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Wurzen Wurzener Zügelgurt ist preisverdächtig
Region Wurzen Wurzener Zügelgurt ist preisverdächtig
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05:00 16.12.2009
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. Jetzt, es klingt beinah zynisch, hat das Brückenbauwerk, mithin sein Entwurfsverfasser die Chance, einen Preis zu bekommen. Wenn man so will, dank der Flut. Die Muldebrücke zwischen Bennewitz und Wurzen ist für den Deutschen Brückenbaupreis 2010, den die Bundesingenieurkammer und der Verband Beratender Ingenieure auslobt, nominiert worden. Ebenfalls im Rennen die Elbebrücke von Mühlberg und die neue Rügenbrücke.

Es war keine einfache Geburt. Bekanntlich konnte die Muldebrücke erst acht Monate später als ursprünglich geplant für den Verkehr freigegeben werden. Vor allem der harte Winter 2005/06 hatte die Arbeiten in die Länge gezogen. Ende Mai 2007 rollten dann die ersten Fahrzeuge über das Bauwerk.

Einer der an der festlichen Freigabe teilnahm, war der damalige Oberbürgermeister Jürgen Schmidt, der den Brückenbau über Jahre immer wieder gefordert hatte. Unter anderem ihm ist es zu verdanken, dass die Brücke mehr als nur ein profaner Funktionalbau wurde. Der Ex-Rathauschef gestern: „Wir haben von Anfang an versucht, die Brücke als gestalterische Besonderheit zu entwickeln – korrespondierend auch mit der Silhouette der Stadt Wurzen und der landschaftlichen Umgebung. Wir wollten auf keinen Fall solch eine Form, wie wir sie mit der erneuerten Eisenbahnbrücke über die Mulde erhielten.“ Erfreulicherweise, so Schmidt weiter, sei die Stadt mit ihrem Ansinnen, etwas Besonderes zu schaffen, beim damaligen Regierungspräsidenten Walter-Christian Steinbach und der Deges als Bauherr auf offene Ohren gestoßen.

Zu der Besonderheit des Bauwerkes gehört nicht nur die markante und in Deutschland sehr seltene dreieckige Zügelgurt-Konstruktion, die, wie sich Schmidt erinnert, die Konstrukteure und Statiker vor hohe Hürden stellte, sondern auch die Beleuchtung. Auch die sei ein Gestaltungsmittel, das die Brücke zu etwas Einzigartigem mache.

Als Verfasser des Brückenentwurfes gilt Prof. Heinz Schmackpfeffer. Dessen Brücke wurde durch Karl-Heinz Reintjes von der Deges, der beim Bau als Projektleiter fungierte, für den Preis vorgeschlagen. Eine unabhängige Jury nominierte schließlich das Objekt.

Der Pressesprecher der Bundesingenieurkammer, Jost Hähnel, begründet die Nominierung: „Der etwa 500 Meter langen Muldebrücke gelingt es wie selbstverständlich, das flache Muldetal zu queren, ohne die Landschaft zu dominieren – dank einer vergleichsweise kleinen Überbauhöhe trotz der großen Stützweite. Möglich macht dies der schlüssig aus dem Überbau „herauswachsende“ Zügelgurt-Fachwerkträger, der dem Bauwerk seine unverwechselbare Gestalt verleiht. Dafür wurde die Idee des im 19. Jahrhunderts gebräuchlichen Zügelgurt-Stahlfachwerks mit modernen Bautechniken weiterentwickelt.“

Die Muldebrücke wurde in der Kategorie Straßen- und Eisenbahnbrücken nominiert. Ebenfalls im Rennen um den Preis sind die Elbebrücke bei Mühlberg und die Rügenbrücke, die den Strelasund quert. Die Sieger werden zur Preisverleihung am 15. März 2010 in der TU Dresden bekanntgegeben. Der Preis steht unter der Schirmherrschaft des Bundesbauministeriums.

Drago Bock

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