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Wurzener Haushalstplan auf einer Din-A-4-Seite

Wurzener Haushalstplan auf einer Din-A-4-Seite

„Damals herrschten ganz andere Zeiten, da schien noch die Sonne“, leitet Anton Pausch seine Rede ein. Während Regen an die Fensterscheiben des Stadthauses tropft, eröffnet der erste frei gewählte Oberbürgermeister von Wurzen die Ausstellung „Von der friedlichen Revolution zur deutschen Einheit“ mit 20 Plakaten über die Wendezeit.

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Austellungseröffnung im Stadthaus.

Wurzen. Und plaudert dabei von damals. Ein Freitag vor Pfingsten war der 1. Juni 1990, an dem die neue demokratische Verwaltung ihren Job aufnahm. „Von den zwölf Pfingstgaben hatten wir kaum eine, außer dem Glauben.“ Die meisten, die nun ins Rathaus einzogen, hatten kaum Berufserfahrung in der Verwaltung, erklärt der heutige CDU-Fraktionschef Matthias Rieder.

Ihnen blieb auch nicht viel Zeit für die Übergabe der alten Amtsträger. „Von 9 bis 12 Uhr. Freitags wurde mittags schon Feierabend gemacht“, weiß CDU-Mann Pausch noch genau. Zur gleichen Zeit, als hier die neuen Verwaltungsleute vor dem Wurzener Stadthaus standen, wurde in der Volkskammer in Berlin die erste Lesung zum neuen Gesetz „Inkraftsetzung von Rechtsvorschriften“ abgehalten. Keiner wusste, wie diese genau aussahen.

„Der Haushaltsplan bestand aus genau einer Din-A-4-Seite“, erinnert sich Pausch. „Schön übersichtlich. Damit konnte man arbeiten oder auch nicht.“

Gearbeitet wurde dann erst einmal recht unbürokratisch. „Jeder, der eine gute Idee hatte, konnte kommen und sie umsetzen“, erzählt der ehemalige Oberbürgermeister, während sich der jetzige in das Publikum mischt, das hauptsächlich aus Rathausmitarbeitern besteht. „Innerhalb von zweieinhalb Monaten wurde eine Schule geplant, gebaut, abgenommen und auch gleich bezogen. Das ist heute vom bürokratischen Aufwand schon gar nicht mehr möglich.“

Wie es zu friedlichen Revolution kam, zeigen die Ausstellungsplakate, die im Flur des Stadthauses hängen und die sich jeder in den nächsten Wochen anschauen kann und sollte. „Vieles hat man ja selbst schon vergessen“, sagt Landtagsabgeordnete Hannelore Dietzschold (CDU), während sie vor Fotos steht, auf denen Menschen in Schlangen anstehen, um Südfrüchte wie Bananen zu erwerben.

Sie will die Ausstellung später auch in Schulen zeigen, da die Schüler die DDR längst nicht mehr erlebt haben. Ihrer Enkelin musste sie neulich erklären, dass sie früher mit einem Berliner Ofen geheizt habe. „Wir wollen ältere und jüngere zusammenbringen“, sagt Dietzschold. Zeitzeugen sollen am Gymnasium erzählen, wie es vor 1989 war und wie es zur Wende kam.

Nun dankt sie aber allen damals Beteiligten für ihr großes Engagement. „Haben wir den Mut, packen wir es an!“, lautete damals das Motto. „Ich danke allen, die damals angepackt haben.“ Die klatschen jetzt, erinnern sich an die vergangenen Zeiten und hoffen auf besseres Wetter.

Juliane Streich

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