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Wurzener Geschichtsverein plant Zweitauflage für Stadtpark-Exkursion

Jahreshauptversammlung Wurzener Geschichtsverein plant Zweitauflage für Stadtpark-Exkursion

Gemeinsam mit Erik Schulte, dem Leiter der Prüfstelle Wurzen des Bundessortenamtes, will Stadtchronist Wolfgang Ebert für den 3. Juni zur Zweitauflage der Stadtpark-Exkursion einladen. Die Premiere im Vorjahr war ein voller Erfolg. So wie übrigens viele Aktionen des Wurzener Geschichts- und Altstadtvereins 2016.

In der Werkstatt von Joachim Hahn (l.): Der Bauunternehmer fertigte im Auftrag des Wurzener Geschichts- und Altstadtvereins eine Kopie der Stiftertafel für das Denkmal auf dem Alten Friedhof an. Stadtchronist Wolfgang Ebert (M.) und Vereinschef Jürgen Schmidt begutachteten im Vorfeld die Arbeit.

Quelle: Kai-Uwe Brandt

Wurzen. Sachsens letzter König Friedrich August III. setzte den Schlusspunkt im Blauen Saal des Schweizergartens. Den Anfang hingegen machte Altbürgermeister Jürgen Schmidt zur Jahreshauptversammlung des Wurzener Geschichts- und Altstadtvereins. Immerhin hatte der Vorsitzende der 43 Mitglieder starken Gemeinschaft allerhand über die Aktionen und Projekte des vergangenen Jahres zu berichten.

Demnach begann 2016 mit einem Relaunch des Internetauftritts, bei dem die einheimische Firma HSN Lisa Computer fachlich zur Seite stand. Nach und nach, so Schmidt, soll zum Beispiel das digitale Portal mittels historischer Aufnahmen im Ortslexikon aufgewertet werden. Zugleich bilanzierte der 66-Jährige verschiedene Höhepunkte unter Regie des Vereins – unter anderem die Herstellung einer Kopie der Hermann-Ilgen-Stiftertafel für das Denkmal der Gefallenen des Ersten Weltkrieges auf dem Alten Friedhof. „Leider ist für die 2013 durch Vandalismus zum zweiten Mal zerstörte Kassette mit französischer Erde noch immer keine Lösung gefunden. Die Stadtverwaltung als Eigentümerin des Denkmals verwehrt eine solche dringende Komplettierung und verstößt meines Erachtens damit gegen grundlegende Anforderungen des Denkmalschutzes“, so Schmidt.

Buch zur Sportgeschichte

Öffentliches Interesse erregte überdies die erneute Einweihung der Wettinsäule am 8. April nach dem Umbau des Wettinerplatzes anlässlich des Tages der Sachsen. Ferner bemühte sich der Verein um den Druck eines Buches zur Wurzener Sportgeschichte. Autor Hansrainer Baum aus Hohburg erhielt dabei Hilfe von Schmidt und Mitglied Werner Seichter. „Derlei Werke lassen sich nur dank Sponsoren refinanzieren.“ Neben den nun schon traditionellen Stadtführungen mit dem Vizevorsitzenden und Stadtchronisten Wolfgang Ebert verwies Schmidt auf eine Exkursionspremiere. Gemeinsam mit Erik Schulte, Leiter der Prüfstelle Wurzen des Bundessortenamtes, ging es Ende Oktober durch den 16 Hektar großen Stadtpark.

Zweitauflage für Spaziergang

Das Herrendoppel Ebert und Schulte begeisterte die gut 50 Zuhörer und animierte das Vereinsehrenmitglied Ernst Petter zu einer Idee. So möchte der 80-jährige Kunstschmied gern wieder an den Begründer der grünen Oase – Petter Andreas Georg Juel (1840 bis 1900) – erinnern. Wieder deswegen, weil in den 70er-Jahren das bestehende Juel-Denkmal der sozialistischen Denkmalstürmerei zum Opfer fiel und spurlos verschwand. Momentan aber, fügte Schmidt an, liege die aktuelle Initiative auf Eis, „da das Stadthaus derzeit ein Gesamtkonzept für das Flächendenkmal Stadtpark erstellen muss“. Im Übrigen gebe es aufgrund der Resonanz bald eine Zweitauflage des Spazierganges mit Baumkundler Erik Schulte – und zwar am 3. Juni.

Des Weiteren widmet sich der Altstadtverein dem Verfasser der „Historie der Chur-Sächsischen Stiffts-Stadt Wurtzen“, Johann Christian Schöttgen (geboren 1687 in Wurzen, gestorben 1751 in Dresden), mit einem Vortrag am 9. November von Wolfgang Ebert. Anlass ist das Erscheinungsjahr des Buches vor 300 Jahren. Zum Tag des offenen Denkmals am 10. September lädt der Verein unter dem Motto „Macht und Pracht“ in den Dom St. Marien ein.

Doch was hat das alles mit König Friedrich August III. von Sachsen zu tun? Nur so viel: Die Jahreshauptversammlung des Wurzener Geschichts- und Altstadtvereins endete mit dem MDR-Film „Geschichte Mitteldeutschlands“ über den Wettiner Monarchen, der gesagt haben soll: „Macht doch euern Dreck alleene!“.

Von Kai-Uwe Brandt

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