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Wurzen Wurzener Land-Bauern produzieren für Leipzig
Region Wurzen Wurzener Land-Bauern produzieren für Leipzig
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09:51 27.09.2018
Wie Landwirte aus dem Leipziger Umland zielgerichtet für die Stadt Leipzig produzieren können, ist zentrale Frage des Projektes „Wertvoll“. Quelle: Volkmar Heinz
Bennewitz

Die Stadt braucht das Land. Beziehungsweise: Leipzig braucht das Wurzener Land. Diesem Ansatz folgt man jetzt in Bennewitz, von wo aus in Zukunft die Zusammenarbeit zwischen der Messestadt und dem Umland koordiniert wird. Das entsprechende Vorhaben hat Bürgermeister Bernd Laqua (parteilos) in der vergangenen Woche auf der Gemeinderatssitzung im Rathaus vorgestellt. „Wertvoll“ heißt das Projekt, das Landwirtschaft im Landkreis effizienter, aber auch nachhaltiger gestalten soll. Dazu soll ein Team von Agrarwissenschaftlern und Ökonomen mit der Stadt Leipzig und den Gemeinden, aber auch ansässigen Landwirten zusammenarbeiten.

Stadt und Land sollen besser kommunizieren

„Es geht dabei etwa um die Frage: Wie können wir Produkte, die in der Stadt nachgefragt werden, direkt hier in der Region produzieren“, erklärte Projektleiter und Verbundkoordinator Frank Wagener vom Umweltcampus Birkenfeld. Aber auch darum, Potenziale vor Ort zu erkennen, um Land für alle Seiten gewinnbringend zu nutzen und so einen „regionalen Mehrwert zu erarbeiten.“ Allen voran müsse dafür die Kommunikation zwischen Stadt und Land verbessert werden. In Leipzig und in Bennewitz werden deshalb Stabsstellen eingerichtet, um die interkommunale Zusammenarbeit zu steuern. „Wenn dann zum Beispiel die Stadt entscheidet, ihre Mensen auf Bioprodukte umzustellen, kann die Produktion darauf reagieren“, erklärt Wagener.

Umstellung auf biologische Produktion kann sich lohnen

Kooperieren wolle man bestenfalls mit allen Betrieben der Region, unabhängig ob diese auf biologische oder konventionelle Landwirtschaft spezialisiert sind. „Wir haben schon einige ökologisch arbeitende Höfe in der Region“, sagt Bernd Laqua. Für einige Bauern könne es sich aber mit dem Projekt durchaus lohnen, auf Bioanbau umzustellen. Den Prozess will man dabei für die Bürger sichtbar machen. „Das Ergebnis wird nicht nach drei Jahren plötzlich auftauchen, wie ein Schmetterling aus dem Kokon,“ so Wagener. Stattdessen seien in naher Zukunft Veranstaltungen geplant, um interessierte Einwohner, Wirtschaftsbetriebe, Landwirte und die öffentliche Hand zusammen zu bringen.

„Das ist es auch, was ,Wertvoll’ dann etwas kompliziert macht. Alle müssen miteinander arbeiten“. Darin liege aber auch die Chance des Ansatzes, denn so würden auch die Zusammenhänge besser erkennbar: Etwa, durch spürbar bessere Trinkwasserqualität in der Stadt. Drei Jahre lang soll das Projekt testweise laufen. Ist es erfolgreich, sollen zur Stabilisierung der Strukturen zwei weitere Jahre angehängt werden.

Von Hanna Gerwig

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