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Wurzen Wurzenerin zu Gast im Schloss Bellevue
Region Wurzen Wurzenerin zu Gast im Schloss Bellevue
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17:47 13.01.2010

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Als Valentina Zitzer die Nachricht bekam, dass sie nach Berlin fahren könne, habe sie kategorisch abgelehnt. „Da fahre ich nicht hin“, habe sie gesagt, berichtet Zuversichts-Chefin Christa Hennicker. Erst nach Überredungskünsten gelang es, die Mitstreiterin umzustimmen. Aufgeregtheit und Bescheidenheit Valentina Zitzers sollten und durften schließlich nicht als Hinderungsgrund für solch eine einmaliges Ereignis gelten, waren sich die Vereinsmitglieder einig.

„Gut, dass sie mich überredet haben“, gesteht Valentina Zitzer nach ihrer Rückkehr. „Ja, es war wirklich ein fantastisches Erlebnis.“ Die Fest-Atmosphäre sei die ganze Zeit über locker und sympathisch gewesen. Keine Spur von Kühle und diplomatischer Steifheit. Und so kommt der Wurzenerin dann auch der Satz über die Lippen, der diesen Umstand wohl am besten beschreibt: „Ich habe den Bundespräsidenten, seine Frau und die anderen Politiker als ganz normale Menschen erlebt.“

Zwei Tage verbrachte Valentina Zitzer in Berlin. Am Montag wurde der Ablauf des Empfangs genauestens geprobt, ehe es Dienstag ernst wurde. Doch schon bei den Proben sei ihre Aufgeregtheit schnell verflogen. „Immer wieder wurde uns gesagt: Das ist eure Feier. Wir sorgen dafür, dass sie für euch so angenehm wie möglich wird“, erzählt Zitzer. So blieb unter anderem Zeit für eine einmalige Besichtigungstour durch das Schloss Bellevue und Berlin. „Die Stadt an der Spree hatte ich 1982 besucht. Jetzt konnte ich sogar durchs Brandenburger Tor laufen.“

Etwa fünf bis sechs Minuten habe sie mit Horst Köhler und dessen Gattin sprechen können. „Der Präsident hat sich sehr interessiert gezeigt. Ich konnte ihm über unsere Vereins- und Theater-Projekte berichten. Viel wollte er auch zu meiner Familiengeschichte erfahren.“

Die ist in der Tat interessant. 1947 als Nachfahrin Wolgadeutscher in der Tomsker Region in Sibirien geboren, siedelt die Familie 1961 nach Kasachstan um. Ihre deutschen Wurzeln verkümmern nicht. „Meine Großmutter hat nur deutsch gesprochen“, so Zitzer. Viele Jahren arbeitet Valentina Zitzer als Englisch-Lehrerin, ehe die zehnköpfige Familie 2003 die Ausreise nach Deutschland wagt und heute in Wurzen und Frankfurt/Main lebt.

„Vor fünf Jahren fand Valentina den Weg zu uns“, erzählt Christa Hennicker. „Ohne sie wäre die Selbsthilfegruppe der Aussiedler kaum denkbar.“ Die Auszeichnung sei eine wunderbare Würdigung für Valentina Zitzer und die Krönung der Zuversichts-Vereinsarbeit, so Hennicker.

Der Ausgezeichneten scheint so viel Lob fast unangenehm, doch ihre Vereinsmitstreiter und die Aussiedler wissen ihren Einsatz zu schätzen – auch der Landkreis, der mit Hilfe des Vereins und des Freistaates ihren Namen und ihren Einsatz zum Präsidenten „funkte“.

Drago Bock

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