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Wurzen Wurzener Tafelgärtner schreiben Erfolgsgeschichte
Region Wurzen Wurzener Tafelgärtner schreiben Erfolgsgeschichte
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06:03 25.08.2018
Reiche Ernte: Stolz präsentieren die Wurzener Tafelgärtner ihre aktuelle Ausbeute. Das frische Obst und Gemüse kommt Bedürftigen zugute. Quelle: Rocco Pettrich
Wurzen

Die Ausbeute kann sich sehen lassen. „In den vergangenen drei Wochen ernteten wir zum Beispiel 185 Kilogramm Kartoffeln – vier Schubkarren voll“. Wir, das sind Rocco Pettrich vom Regionalverband (RV) Muldental der Kleingärtner sowie 15 Frauen und Männer, die über das Kommunale Jobcenter mittlerweile 19 Tafelgärten in den Wurzener Sparten „Ost“ (14) und „Feldschlößchen“ (5) bewirtschaften. Die Früchte ihrer Arbeit kommen Bedürftigen zugute, die der Verein Muldentaler Tafel in Grimma erhält und verteilt.

Erträge gehen nach Grimma

„Bislang“, erzählt Tafelgarten-Betreuer Pettrich, „belieferten wir den Tafelservice des Vereins Zuversicht im Mehrgenerationenhaus.“ Allerdings stellte dieser sein Angebot in der Stephanstraße 1 bereits im November des Vorjahres ein. Grund dafür sei unter anderem das Fehlen eines Fahrzeuges gewesen, bestätigt Zuversicht-Vorsitzende Orsina Wehner auf Nachfrage. Im Juni 2005 hatte die Gemeinschaft jene Dienstleistung für Sozialhilfe- und Hartz-IV-Empfänger aus der Taufe gehoben und seither die Abholung mit Privatautos organisiert. Die Suche nach einem Kleinbus-Finanzier, unter anderem bei der Stadt, scheiterte jedoch. Mittlerweile betreibt Zuversicht in den Räumen des einstigen Tafelservices ein Begegnungscafé. Der Verein steht laut Wehner für eine mögliche Wiederaufnahme weiterhin im Gespräch mit der Grimmaer Tafel.

Gärtner leisten tolle Arbeit

RV-Präsident Frank Lichtenberger wie auch Pettrich bedauern das plötzliche Aus. „Schade, dass unsere Wurzener Produkte nicht vor Ort bleiben“, so Lichtenberger. Denn immerhin leisten die 15 Gärtner des Jobcenters „gerade jetzt bei der Hitze eine tolle Arbeit und geben sich wirklich Mühe“, lobt Pettrich. Zu den Aufgaben des 36-Jährigen zählt nicht nur die Betreuung, sondern die gesamte Organisation – bis hin zum Besorgen der Setzlinge. Und dafür sorgen vor allem Sponsoren, wie der Bau- und Gartenmarkt Wurzen der Raiffeisen-Handelsgenossenschaft in der Dresdener Straße und Christine Uhlig, Inhaberin der Gärtnerei Reinhard im Nemter Weg. „Beiden will ich hiermit einmal Danke sagen.“

Grimmaer Tafel ist willkommener Abnehmer

Stolz ist der alleinerziehende Vater, der selbst eine Parzelle im Sonnenblick gepachtet hat und vom RV 2017 eingestellt wurde, auf seine 15 Helfer im Alter von 18 bis 62 Jahren. In drei Teams jobben sie zwanzig Stunden pro Woche jeweils von 8 bis 12 Uhr zwischen den sorgsam angelegten Beeten. Zu dem, was sie ernten und dann abgeben, gehören Tomaten und Paprika, Zwiebeln, Bohnen und Kartoffeln. „Angebaut werden außerdem Auberginen, Melonen, Mangold und Brokkoli.“ Darüber hinaus gehören zu den Erträgen allerlei Beerenobst und Kräuter. In der Grimmaer Tafel finden die Gärtner aus Wurzen einen willkommenen Abnehmer. Trotz des trockenen Sommers peilen Pettrich und seine Leute vor allem bei den Kartoffeln einen neuen Rekord an. „Im Vorjahr waren es 1,2 Tonnen. Mal sehen, wie viel es diesmal werden.“

Übrigens gibt es das Projekt der Tafelgärten in der Muldestadt schon seit Ende 2007. Damals schloss der Muldentaler Regionalverband eine Rahmenvereinbarung mit dem Kommunalen Jobcenter ab, um Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Für Lichtenberger jedenfalls ist die Initiative aus heutiger Sicht geglückt. Zwar wollte die Dachorganisation der Kleingärtner das Programm sehr gern für Grimma und Colditz erweitern, doch der Mangel an Teilnehmern rückte die gute Absicht vorerst in den Hintergrund.

Von Kai-Uwe Brandt

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