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Wurzen Zoff in Wurzen: Kleingärtner mischen die Fragestunde auf
Region Wurzen Zoff in Wurzen: Kleingärtner mischen die Fragestunde auf
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12:11 09.09.2016
Der Plenarsaal des Wurzener Stadtrates. Quelle: Andreas Röse
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Wurzen

Hinter den Kulissen brodelt es schon lange. Am Mittwochabend zur Stadtratssitzung brach der Konflikt zwischen dem Muldentaler Regionalverband (RV) der Kleingärtner und Oberbürgermeister Jörg Röglin (parteilos) ganz offen aus. So nutzte Verbandschef Frank Lichtenberger die parlamentarische Bürgerfragestunde, um das Stadtoberhaupt mit angeblichen Aussagen über seine Person und zu Ungereimtheiten bezüglich des jüngst vom RV vorgestellten Kleingartenentwicklungskonzeptes zu konfrontieren.

Demnach soll sich Röglin während eines Gespräches mit einem Präsidiumsmitglied abfällig und ehrverletzend geäußert haben. O-Ton: Lichtenberger hätte vom Kleingartenrecht und -konzept keine Ahnung und würde eh nichts zustande bringen. Zudem wolle die Stadtverwaltung ihr eigenes Konzept erstellen und zwar ohne den Regionalverband, zitierte Lichtenberger seine Quelle. Doch gerade im Auftrag der Kommune verfassten die Ehrenamtler des RV eine 53-seitiges Papier, fügte der 48-Jährige an. Trotz Bitte der Autoren lieferte Röglin nicht einmal eine Stellungnahme. „Warum lehnen sie die Zusammenarbeit mit dem RV ab?“, fragte Lichtenberger unter anderem in die verdutzte Runde der Mandatsträger mit Blick zum Podium. Eine Antwort vom Dienstherrn des Stadthauses erhielt er aber vorerst nicht. Vielmehr forderte Röglin ihn auf, die Fragen schriftlich einzureichen. Erst dann wolle er sie beantworten – genauso öffentlich wie die Vorwürfe. Gestern bekräftigte der RV-Chef noch einmal seine harsche Kritik vom Vortag und belegte seine Aussagen mit mehreren Schreiben, die der Regionalverband seit Jahresbeginn an Röglin sandte. Darin zeigte sich der Vorstand gleichfalls über die Vorgänge in der Kleingartenanlage Muldenaue und den von der Stadtverwaltung forcierten Bauvorhaben Liststraße überrascht. Muldenaue-Vereinsvorsitzender Steffen Göttlinger hatte nämlich im November 2015 vorm Technischen Ausschuss für die Idee geworben, in seiner Sparte Gärten freizulenken und dieses Areal in Höhe Liststraße der Stadt als Bauland zur Verfügung zu stellen. Bereits im Februar 2016 holte sich Stadtplaner Carl Rößler dafür den Segen des Parlaments. Allerdings, so Lichtenberger, sei der Verein als Unterpächter gar nicht berechtigt gewesen, in Verhandlungen mit der Stadt zu treten. „Vertragspartner laut Generalpachtvertrag sind der RV und die Stadt Wurzen.“ Darüber hinaus „teilten wir unsererseits Herrn Röglin in einem Brief vom 1. Dezember 2015 mit, dass dem Kleingartenverein Muldenaue sowie dem Kleingartenverein Am Doktorteich aufgrund schwerwiegender Rechtsverstöße die Verwaltungsverträge gekündigt und Klage erhoben wurden“.

Weitaus unaufgeregter ging es nach dem Überraschungsauftakt in der Ratstagung zu. Nach dem Ausscheiden von Stadträtin Steffi Ferl verpflichtete Röglin eine neue Abgeordnete – Steffi Kretzschmar. Die 33-jährige Volljuristin komplettiert als Nachfolgekandidatin nunmehr die vierköpfige SPD-Fraktion. In die zweite Reihe rückten außerdem Thomas Zittier von den „Bürger für Wurzen“ und Klaus Meißner (Linke). Beide gaben ihren Fraktionsvorsitz ab. Nachfolger sind Sabrina Ryborsch und Jens Kretzschmar.

Von Kai-Uwe Brandt

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