Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Zehn Jahre Landkreis Leipzig: Graichen dankt Mitarbeitern
Region Wurzen Zehn Jahre Landkreis Leipzig: Graichen dankt Mitarbeitern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:55 25.09.2018
Kinder und Jugendliche der beiden Musikschulen des Kreises hatten am Sonntag die einmalige Gelegenheit, sich im Gewandhaus auf ganz großer Bühne zu beweisen. Quelle: Frank Schmidt
Leipzig

Die Festveranstaltung „10 Jahre Landkreis Leipzig“ hat Landrat Henry Graichen (CDU) genutzt, um den Mitarbeitern für ihre Leistungen zu danken. „Sie hatten die tiefgreifendsten Veränderungen zu tragen und haben sich konstruktiv und engagiert am Aufbau, dem Erscheinungsbild und der Themensetzung im neuen Landkreis Leipzig beteiligt“, zollte Graichen den Beschäftigten Respekt. Am Sonntag hatte sich die Kreisspitze für eine Dankeschön-Veranstaltung in den Großen Saal des Konzerthauses eingemietet. Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens des Kreises standen dabei vor allem die Mitarbeiter im Fokus.

Geladene Gäste sahen im Gewandhaus Leipzig eine bunte Show zum zehnjährigen Bestehen des Landkreises Leipzig

„Die Erfahrung lehrt uns, dass die Liebe nicht darin besteht, dass man einander ansieht, sondern dass man gemeinsam in gleicher Richtung blickt“ – mit einem Zitat von Antoine de Saint-Exupéry leitete Graichen seinen Rückblick ein. Liebe sei das Anschauen der beiden Altkreise Leipziger Land und Muldentalkreis wahrlich nicht gewesen – schon gar nicht auf den ersten Blick, resümierte er. Erste zarte Annäherungen spürte man bei der Namensfindung. Mulde-Pleiße-Kreis – dieser vom damaligen Innenminister Albrecht Buttolo ins Gespräch gebrachte Begriff erschien sowohl in Borna als auch Grimma als Missgriff. In der Ablehnung dieses Konstruktes waren sich beide Altkreise einig. Landschaftlich mag der Titel berechtigt gewesen sei, vor Ort stieß er auf strikte Ablehnung und wurde sogar als „Mulde-Pleite-Kreis“ verhöhnt.

Borna und Grimma sind Behördenstandorte

Schnell einigten sich die Akteure dann auf einen gemeinsamen Namen: Landkreis Leipzig. Kontroverser wurde über den Kreissitz diskutiert. „Diese anfangs trennende Diskussion hat 2008 stark die Wahrnehmung geprägt“, formulierte Graichen vor rund tausend Zuhörern. „Dennoch können wir nach 10 Jahren Landkreis feststellen, dass die Kreisräte bezüglich einer ausgewogenen Verteilung der Ämter beide Städte stets im Blick hatten und haben.“ Aktuell zählt das Landratsamt 585 Mitarbeiter in Borna und 565 Kollegen in Grimma. Damit, so die Bilanz, seien beide Kommunen wichtige und stabile Orte der Landkreisverwaltung.

Kreis übernimmt staatliche Behörden

Bevor Mitarbeiter, eingeladene Kreisräte und Eltern ein anderthalbstündiges Programm der Musikschulen genossen, erinnerte Graichen noch an die zahlreichen Anpassungen, die die Kreisreform erforderte. Viele Strukturen mussten über den Haufen geworfen werden. Insgesamt 293 Mitarbeiter übernahm der neue Landkreis von staatlichen Behörden. Ganze Strukturen wie Straßenmeistereien oder das Vermessungsamt wechselten, auch im Umwelt- oder Sozialamt kamen viele neue Leute hinzu.

Sozialamt arbeitet Rückstau bei Behindertenausweisen ab

Dass die Kreise damals etliche Aufgaben übergestülpt bekamen, spielte ebenfalls eine Rolle. So erbte die Behörde bei Schwerbehindertenausweisen vom damaligen Versorgungsamt in Leipzig einen gewaltigen Rückstau. Am 1. August 2008 wurden über 3000 unbearbeitete Anträge auf dem Schreibtisch des neuen Kreises abgeladen. Das Sozialamt habe damals Vorbildliches geleistet, um den Betroffenen – oft Schwerstkranke, Krebspatienten oder Kinder mit Behinderungen – schnell zu helfen. Diese beispielhaften Leistungen würdigte Graichen stellvertretend. „Sie sind Beleg dafür, dass wir uns als Dienstleister im Sinne der Bürger verstehen.“

In Debatte um Kreisreform zu lurz gedacht

Bei der Debatte um die Sinnhaftigkeit der Kreisreform kommt für Graichen der Inhalt oft zu kurz. Es gehe immer nur um Größe, Kreissitz oder Finanzen. „Dabei hat die Verwaltungsreform den praktischen Beweis erbracht, dass wir als kommunale Gemeinschaft in der Aufgabenerfüllung zweckmäßiger und zuverlässiger sind als der Staat mit seiner Verwaltung.“ Und dieses Ergebnis könne alle stolz machen. Angela Fleischmann, Personalratsvorsitzende, schlug in ihrer Rede auch nachdenkliche Töne an. In vielen Bereichen fehle es noch an einer gemeinsamen Identität. Um die Mitarbeiter zu motivieren, dürfe Kommunikation auch nicht als Einbahnstraße verstanden werden und sich nur auf Dienstanweisungen beschränken, so Fleischmann.

Musikschulen geben umjubeltes Programm

Zwei besonders erfolgreiche Gewächse des Landkreises – die Musikschulen „Ottmar Gerster“ aus Borna und „Theodor Uhlig“ aus Wurzen – unterhielten die Festgäste im Anschluss. 240 Mitwirkende gestalteten ein begeistert aufgenommenes Programm. Dieses reichte von Tanzchoreografien über verschiedene Instrumentenensembles bis zum großen Finale, das unter Leitung von Klaus-Dieter Anders 120 Kinder beim Song „We are the World“ vereinte.

Von Simone Prenzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Tierschutzverein „Ein Herz für Tiere“ hatte zum Tag der offenen Tür ins Wurzener Tierheim eingeladen. Das muss derzeit ohne Leiter auskommen. Nur eine von vielen Baustellen des Vereins.

23.09.2018

Das Wurzener Gymnasium begrüßte mit dem vom Förderverein organisierten Hoffest traditionell seine neuen Fünftklässler. Dem dreistündigen Programm wohnten auch Austausschüler aus Schweden bei.

23.09.2018

Mit einem Herbstfest und einem Tag der offenen Tür feierte das Kinderheim Machern am Sonnabend das 25-jährige Bestehen. Prominenter Gast war Justizminister Sebastian Gemkow.

23.09.2018