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Wurzen Wurzener Zweigstelle des Amtsgerichtes schließt zum 31. Dezember
Region Wurzen Wurzener Zweigstelle des Amtsgerichtes schließt zum 31. Dezember
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15:15 21.12.2012
Das sächsische Justizministerium will den alten Nordbahnhof zum Verkauf ausschreiben Quelle: Andreas Röse
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Wurzen

Das Grimmaer Schloss ist saniert, und die Filiale in Wurzen schließt am 31. Dezember – endgültig.

Gestern verhandelte Strafrichter Götz-Karsten Weimann ein letztes Mal im Saal 115 – gegen Tobias K. wegen mehrfachen Betrugs. Bis zum Jahresende werde lediglich noch der Bürobetrieb laufen und am 31. Dezember das Gebäude für den Publikumsverkehr geschlossen sein, bestätigte gestern Pressesprecher Malte Fischer. „Am 7. und 8. Januar beginnt der Umzug." Mit den Akten und Computern wechseln dann ebenso die 17 Bediensteten, darunter drei Richter, nach Grimma. Was aus der Immobilie in der Friedrich-Ebert-Straße wird, wusste Fischer nicht zu sagen.

Das Gebäude, das bis 1879 Bahnhof war, danach Offiziere der Königlich-Sächsischen Armee und ab 1918 das Arbeitsamt beherbergte und zu DDR-Zeiten die Freie Deutsche Jugend (FDJ) sowie die Polizei, gehört dem Freistaat. Der ließ das Haus im Sommer 1996 für über 1,1 Millionen Euro vom Keller bis zum Dach erneuern. Wie die Wurzener CDU-Landtagsabgeordnete Hannelore Dietzschold in Dresden erfuhr, will das Justizministerium die Zweigestelle zum Verkauf ausschreiben. Dietzschold hatte sich mit vielen anderen für den Erhalt der Dependance des Amtsgerichtes stark gemacht. Vergeblich. Die Verwaltungsreformpläne der Staatsregierung blieben unumstößlich.

Doch derzeit macht sich die Christdemokratin für eine Nachnutzung des Grundstückes stark. „In Gesprächen mit dem Ministerium und dem zuständigen Arbeitskreis Verfassung und Recht meiner Fraktion forderte ich eine Servicestelle vor Ort, um Bürgern die Möglichkeit einzuräumen, auf kurzem Weg Prozesskostenhilfe, Beratungshilfe und Erbscheine unkompliziert beantragen zu können." Noch stehe eine Reaktion der Ministerialen aus.

Nicht ohne Folgen bleibt der Umzug für hiesige Rechtsanwälte. „Wir müssen demnächst bis nach Grimma fahren, um unsere Gerichtspost abzuholen", sagt der Wurzener Jurist Matthias Rieder. Jedoch sei die Entfernung für seinen Berufsstand zu verschmerzen. „Viele schlimmer finde ich, dass jeder Wurzener, der zum Beispiel einen Erbschein benötigt, diesen ab 2013 nur noch in Grimma erhält." Was den CDU-Stadtrat und Fraktionsvorsitzenden weiterhin umtreibt: Die Stadt habe mit dem Aus der Zweigestelle einen „herben Imageverlust" erlitten. Und: „Wenn 17 Bedienstete in Zukunft hier nicht mehr arbeiten, wandert zugleich Kaufkraft ab." Enttäuschung über die vollendete Tatsache lässt auch Oberbürgermeister Jörg Röglin (parteilos) heraushören. „Die Schließung ist schon deswegen bedauerlich, weil unser Einsatz zum Verbleib der Zweigstelle nicht von Erfolg gekrönt wurde." Mit Skepsis schaue er nunmehr darauf, wie es mit dem alten Nordbahnhof weitergehe. Aus Dresden jedenfalls gebe es bislang keine Signale. „und wir als Stadt haben definitiv keinen Bedarf, das Objekt zu erwerben". Kai-Uwe Brandt

Brand, Kai-Uwe

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