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Wurzener Ringelnatzverein hat ambitionierte Pläne am und im Geburtsort des Dichters

Ein Zwei-Säulenplan fürs Ringelnatzhaus Wurzener Ringelnatzverein hat ambitionierte Pläne am und im Geburtsort des Dichters

Der Ringelnatz-Verein Wurzen hat große Pläne für das Geburtshaus des berühmten Dichters. Es soll in drei Bauabschnitten umgebaut werden und eines Tages Anlaufpunkt für Ringelnatz-Freunde aus nah und fern sein.

Große Pläne für zu kleine Räume: Der Joachim-Ringelnatzverein will im Geburtshaus des Dichters und Malers im wahrsten Sinne des Wortes Wände einreißen.Foto: Roger Dietze

Quelle: Roger Dietze

Wurzen. Die Pläne sind ambitioniert, die der Ringelnatzverein Wurzen im Geburtshaus des Dichters und Malers umsetzen möchte. In drei Bauabschnitten soll das städtische Sorgenkind zu einem Kulturzentrum und würdigen Gedenkort für jenes Wurzener Kind umgestaltet werden, das vor 133 Jahren im ehemaligen Stadtgut und nachmaligen Barockwohnhaus das Licht der Welt erblickte.

Daraus, dass es zur Umsetzung dieser Pläne eines langen Atems bedürfe, machte die Vereinsvorsitzende Viola Heß am Sonnabendnachmittag bei einer Führung durch das Gebäude im Crostigall kein Geheimnis. „Ich wäre dankbar, wenn ich den Abschluss des dritten Bauabschnittes noch miterleben könnte“, so Heß. Dieser Bauabschnitt, der den Umbau des angrenzenden Stalles zu einem Mehrzweckgebäude vorsieht, ist ebenso Zukunftsmusik wie die Umgestaltung des Hofes samt Erneuerung der Terrasse, die sich der Verein in einem zweiten Bauabschnitt auf die Fahne geschrieben hat. Priorität hat zunächst der erste Bauabschnitt, der den Umbau des Erd- und des ersten Obergeschosses zum Inhalt haben wird. „Wir wollen dem Haus sein altes Gesicht zurückgeben“, informierte Heß mit Bezug auf die ehemals frei schwebende ins erste Obergeschoss führende Barocktreppe, die im Laufe der Jahrzehnte zugebaut wurde. Neben diesem eher optischen Aspekt wird der Verein laut seiner Vorsitzenden das Hauptaugenmerk seines Engagements zunächst auf die Sicherung der Bausubstanz, sprich die Erneuerung des Daches und der Fassade legen. Nach Abschluss dieser Arbeiten soll in einem nächsten Schritt die Um- und Ausgestaltung der Räumlichkeiten folgen. So soll im Erdgeschoss ein Projektraum entstehen, mit dem man Bezug auf die vielfältigen Fähig- und Fertigkeiten der Familie Ringelnatz nehmen wolle. „Der Schwerpunkt soll hierbei auf Angeboten für Kinder liegen“, so Viola Heß, die zudem ein „Eventcafé“ als Teil der Planungen nannte, das zu einem kulturellen Anlaufpunkt für die Wurzener ausgestaltet werden soll.

Großes hat der Ringelnatzverein auch im ersten Obergeschoss vor. Die Planungen für den dort befindlichen und „Gehirnstübchen“ genannten Saal sehen seine Erweiterung mit Durchbruch einer Wand vor, um bis zu 100 Gästen bei Veranstaltungen Platz zu bieten. „Die entsprechenden statischen Berechnungen laufen bereits“, so die Vorsitzende, deren Verein Ende Mai den von der Stadt geplanten Verkauf des Gebäudes abwenden und die Stadträte von seinem Konzept überzeugen konnte. Ein Konzept, das neben einem jährlichen städtischen Zuschuss von 30 000 Euro vor allem aus Fördermitteln finanziert werden soll. „Wir haben bereits die Zusage, dass unser Projekt grundsätzlich die Kriterien erfüllt, um vom Kulturraum institutionell gefördert zu werden, so dass wir unsere Eigenmittel konzentriert für die Kultur einsetzen können“, berichtete Viola Heß. Kultur für jedermann respektive jede Frau, wie die Vereinsvorsitzende betont. „Unser Konzept basiert auf zwei Säulen, indem wir das Ringelnatzhaus einerseits zu einem Anlaufpunkt für die Wurzener und zum anderen für Ringelnatzfreunde aus ganz Deutschland entwickeln wollen.“

Von Roger Dietze

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