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Wurzener Kulturbetrieb zieht positive Bilanz für das vergangene Jahr

Stunde der Abrechnung Wurzener Kulturbetrieb zieht positive Bilanz für das vergangene Jahr

Der Kulturbetrieb Wurzen blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Die Stadtbibliothek ist die am meisten frequentierte Einrichtung des 2012 gegründeten Betriebes. Über 17 000 Besucher kamen im Vorjahr zu Lesungen beziehungsweise zur Ausleihe von Medien.

Bibliothekarin Gabi Kraft bei einer Lesung mit Kindern.

Quelle: LVZ

Wurzen. Bereits zum zweiten Mal haben Wurzener Stadträte eine Leistungsübersicht des kommunalen Kulturbetriebes in die Hand bekommen. Leiterin Bettina Kretzschmar übergab das Bilanzpapier für 2015 den Volksvertretern zu ihrer jüngsten Kontrollausschuss-Sitzung, die hinter verschlossenen Türen stattfand.

Die Idee des aktuellen Arbeitszeugnisses über 29 Seiten stammt jedoch von Raymund Töpfer, Fachbereichsleiter im Stadthaus, der im Auftrag des Oberbürgermeisters Jörg Röglin (parteilos) bis zum 31. Mai 2015 eine Analyse wegen des „schlechten Klimas“ im Kulturbetrieb erstellen musste. Töpfers Abordnung beruhte seinerzeit auf einem lang schwelenden Konflikt in der Führungsriege des Eigenbetriebes. Ein Ergebnis seines Interimsjobs war das Journal, welches „in aufgelockerter Form zu Angeboten, Veranstaltungen und Leistungen“ informierte. Schon damals äußerte Töpfer den Wunsch nach einer Periodika, weil „manche Abgeordnete noch denken, der städtische Kulturbetrieb ist ein reiner Wirtschaftsbetrieb“.

Aus Sicht von Bettina Kretzschmar prägte vor allem der Tag der Sachsen die vergangenen zwölf Monate und führte die Einrichtungen neben den „üblichen Aufgaben an ihre personellen Grenzen“. Bei alledem dauerte das Landesfest nur drei Tage. „In unserem Journal 2015 wollen wir über die weiteren Angebote ... berichten und zeigen, dass Kultur ein unverzichtbarer Bestandteil der urbanen Erlebniswelt, des Marketings und der Imageentwicklung ist.“

Wurzens Kulturbetrieb, im Januar 2012 gegründet, verfügte im Vorjahr über ein Finanzvolumen von 1,1 Millionen Euro. Der Zuschuss aus der Stadtkasse betrug 900 000 Euro, der Rest setzte sich aus eigenen Erträgen und Fördergeldern zusammen. Dennoch seien die finanziellen Spielräume, um Programme und Ausstellungen zu bezahlen, nicht groß. Lediglich neun Prozent, etwas mehr als 100 000 Euro, standen hierfür zur Verfügung. Allein die an den Kulturbetrieb übertragenen Immobilien verzehren 26 Prozent der Gesamtkosten. Momentan werden 14 Personen beschäftigt, die sich 12,4 Stellen teilen.

Zu den einzelnen Einrichtungen:

– Der Schweizergarten in der Schweizergartenstraße 2 ist wichtigster Veranstaltungsort, der unterschiedliche Nutzungen zulässt. Von Konzerten im Großen Saal (400 Quadratmeter, Konzertbestuhlung 299 Plätze) bis hin zu Filmvorführungen im Blauen Saal. 2015 gab es 174 Veranstaltungen mit über 11 200 Besuchern. 2015 wurde außerdem der zweite Bauabschnitt für eine verbesserte Raumakustik abgeschlossen, die nunmehr Veranstaltungsformen mit geringer Gästezahl ermöglicht.

– Das Gedächtnis der Stadt mit der deutschlandweit größten Ringelnatz-Sammlung präsentiert in der Domgasse 2 zehn Themenkomplexe auf drei Ebenen in 17 Räumen. Das Museum organisierte acht Ausstellungen, 24 Veranstaltungen, teils mit Kooperationspartnern, kaufte elf Werke an und verzeichnete zum Stichtag 31. Dezember 3663 Besucher.

– Mit 17 349 Besuchern und 1414 aktiven Lesern ist die Kulturbetrieb-Filiale im Alten Rathaus nicht nur die am stärksten frequentierte Einrichtung, sondern zugleich Rekordhalter. So lockte die Kinderbibliothek mit ihren 2015er-Veranstaltungen erstmals 1168 Mädchen und Jungen. Darüber hinaus registrierte die Bibliothek 226 Neuanmeldungen – 38 mehr als 2014. Im Kalender stehen 43 Lesungen, Bastelnachmittage und musikalisch-literarische Arrangements. Seit dem 26. Oktober können überdies Medien digital geordert werden. Das nutzten bis Ende des Jahres 56 Personen mit 360 Ausleihen.

– An 303 Öffnungstagen steuerten 12 478 Besucher (2014 – 11 320) die Tourist-Information in der Domgasse 2 an. Alle Kontakte inklusive Anfragen per E-Mail oder Telefon beliefen sich im Vorjahr auf mehr als das Doppelte. Der bundesweite Kartenservice über das Ticketsystem CTS-Eventim erzielte einen Gesamtumsatz von rund 125 000 Euro; Eintrittskarten für Veranstaltungen des Kulturbetriebes, der Wurzener Vereine und sonstiger Partner wurden im Wert von 22 000 Euro verkauft. Renner bei den Souvenirs ist und bleibt der „Wurzener Warenkorb“, der 183-mal über die Theke ging – Warenwert gesamt 3850 Euro.

Von Kai-Uwe Brandt

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