Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Wurzener Stadtrat beschließt Veränderungen zu Gunsten der Kinderbibliothek
Region Wurzen Wurzener Stadtrat beschließt Veränderungen zu Gunsten der Kinderbibliothek
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:00 18.06.2010
Anzeige
Wurzen

Durchgesetzt hat sich der CDU-Vorschlag. Demnach wird die Galerie unverändert in den jetzigen Räumlichkeiten des Alten Rathauses am Markt belassen. Die Kinderbibliothek wechselt vom Erdgeschoss in die erste Etage und verdreifacht dabei ihre Fläche auf 150 Quadratmeter. Das Ringelnatzhaus wird perspektivisch durch Sanierung und Konzentration aller Dinge, die mit dem Dichter und Maler zusammen hängen, zu einem echten Ringelnatz-Zentrum in der Stadt entwickelt und entsprechend als Marketing-Instrument eingesetzt. Für die nötigen Umbauten im Alten Rathaus sind in einer kleinen Variante – unter Aussparung des Dachgeschossausbaus für Verwaltungs- und Lagerräume – gut 140 000 Euro veranschlagt. Diese Mittel seien durch Satzungsbeschluss des Stadtrates in den städtischen Haushalt eingestellt und und stünden somit auch zur Verfügung, erklärte CDU-Fraktionschef Matthias Rieder.

Wenn es nach den Vorstellungen der Verwaltung und der neuen Museumsleiterin Sabine Jung sowie fast der Hälfte der Ratsmitglieder gegangen wäre, hätte es einen anderen Beschluss gegeben. Jung hatte ein Konzept erarbeitet, in dem die Ziele klar definiert waren. Priorität setzte sie auf ein Ringelnatzhaus mit Touristinformation und Kleingastronomie im Erdgeschoss sowie einem Ringelnatz-Museum im ersten Obergeschoss, zudem einer Galerie im ehemaligen Stall, der sich auf der Hofseite in L-Form an das Hauptgebäude anschließt. Im Kulturhistorischen Museum wollte Jung den Sitz des Geschichts- und Altstadtvereins ansiedeln sowie eine Veranstaltungsfläche im Kontor installieren. „Niemand kommt wegen einer Kinderbibliothek“, erklärte sie, „das kulturelle Herz der Stadt besteht aus Ringelnatz-Museum und Kulturhistorischem Museum.“ Sie forderte den Rat auf, in stürmischer See Kurs zu halten und die Vorteile – unter anderem eine deutschlandweite Vermarktungsmöglichkeit für das Alleinstellungsmerkmal Ringelnatz-Geburtshaus mit Museum – nicht aus den Augen zu verlieren. Als Nachteile führte sie selbst in ihrem Konzept die Punkte Investitionskosten und Betriebskosten an.

Genau dort hakte Rieder ein. Jungs Konzept sei visionär und wegweisend, lobte er, allein die Finanzierung sei völlig ungesichert, zumal – was erst unmittelbar vor der Sitzung bekannt wurde – keine Fördermittel fließen würden. Der Antrag der CDU richte sich nicht gegen das Ringelnatzhaus, sichere aber den Spatzen in der Hand, weil weit und breit keine Taube auf dem Dach sichtbar sei. Sie sei nicht einmal im Anflug, ergänzte Peter Konheiser (SPD) mit Blick auf katastrophale Haushaltssituation im Land und forderte zunächst, die perspektivische Nutzung des Ringelnatzhauses komplett aus der Beschlussvorlage zu streichen. Diesen Antrag zog er viele emotionale Diskussionsbeiträge und eine Sitzungsunterbrechung später allerdings zurück. Der geradezu flehentliche Appell von Kathrin Gehres-Kobe aus der CDU-Fraktion („Keine Fronten, ich weiß, wir sind uns einig“) verhallte letztlich ungehört. Mit 12:11 Stimmen ging der Änderungsantrag der CDU durch, mit 12:10 wurde der Beschluss gefasst. Die NPD hatte mit der CDU gestimmt. Und noch auf den Gängen des Stadthauses entlud sich die Wut. Nicht nur bei den Verlierern.

Heinrich Lilie

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

[image:phpO48VCp20100617160843.jpg]
Borsdorf. Zum größten Spielzimmer Sachsens wird für einen Tag die Panitzscher Trabrennbahn. Am Samstag steigt hier ab 9.30 Uhr der 14. Sächsische Familientag.

18.06.2010

Brandis. Gleich für fünf größere Baumaßnahmen fällt in den nächsten Tagen in Brandis der Startschuss. Dabei handelt sich um Arbeiten am Gymnasium, der Grundschule Beucha, der Langen Straße, dem Feuerwehrgerätehaus Polenz sowie dem Brandiser Schützenplatz.

17.06.2010

Brandis. Ein ehrgeiziges Ziel verfolgt der Verein Musikarche Brandis. Die Musikfreunde haben die ehemalige Wäscherei am Grimmaischen Platz in Brandis ersteigert und möchten hier ein Domizil für junge Musiker schaffen.

16.06.2010
Anzeige