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Wurzen Wurzens Altstadt hat neues Gesicht
Region Wurzen Wurzens Altstadt hat neues Gesicht
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20:15 06.09.2018
Blick von oben: Dank der Fördermillionen von Bund und Land hat sich das Stadtbild Wurzen während der vergangenen 25 Jahre gravierend verändert. Quelle: Archiv
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Wurzen

Zu einem Rundgang auf Hochglanzpapier und in Farbe lädt das Stadthaus nicht nur Einwohner, sondern auch Gäste Wurzens in einer druckfrischen Broschüre ein. Der Titel der A 4-Werbebotschaft über 24 Seiten lautet „25 Jahre Stadtsanierung – 1991 bis 2016“. Wie Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD) im Vorwort schreibt, kann sich das Ergebnis der Stadtsanierung „ohne Einschränkungen“ sehen lassen. Mehr noch. Mit dem erfolgreichen Sanierungsprozess, so der 48-Jährige, habe die Altstadt ein „neues Gesicht erhalten“.

Planungen bereits 1990 angeschoben

Zur Vorgeschichte: Bereits am 19. Dezember 1990 fassten die damaligen Volksvertreter den Beschluss zur Untersuchung des historischen Ortskerns. Der Auftrag ging seinerzeit an das Planungsbüro „Bachtler, Störtz & Partner“ aus Kaiserslautern. Anderthalb Jahre später lag der Bericht vor, um bauliche Missstände zu beheben, die Stadtstruktur zu erhalten sowie die Altstadt zu entwickeln. Mitte Juni 1992 legte das Parlament schließlich die Grenzen des Gebietes fest. Peu à peu folgten Bebauungspläne, darunter für die Straße des Friedens, die Bader- und die Färbergasse sowie den sogenannten „Grünzug Altstadtring“.

Rathaus und Museum saniert

Summa summarum flossen in den vergangenen 25 Jahren fast 34 Millionen Euro an Fördergeldern. Es wurden 37 Straßen umgestaltet, 73 Hinterhäuser und Nebengelasse abgerissen und 33 Immobilien gesichert. Darüber hinaus veränderten 84 Bauvorhaben privater Hand das Bild im Wurzener Zentrum. Zu den sichtbaren Zeitzeugen des Booms zählen unter anderem das Alte Rathaus, das Museum in der Domgasse 2 oder die Berufsschule auf dem Domplatz. So zwangen Mängel im oberen Stockwerk und Schwamm im Dachstuhl des Alten Rathauses die Erwachsenenbibliothek 1992 zum Umzug. 1993 startete dann die Sanierung des öffentlichen Gebäudes und endete mit der Übergabe am 11. August 1995. Der Zustand des Museums bot indes schon seit 1978 Anlass zur Sorge. Daher musste das einzig erhaltene Renaissance-Patrizierhaus von 1996 bis 1999 komplett Instand gesetzt werden.

Privatinvestoren ziehen mit

Aber auch Privatinvestoren sorgten für ein neues Aussehen der Stadt. Heute ziert in der einstigen Schmuddelecke Badergasse ein modernes Wohn- und Geschäftshaus den früheren Standort der Stadtbrauerei. Bis Ende der 80er-Jahre gehörte der Komplex zum VEB Getränkekombinat Leipzig, stand jahrelang leer und verfiel zur Ruine. Oder das Schloss Wurzen. Familie Wedekind erwarb 2002 die Bischofsresidenz, sanierte bis 2007 unter fachkundiger Regie des Landesamtes für Denkmalpflege und mit Hilfe städtischer Gelder die Anlage.

Zum Schmuckstück entwickelte sich gleichfalls die Domherrenkurie, Domplatz 6, dank des Eigentümers. Zwischen 2011 und 2014 entstanden altersgerechte und barrierefrei Wohnungen für Senioren und Büroräume im Dachgeschoss.

Neue Förderprogramm geben weiter Impulse

Nachdem das Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ ausgelaufen ist, greifen jetzt andere Förderoptionen, die erneut der Altstadt zugute kommen. Laut Verwaltung partizipieren hiervon demnächst das Ringelnatz-Geburtshaus im Crostigall 14 sowie das Gebäude Domplatz 5, Sitz des Vereins Netzwerk für demokratische Kultur.

Weitaus mehr Details zu „25 Jahre Stadtsanierung“ präsentiert natürlich die umfangreiche Broschüre, die in einer Auflage von 3000 Exemplaren gedruckt wurde. Wie Stadtsprecherin Cornelia Hanspach sagte, liegt das Heft kostenfrei in der Tourist-Information aus, die sich seit 1. September wieder an alter Wirkungsstätte im Markt 5 befindet.

Tourist-Information Wurzen, Markt 5, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10 – 13 und 14 – 18 Uhr, sowie Sonnabend 10 – 13 Uhr

Von Kai-Uwe Brandt

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