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Wurzen Neue Radwege für das Wurzener Land
Region Wurzen Neue Radwege für das Wurzener Land
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15:58 06.11.2018
Michael Zerbs von der Stadtverwaltung Wurzen macht sich für Radfahrer in der Region stark. Quelle: Haig Latchinian
Wurzen

Wenn das Rathaus zum Radhaus wird. Michael Zerbs von der Stadtverwaltung Wurzen nimmt es wörtlich und sein Fahrrad mit in die Amtsstube. Nicht um die Reinigungsfrau zu ärgern, sondern um keinen weiteren Sattel einzubüßen. Sein Drahtesel ist auch ganz friedlich, wiehert nicht wie der sonst viel zitierte Amtsschimmel. Als Mitarbeiter im Bauamt ist Zerbs zuständig für den Radverkehr in der Stadt, denkt jede Entscheidung auch für Radler mit und hat vor allem Pläne, viele Pläne.

Wurzener Land koordiniert seine Planungen

Das 52-jährige Mitglied im ADFC sucht das Gespräch mit den Bürgermeistern aus Wurzen, Bennewitz, Thallwitz und dem Lossatal. Sein Traum: Ein Wurzener-Land-Radweg! Dieser könnte alle touristischen Highlights miteinander verbinden. Ob Johannas Höh’ oder Waidmanns Heil, Fähre Dehnitz oder Steinarbeiterhaus, ob Kollauer Wehr oder Park Canitz – attraktive Ziele gebe es genug. Es sei vor allem eine Frage der Ausschilderung, denn genutzt würden bestehende Wege.

Die Infrastruktur für Radfahrer nimmt Gestalt an. Bei vielen Straßenbauprojekten wird begleitend ein Radweg eingeplant.

Ja, sicher, in holländischen Städten sei der Radfahrer längst König. In Wurzen sei er zumindest kein Bettelmann mehr, lacht Zerbs. An der Lüptitzer Straße, die für 1,7 Millionen Euro neu gebaut wurde, ist zum Beispiel ein Radweg entstanden. In der August-Fleischer-Straße, deren Decke man für 140 000 Euro erneuerte, können – dank Markierung – Radler neuerdings auch entgegen der Einbahn fahren. An der Kreisstraße flossen 260 000 Euro in den Radweg von Nemt nach Wurzen.

Damit nicht genug: Auch zwischen Lüptitz und Wurzen, zwischen Fähre Dehnitz und der Brücke über die Lache sowie vom Freibad bis zur Damaschkestraße sind entsprechende Routen asphaltiert. Der Bund spielte mit, investierte entlang der B 6 in den Radweg von Roitzsch nach Kornhain.

Nachbarn loben die Zusammenarbeit

Der Lossataler Bürgermeister Uwe Weigelt (SPD) lobt die Zusammenarbeit der vier Gemeinden: „Radwege machen an den Ortsgrenzen nicht halt, es geht nur zusammen. Ich freue mich, dass wir mit Michael Zerbs einen kompetenten Ansprechpartner gefunden haben. So wie schon in der Vergangenheit wird es auch künftig gemeinsame Projekte geben.“ Ähnlich sagt es Amtskollege Bernd Laqua (Bennewitz/parteilos). Thomas Pöge (Thallwitz/CDU) konkretisiert: „Es geht sicher weniger um den einen Wurzener-Land-Radweg als vielmehr um überregional abgestimmte Themenrouten.“

Auch innerorts sei man nicht untätig, sagt Michael Zerbs: „In der Franz-Mehring-Straße haben wir eine Parkbucht zugunsten von drei Fahrradbügeln geopfert. Ich bezeichne das immer als Modell Wurzen. Statt für ein Auto ist nun Platz für sechs Räder.“ So praktizierte man das auch vor dem Museum in der Domgasse. Mehr als 160 überdachte Fahrradständer gibt es am Bahnhof. Da sich dort Diebstähle häuften, werde der Ruf nach Kameraüberwachung lauter.

Projekte in Wurzen bis 2021 geplant

Zerbs, der schon auf Weser-, Ems- und Oderradweg gestrampelt ist, hat sich noch viel vorgenommen: „Bis 2021 wollen wir die Situation für Radler und Fußgänger in der Martin-Luther-Straße entkrampfen. 2019 möchten wir den Radweg zwischen Wurzen und Roitzsch angehen, bis 2020 zudem die Strecke Roitzsch-Körlitz – derzeit noch Acker.“ Der Feldweg zwischen Mühlbach und Kühren soll bis 2021 asphaltiert werden.

Fahrradläden ziehen mit. Um Touristen auch an Feier- und Sonntagen nicht im Regen stehen zu lassen, hat Händler Kay Becker in Bennewitz unmittelbar neben seinem Geschäft einen Schlauch-Automaten aufgestellt: „Der umgebaute Zigaretten-Automat kommt gut an. In der Woche werden im Schnitt vier Schläuche gezogen.“ Radler first! Am Markt will die Kommune demnächst eine Luftstation einrichten, eine Edelstahl-Luftpumpe mit Manometer. Am Stadthaus sollen weitere sichere Stellplätze her. Dann muss auch Michael Zerbs künftig sein Rad nicht mehr bis hoch in den zweiten Stock buckeln.

Von Haig Latchinian

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