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Wurzen Wurzener Philipp Wende trauert um verstorbenen Sportkameraden
Region Wurzen Wurzener Philipp Wende trauert um verstorbenen Sportkameraden
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15:58 13.02.2019
Ruder-Olympiasieger Maximilian Reinelt starb beim Skifahren in St. Moritz. Quelle: dpa
Wurzen

Der plötzliche Tod seines einstigen Sportkameraden mache ihn sehr traurig, sagt der Wurzener Ehrenbürger Philipp Wende. Er sei nach Feierabend auf dem Heimweg gewesen, als er das Autoradio einschaltete: „Es liefen gerade die Nachrichten, und ich hörte seinen Namen. Anfangs dachte ich, es gibt eine Erfolgsmeldung. Und dann das. Es erwischte mich völlig unvorbereitet. Mich hat das total betroffen gemacht.“

Begegnung bei Trainingslagern und in der Nationalmannschaft

Mit 30 Jahren ist Ruder-Olympiasieger Maximilian Reinelt am Sonntag beim Skilanglauf im Schweizer Wintersportort St. Moritz gestorben. Ob es Herzversagen war, ist bislang nicht bestätigt. Er war allein unterwegs. Als er gefunden wurde, waren die Skier abgeschnallt. Trotz schneller Hilfe scheiterten alle Versuche der Retter, den allseits beliebten Vollgas-Sportler wiederzubeleben. Er habe immer das Limit ausgereizt, das man erreichen könne.

Gerudert wird nicht mehr - der Wurzner Philipp Wende hat seine aktive sportliche Laufbahn beendet. Quelle: Andreas Döring

„Ich saß mit Maximilian zwar nie in einem Boot, dennoch habe ich ihn gekannt und mich mit ihm ganz normal unterhalten“, sagt Philipp Wende. Gerade bei Trainingslagern und auf Lehrgängen der Nationalmannschaft, ob in Ratzeburg bei Hamburg oder in Österreich, seien sie sich oft begegnet. Der Wurzener Wende ruderte im Doppel-Vierer, der Ulmer Reinelt im Achter. Beide wurden mit ihren Teams 2012 in London Olympiasieger, beide saßen im „Maschinenraum“, beide beendeten nach Olympia 2016 in Rio ihre Karriere.

Tragischer Tod eines Vollblut-Sportlers

Genau wie Thomas Bach, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, der Reinelt in London persönlich die Medaille umgehängt hatte, bezeichnete auch Wende den Tod beim Sport als besonders tragisch: „Max ist studierter Mediziner, wollte das U23-Team dieser Tage als Mannschaftsarzt ins Trainingslager nach Mequinenza (Spanien) begleiten.“

Natürlich sei er von den Wurzenern immer wieder angesprochen worden, sagt der 33-jährige Wende. „Alle wollten wissen, wie so etwas passieren kann – in so jungen Jahren, noch dazu einem Sportler.“ Er wolle sich an Spekulationen nicht beteiligen, betont Wende, räumt aber ein, nach dem schlimmen Ereignis in den eigenen Körper hinein gehört zu haben: „Es hat mich nachdenklich gemacht. Ich habe mich gefragt, ob ich noch genug Sport treibe.“

Wende trainiert nach seiner Karriere ab

Nach dem Ende seiner leistungssportlichen Laufbahn habe er ein dreiviertel Jahr konsequent abtrainiert, versichert Wende. „Rudern, Kraft, Radfahren – das volle Programm eben. Danach wurde es immer weniger. Trotzdem bemühe ich mich auch heute noch, mindestens ein- bis zweimal die Woche was für den Körper zu tun.“

In Gedanken ist der Wurzener bei den Angehörigen und Freunden des einstigen Ruderers. „Bei solch traurigen Nachrichten wird dir schlagartig klar, wie gut es dir gerade selbst geht“, sagt der zweifache Familienvater, der mit seiner Jenny in Wurzen glücklich verheiratet ist und als stellvertretender Betriebsleiter im Tagebau Großsteinberg auch beruflich seinen Mann steht.

Wurzener erlebt persönlichen Schicksalsschlag

Dabei durchschritt auch Wende schon mal ein tiefes Tal: „Ausgerechnet im Olympiajahr 2016 war Jenny schwer erkrankt. Zum Glück konnte ihr geholfen werden und war sie wieder gesund, als es in die heiße Wettkampf-Vorbereitung ging. Das war auch der Grund, weshalb ich ihr meine Goldmedaille gewidmet hatte.“

Von Haig Latchinian

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