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Wurzen Wurzener Mühlgraben soll technisches Denkmal werden
Region Wurzen Wurzener Mühlgraben soll technisches Denkmal werden
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12:36 30.10.2018
Idylle am Wurzener Mühlgraben gleich neben dem ruinösen Websaal der ehemaligen Teppichfabrik: Das Landesdenkmalamt möchte das Gewässer am liebsten unter Schutz stellen. Quelle: Kai-Uwe Brandt
Wurzen

Das Landesdenkmalamt in Dresden hat ein Auge auf den Mühlgraben geworfen und möchte den Seitenarm der Mulde am liebsten von heute auf morgen unter Schutz stellen. Doch dagegen sträubt sich die Stadt Wurzen: „Unserer Meinung nach gibt es keinerlei plausible Erklärungen für neue Auflagen“, sagt Kathrin Höhme, zuständige Mitarbeiterin für Grünflächen und Gewässer im Stadthaus.

Jene Auffassung teilen die Untere Wasserbehörde des Landratsamtes sowie Bürgermeister Thomas Pöge (parteilos), da der acht Kilometer lange Mühlgraben ebenso durch Thallwitzer Gemeindegebiet fließt. Die Hiobsbotschaft aus der Landeshauptstadt erreichte die Kommunalverwaltung bereits Mitte Mai per Postweg. „Ich fiel beinahe vom Glauben ab“, so Höhme. Schließlich weiß die Fachfrau bestens über die Folgen eines solchen Status’ bescheid. Höhme ging also in Widerspruch. Anfang Oktober trafen sich nunmehr alle Parteien, um sich auf einen Konsens zu einigen.

Hierbei erläuterten zunächst die beiden Mitarbeiter des Landesamtes, Thomas Trajkovits und Michael Streetz, die Gründe, den Vorfluter in Zukunft als technisches Denkmal auszuweisen. Demnach wolle die Behörde laut Protokoll den Mühlgraben in seinem jetzigen Bestand erhalten. „Details zu besonders schützenswerten Bauwerken des Gewässers konnten allerdings nicht benannt werden“, so Höhme. Zugleich versicherte die Untere Wasserbehörde, dass allein schon durch die Wassergesetze ein ausreichender Schutz bestehe.

Letztlich einigten sich die Gesprächspartner auf einen Kompromiss. Höhme: „Im Zuge des für 2019 geplanten Entwicklungs- und Unterhaltungskonzeptes zur naturnahen, ökologischen Umgestaltung des Mühlgrabens, welches Wurzen und Thallwitz erarbeiten lassen, fließen dann die Belange des Denkmalschutzes ein.“ Finanziert wird die Expertise über das Leader-Programm der Europäischen Union. Inhalt des Papiers sei unter anderem eine Aufstellung der Bauwerke. Erst danach wollen sich Stadt und Landesamt noch einmal verständigen. „Die Festsetzung des Mühlgrabens als technisches Denkmal soll bis dahin ruhen.“

Der Mühlgraben zwischen Wurzen und Canitz versorgte einst wichtige Industriebetriebe wie die Krietschwerke, die Teppich- oder die Papierfabrik mit Wasser. Mit dem Bau des sechs Kilometer langen Kanals zum Wasserkraftwerk Canitz von 1924 bis 1927 verlor der Seitenarm seine dominierende Rolle. Zuletzt wurden Anfang 2016 circa 170 Meter auf dem Gelände der Wurzener Dauerbackwaren verrohrt.

Weitaus weniger Reibungspunkte mit den Dresdenern gibt es derzeit in Sachen Stadtpark. Momentan erhält der Spielplatz und die Nilpferdgruppe eine Frischekur. Darüber hinaus will der Bauhof die Rosenecke am Parkteich erneuern, und im Winter geht es Höhme zufolge entlang der Kutusowstraße ans Unterholz – „alles in Absprache mit dem Denkmalschutz“. Selbst die Vorhaben fürs nächste Jahr stehen fest, ergänzt Stadtsprecherin Cornelia Hanspach.

Die grüne Oase Wurzens erhält nämlich Bänke nach historischer Vorlage. Dafür möchte die Verwaltung gern noch Einwohner als Sponsoren gewinnen, die für ihren Spendenbeitrag ein Schildchen an den jeweiligen Ruhesitzen erhalten. „Was die Modalitäten der Aktion betrifft, sind wird noch am überlegen“, so Hanspach.

Von Kai-Uwe Brandt

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