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Wurzen Zeitumstellung – die einen freut’s, andere haben ein Problem damit
Region Wurzen Zeitumstellung – die einen freut’s, andere haben ein Problem damit
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07:03 27.10.2018
Grimmas Rathausuhr am Markt wird nach der Umstellung wieder Normalzeit anzeigen. Quelle: Thomas Kube
Muldental

In der Nacht zum Sonntag wird wieder an der Uhr gedreht. Die Umstellung von Sommer- auf Normalzeit verlängert diesen Tag um eine Stunde. Das seit Jahrzehnten übliche Ritual könnte bald entfallen – EU-weit wird über die Abschaffung der Zeitumstellung diskutiert. Wir könnten sie das letzte Mal erleben. Die LVZ fragte in Grimma nach.

Gerd Brettschneider (77), Nischwitz bei Wurzen, Rentner im Unruhestand: „Mir hat die Zeitumstellung nie Probleme bereitet, trotzdem ist es gut, dass sie der Vergangenheit angehören soll. Was soll ich schon mit der einen Stunde Zeitgewinn schon anfangen, die wir nun von Sommer- auf Winterzeit haben? Eigentlich ist sie bei mir gar nicht ins Gewicht gefallen, denn alles war wie immer, nur dass es eben länger hell oder schneller dunkler wurde – je nachdem. Deshalb ist es mir egal, ob wir dauerhaft Sommer- oder Winterzeit haben.“

Susanne Schmäl (31), Grimma, in Ausbildung zur Erzieherin: „Die eine Stunde mehr nach der Umstellung am Wochenende verbringe ich natürlich mit meinem Kind. Wenn ich mich festlegen müsste, ob dauerhaft Sommer- oder Winterzeit, dann bin ich ganz klar für den Sommer. Da es dann zumindest vorübergehend auch im Herbst etwa länger hell am Tag ist, nutzen wir die Zeit gerne im Freien.“

Ralf Sämisch (52) Geithain, Sozialarbeiter: Die eine Stunde mehr nach der Zeitumstellung möchte ich in einen gemütlichen Abend investieren – mal sehen, was sich da anbietet. Am Ende soll die Zeit der Erholung dienen. Da ich lange Sommerabende liebe, bevorzuge ich natürlich dauerhaft die Sommerzeit. Welchen Effekt das aber auf die Weihnachtszeit haben wird, wo am Heiligen Abend der Weihnachtsmann dann immer eine Stunde später kommt, bleibt abzuwarten.“

Corinna Franke (36), Leipzig arbeitet als Sozialarbeiterin in Grimma: „Wir bereiten uns schon Tage, meist ab Freitag vorher auf das Wochenende der Zeitumstellung vor. Nicht zuletzt auch der Kinder wegen, die dafür immer eine gewisse Zeit brauchen. Deshalb merken wir in der Familie die eine Stunde plus oder minus gar nicht so recht. Letztlich bin ich froh, wenn die Zeitumstellung abgeschafft wird. Ich könnte mir gut vorstellen, dauerhaft in der Sommerzeit zu leben, weil es für schöne Sommerabende einfach besser ist.“

Thomas Knoblich (63) Grimma, Verkaufsberater: Mit der Zeitumstellung habe ich jedes Mal Probleme, das gebe ich zu. Mein ganzes vegetatives Nervensystem steht dann für paar Tage Kopf. Deshalb wurde es Zeit, die Abschaffung durchzusetzen. Die eine Stunde mehr am Wochenende werde ich wohl auch bloß mit Arbeit verbringen, wir renovieren zu Hause gerade. Und dauerhaft könnte mir die Sommerzeit gefallen. Obwohl: Als Feuerwehrmann ist das egal, wenn die Sirenen rufen, muss es sofort losgehen, zu jeder Zeit.“

Katrin Wegner (49) Brandis, Kosmetikverkaufsberaterin: Eine ganze Stunde mehr am Wochenende, das ist toll. Und dieser zeitliche Mehrgewinn fließt natürlich in die Freizeit und Erholung. Letztmalig wahrscheinlich. Trotzdem bin ich über die Abschaffung der Zeitumstellung froh, weil sie mir Probleme gemacht hat, besonders beim Schlafen und mit der Ernährung. Zukünftig möchte ich die Sommerzeit haben, weil man dann die langen Abende eben besser nutzen und genießen kann.“

Auf Facebook beteiligten sich an der Umfrage „Zeitumstellung ja oder nein“ bis Redaktionsschluss 349 User. Die Mehrheit (299 Stimmen) spricht sich gegen die Umstellung aus. Die Facebook-Nutzer wünschen sich nur eine Uhrzeit für das ganze Jahr. Der weitaus kleinere Teil der Facebookgemeinde (50 Stimmen) findet es in Ordnung, dass die Zeiger der Uhr zwei Mal pro Jahr verstellt werden. Die Einteilung in Sommer- und Winterzeit sei schließlich sinnvoll, sagen sie.

Von Frank Schmidt

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