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Wurzen Wurzener Wasserturm-Projekt startet Anfang 2020
Region Wurzen Wurzener Wasserturm-Projekt startet Anfang 2020
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12:56 30.11.2018
Allein für die Infrastruktur rund um das Wasserturm-Gelände muss die Stadt 1,6 Millionen:Euro investieren. Geplant ist neben einer komplett neuen Zufahrt für Lieferfahrzeuge auch der Ausbau der August-Bebel-Straße. Quelle: Archiv
Wurzen

Der Fahrplan jedenfalls steht fest und die Investitionssumme ebenso. Zur jüngsten Tagung des Technischen Ausschusses informierten Michael Zerbs und Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD) die Stadträte des parlamentarischen Gremiums über den derzeitigen Stand des Wasserturm-Projektes. Demnach soll es bereits Anfang 2020 mit der Neugestaltung des 5000 Quadratmeter großen Geländes am Clara-Zetkin-Platz losgehen. Die Kosten betragen etwa fünf Millionen Euro. Auf 3,35 Millionen hofft die Kommunalverwaltung über staatliche Zuschüsse, 1,65 Millionen fließen aus der Stadtkasse.

Vor allem aber präsentierte Zerbs, zuständiger Mitarbeiter für Tiefbau im Stadthaus, den Volksvertretern aktuelle Details in Sachen Straßenführung. Immerhin wird das Terrain nicht nur vom Clara-Zetkin-Platz begrenzt, sondern auch von der Goethe- sowie der August-Bebel-Straße. Schon deshalb und aufgrund des Lebensmittelmarktes müssten die Verkehrsströme neu geordnet werden. „Wir gestalten die Straßen also komplett um.“

Aldi-Markt benötigt 80 Stellflächen

Auf dem Gelände benötigt der Investor Aldi mindestens 80 Parkplätze. Der Hauptverkehr soll Zerbs zufolge über die Goethestraße erfolgen. Eine Abstimmung dazu gab es bereits mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Darüber hinaus entsteht extra eine Zufahrt für Lieferfahrzeuge in der August-Bebel-Straße, weshalb die Leichtathletikanlage der benachbarten Pestalozzi-Oberschule weichen muss. Gerade zu diesem Punkt sei die Bildungsstätte vor gut einem Jahr erstmals in Kenntnis gesetzt worden, betonte Oberbürgermeister Röglin.

Zuletzt konferierten Schule und Stadtverwaltung am 1. November miteinander. Hierbei spielten unter anderem zwei Varianten für den Standort der Ersatzsportstätte eine Rolle. Diese finanziert Aldi mit dem Kaufpreis für das gewünschte Baufeld am Wasserturm von circa 1800 Quadratmetern. Ob der Sportunterricht im Freien wie momentan avisiert an der Sternwarte-Grundschule stattfindet oder gar anderswo, bleibt allerdings noch offen. Die Entscheidung könnte nach Vorstellung beider Varianten im Fachausschuss voraussichtlich im Januar fallen.

August-Bebel-Straße erhält Parkbuchten

Sicher hingegen seien die Pläne für die August-Bebel-Straße, führte Zerbs fort. Folglich werde die Trasse 5,50 Meter breit und erhält Bodenwellen, um das Tempo des Durchgangsverkehrs zu drosseln. Stellflächen für Autos und den Schulbus schafft die Stadt mittels Parkbuchten – eventuell sogar eine sogenannte Kiss + Ride-Zone für schnelles Ein- und Aussteigen vor der Schule.

Wahrzeichen der heutigen Brache ist der 32 Meter hohe und 1893 errichtete Wasserturm. Die Einweihung des Bauwerkes fand am 18. Januar 1894 statt. Quelle: Kai-Uwe Brandt

Dem Abriss zum Opfer fallen übrigens die alten Fahrradständer der Pesta. Im Gegenzug errichtet die Stadt nagelneue – natürlich überdacht. Und Röglin erwähnte noch, dass er sich ein separates Nahwärme-Netz für die Bildungsstätte und gegebenenfalls den Aldi-Markt vorstellen könnte.

Sparsam blieb Zerbs mit Aussagen zu den Immobilien auf der Brache, für die Studenten der Technischen Universität Dresden mehrere Entwürfe anfertigten und im März dem Technischen Ausschuss vorstellten. Nur so viel ließ er wissen: Das 1889 als Herberge zur Heimat erbaute Haus, Clara-Zetkin-Platz 11, und der denkmalgeschützte Wasserturm werden saniert, das einstige Werkstattgebäude verschwindet.

Bis zum Spatenstich und dem Umzug der Musikschule aus der Ringelnatz-Grundschule dauert es jedoch. Auf die Verwaltung und das Team um Zerbs wartet 2019 viel Arbeit: das Aufstellen eines Bebauungsplanes, die Beantragung der Fördergelder sowie das Einholen der Baugenehmigung. Anfang 2020 geht’s schließlich an den Ausbau der August-Bebel-Straße und erst danach an die Villa und den 32 Meter hohen Wasserturm. Die Kosten für die erforderliche Infrastruktur summieren sich auf 1,6 Millionen Euro „Ziel von Aldi ist es, den Markt Ende 2021 zu eröffnen“, sagte Zerbs zum Schluss. Dafür wird die jetzige Filiale in der Dresdener Straße geschlossen.

Von Kai-Uwe Brandt

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