die Skulptur als Mutter mit ihrem Sohn gedeutet. Doch mittlerweile konnte Haubner beweisen, dass es sich hierbei um die Krankenschwester Brändström handelt, die am 26. März 1888 als Tochter des schwedischen Militärattachés Pehr Edvard Brändström in Sankt Petersburg geboren wurde. Während des Ersten Weltkrieges pflegte sie Verwundete in den russischen Gefangenenlagern. Haubners Oma hatte den „Engel von Sibirien“ noch persönlich in Leipzig gesehen und ihre Gesichtszüge bei der Einweihung des Denkmals 1930 wiedererkannt.

Im Mai des Vorjahres beschäftigte sich dann der Kulturausschuss des Stadtrates mit den Ergebnissen von Haubners Recherche – in Anwesenheit der Honorarkonsulin für Sachsen und Sachsen-Anhalt. Löschke, diplomierte Kristallographin und Geschäftsführerin der L & P GmbH in Leipzig, wurde im Dezember 2008 ins Amt eingeführt und sprach damals zur Ausschusssitzung von einem „riesengroßen Schatz für Wurzen“. Zugleich regte sie eine Würdigung Brändströms am Gefallenendenkmal anlässlich des Tages der Sachsen an. Daher bildete das Gremium eine vorbereitende Arbeitsgruppe mit den Parlamentarierinnen Kathrin Gehres-Kobe (CDU) und Martina Schmerler (SPD), dem Wurzener Stadtchronisten und Ehrenbürger Wolfgang Ebert sowie Ideengeber Haubner.

Zum Sachsentag klappte es zwar nicht mit der angedachten Würdigung, dafür jetzt zum Frauentag. Angebracht werden soll am 8. März ab 16 Uhr eine von Löschke gestiftete Gedenktafel.

Die Einladung zur aktuellen Namensweihe nutzte übrigens der Wurzener Geschichts- und Altstadtverein, um gegenüber Oberbürgermeister Jörg Röglin (parteilos) erneut eine frühere Bitte zu bekräftigen. So erinnerte Vorsitzender Jürgen Schmidt das Stadtoberhaupt in seinem Schreiben an die durch Vandalismus abhanden gekommene Kassette mit französischer Erde vom Somme-Schlachtfeld sowie die Stiftertafel fürs Denkmal. Jene Ilgen-Plakette zeigt unter anderem das Porträt des Mäzens und seiner Frau. Im Brief heißt es: „Leider konnte die Polizei keinen Täter ermitteln.“ Nichtsdestotrotz plant der Verein seit längerem, einen Originalabdruck anfertigen zu lassen. „Mit den Denkmalschutzbehörden wurde dazu gesprochen und ein zustimmender Bescheid liegt vor – desgleichen ein Kostenvoranschlag“, so Schmidt zum derzeitigen Stand der Dinge. All dies übergab die Gemeinschaft schließlich Stadtplaner Carl Rößler. „Bis heute wurde aber kein Auftrag ausgelöst“, monierte Schmidt schriftlich. Aus Sicht des Vereins sei es beschämend, wenn „an diesem künstlerisch und inhaltlich äußerst wertvollen Denkmal“ eine neue Gedenktafel enthüllt wird und die Stiftertafel immer noch fehlt. „Zumal ohne den Stifter Hermann Ilgen das ganze Denkmal und die Erinnerung an Elsa Brändström nicht existent wären.“

Eine Rückantwort von Röglin oder Rößler gab es bislang noch nicht, jedoch sei mittlerweile der Auftrag seitens der Stadtverwaltung an die Firma Joachim Hahn vergeben, teilte Schmidt am Donnerstag mit.

Von Kai-Uwe Brandt

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