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Wurzen Wurzener Pilzausstellung mit Experten-Tipp: Das Internet kann nicht riechen
Region Wurzen Wurzener Pilzausstellung mit Experten-Tipp: Das Internet kann nicht riechen
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11:28 17.10.2016
Erste Pilzausstellung des Jahres: Claudia Dietrich und ihre Kollegen hatten am Sonnabend im Schweizergarten alle Hände voll zu tun. Quelle: Foto: Roger Dietze
Wurzen

Die Pilzsaison ist wegen des trockenen Spätsommers nur sehr zögerlich auf Touren gekommen. Umso beachtlicher ist das, was die Pilzberater des Muldentals und eine sie unterstützende fleißige Helferschar in den vergangenen Tagen an Waldfrüchten zusammengetragen haben, um am Sonnabend die erste Pilzausstellung der Saison im Wurzener Kulturhaus Schweizergarten durchzuführen.

Rund 150 Pilzsorten lagen zur Ansicht, zum Anfassen und zum Beschnuppern im Foyer des Hauses aneinandergereiht, und Claudia Dietrich, Pilzberaterin aus Nischwitz, verschwieg nicht, dass das Sammeln in diesem Jahr ein besonderer Kraftakt gewesen ist. „Unsere Leute sind in alle Richtungen ausgeströmt und unter anderem im Tharandter Wald, in Herzberg und am Schildauer Schildberg auf die Suche gegangen“, so die 48-Jährige, die damit eine neue Generation Pilzberater im Muldental vertritt. „Ich wollte mein ganzes Leben lang mehr über Pilze wissen und habe schließlich einen Kurs der Volkshochschule besucht, den ich 2011 mit weiteren zehn neuen Pilzberatern erfolgreich abgeschlossen habe“, so die Rand-Wurzenerin, der zufolge kein Mangel an Nachwuchs-Pilzberatern im Muldental bestehe. „Mittlerweile ist der dritte derartige VHS-Kurs abgeschlossen worden.“ Und die Kompetenz der Pilzberater steht laut Claudia Dietrichs Mutzschener Kollegen Rainer Schmidt nach wie vor hoch im Kurs. „Das Interesse an Pilzen ist auch in der jüngeren Generation durchaus vorhanden, wobei hier allerdings die gewisse Tendenz erkennbar ist, Pilze mit den modernen Kommunikationsmitteln – wo immer sie angetroffen werden – aufzunehmen und dann fernbestimmen zu lassen“, so der 64-Jährige. „Aber an diesem Punkt stößt die Technik an ihre Grenzen, weil man Pilze eben immer noch in natura am besten bestimmen kann“, so Rainer Schmidt. Zumal für den Beuchaer Pilz-Berater Lothar Lindner nach eigener Aussage die Nase neben den Augen das wichtigste Bestimmungsorgan ist. Das Internet kann nicht riechen...

„Unlängst haben wir im Altenhainer Steinbruch einen hierzulande seit Jahrzehnten als Speisepilz geschätzten Grünling gefunden, weil mir aber sein Geruch merkwürdig erschien, habe ich ihn sicherheitshalber liegen lassen“, so der 77-Jährige, der wie seine gesamte Zunft selbigen Pilz grundsätzlich nicht mehr als Speisepilz empfehlen darf. „Es gab vor einigen Jahren in Frankreich zwei Todesfälle nach dem Verzehr von Grünlingen, die Pilzforschung vermutet jetzt, dass es zwei verschiedene Arten dieses Pilzes gibt.“ Für Überraschungen sind Pilze immer gut, wobei laut Lothar Lindner die klimatischen Veränderungen der vergangenen Jahre dazu geführt haben, dass immer mehr Pilze aus südlicheren Regionen den Weg ins Muldental finden.

Von Roger Dietze

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