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Wurzen Wurzener Spielleute wagen Ausflug zum Hip Hop
Region Wurzen Wurzener Spielleute wagen Ausflug zum Hip Hop
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09:18 11.08.2016
Vor dem Erfolg steht der Schweiß: Allwöchentlich kommen die Wurzener Spielleute in der GutsMuths-Sporthalle zum Training zusammen. Quelle: Foto: Roger Dietze
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Wurzen

Erster und zugleich Letzter zu sein, dieses Schicksal ereilt die Wurzener Spielleute alljährlich bei den Meisterschaften der sächsischen Spielmannzüge. Der Grund: In ihrer Leistungsklasse drei sind sie der einzige Klangkörper, der sich der Jury stellt. So war es im Sommer 2015 in Lommatzsch, so auch am zweiten Juni-Wochenende dieses Jahres in Radeberg.

„Mit der Aussicht, keine Medaille erringen zu können, ist es einerseits schwer, insbesondere unsere jungen Musiker zu motivieren. Andererseits ist es für uns wichtig, unser Spiel auf diesem Niveau bewerten zu lassen und den Kontakt mit anderen Spielmannszügen zu halten“, berichtet Manuela Hantke, die Anfang des Jahres den Vereinsvorsitz von Andreas Nickl übernommen hat.

Und die in dieser Zeit eine positive Entwicklung beim Nachwuchs miterleben konnte. „Über ein Ganztagsangebot der Grundschule An der Sternwarte konnten wir einen ganzen Schwung neuer junger Mitglieder gewinnen, so dass wir die 50er-Marke wieder gerissen haben, nachdem die Mitgliederzahlen zwischendurch auf 40 gesunken waren“, so die Wurzenerin.

Allein die musikalische Qualität sei noch nicht ausreichend, um einen eigenen Nachwuchszug auftreten lassen zu können. Im Moment bleibt Manuela Hantke und ihrem Verein diesbezüglich nur die Erinnerung an vordere Platzierungen des Wurzener Spielleute-Nachwuchses im Rahmen von sächsischen Landesmeisterschaften mit der Krönung eines vierten Platzes vor sechs Jahren.

„Wir sind nach wie vor in der Situation, dass unsere Kinder und Jugendlichen gemeinsam mit den erwachsenen Musikern spielen müssen, grundsätzlich aber haben wir den Nachwuchs betreffend im Moment wirklich keinen Grund zur Klage“, sagt die 50-Jährige.

Ein wenig anders sei die Situation im Erwachsenenbereich, die wiederum unmittelbar mit dem Amt des Tambourmajors zusammenhängt, welches seit knapp zwei Jahrzehnten von Haiko Wugk ausgeübt wird. „Für Haiko einen Nachfolger beziehungsweise eine Nachfolgerin aus den eigenen Reihen aufzubauen, scheiterte bislang nicht am nicht vorhandenen Interesse unserer Musiker, sondern vielmehr daran, dass niemand auf seinem Platz im Spielmannszug entbehrlich ist“, beschreibt Manuela Hantke das Dilemma.

Kontinuität muss deshalb zwangsläufig das Motto für diese zentrale Position innerhalb des Spielmannszuges lauten. „Wir hoffen, Haiko überzeugen zu können, diese Position noch ein paar Jahre auszuüben“, sagt die Vereinsvorsitzende zuversichtlich.

Ihr zweiter großer Wunsch berührt den Themenbereich Räumlichkeiten für das Training. „Abgesehen davon, dass an der unsicheren Situation der Grundschule An der Sternwarte auch die von uns genutzte benachbarte GutsMuths-Sporthalle hängt, sind die dortigen Rahmenbedingungen für uns nicht optimal.“ Sprich die fünf zur Verfügung stehenden Räume reichten nicht aus, um den Nachwuchs separat nach Instrumentengruppen und Stimmlagen trainieren zu lassen.

Aber die Wurzener Spielmänner und -frauen machen das Beste aus der Situation.

In Radeberg etwa traten sie mit einem Song der Hip-Hop-Band Black Eyed Peas vor die Preisrichter – und ernteten viel Lob. „Oft geht die Adaption von modernen Musikstücken nach hinten los, in diesem Fall haben uns die Preisrichter aber einen guten Griff und einen gelungenen Zuschnitt auf die Orchestergröße bescheinigt“, erzählt Manuela Hantke.

Dieser Erfolg sei umso erfreulicher gewesen, als man sich im Vorfeld hinsichtlich der Präsentation unsicher gewesen sei. „Jetzt allerdings sind wir zusätzlich motiviert, an diesem Song weiter zu feilen.“ Gut möglich, dass ihn die Wurzener Spielleute in absehbarer Zeit sogar im Rahmen einer sächsischen Meisterschaft im Wettstreit mit anderen Klangkörpern auf ihrem Niveau vortragen werden. Hantke: „Es sind im Verband Alternativen zu der hergebrachten Klassifizierung im Gespräch, damit sich künftig auch kleinere Orchester in Wettbewerben miteinander messen können.“

Von Roger Dietze

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