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Auf der Kohle-Spur - Grenzenlos radeln auf der Vennbahn

Tourismus Auf der Kohle-Spur - Grenzenlos radeln auf der Vennbahn

Michael Josef Merten war ein weitsichtiger Mann: 1885 baut er am Bahnhof des kleinen Örtchens Lammersdorf seinen "Gasthof zur Eisenbahn" mit heizbaren Zimmern für Fremde.

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Er gilt als Vater der Vennbahnroute: Gilbert Perrin aus Brüssel.

Quelle: Bernd F. Meier

Sankt Vith. Und Gäste kamen tatsächlich zu Merten in das Eifeldorf, lobten die gute Luft und die schöne Landschaft.

Die Dampfzüge der Vennbahn brachten sie von Aachen hinauf zu den Eifelhöhen. Schon bald ratterten auch Züge mit Steinkohle aus dem Aachener Revier über den Gleisstrang. Sie fuhren weiter in Richtung Troisvierges in Luxemburg. Bis dato abgelegene kleine Städte in Ostbelgien - etwa Sankt Vith, Weywertz und Waimes - entwickelten sich zu wichtigen Eisenbahnstationen. Das ist Vergangenheit: Zwei Weltkriege und der wirtschaftliche Niedergang von Kohle und Stahl bedeuteten 1989 das endgültige Aus für die Bahntrasse.

Heute kommen Reisende mit dem Fahrrad nach Lammersdorf, wenn sie auf der

Route der alten Vennbahn unterwegs sind. Sie führt durch drei Länder und abwechslungsreiche Landschaften - von den Eifelhöhen über das einsame Hohe Venn bis zu grünen Flusstälern im Südosten Belgiens. Seit dem Frühjahr 2013 ist die Verbindung zwischen Aachen und Troisvierges durchgehend befahrbar. Die überwiegend asphaltierte Radwanderstrecke ist 125 Kilometer lang.

 

Gleich elfmal wechselt der Radweg auf nur 35 Kilometern bei Raeren, Roetgen und Konzen zwischen den beiden Ländern - Radeln ohne Grenzen hinauf in die Eifel. Zwei Prozent beträgt die durchschnittliche Steigung der Route. Der stetige Anstieg wird besonders bequem per E-Bike überwunden. 19 Verleihstationen gibt es an der Strecke. In drei Tagesetappen zwischen 49 und 32 Kilometern sind die meisten Radwanderer auf der Vennbahntrasse unterwegs: Aachen-Monschau, Monschau-Sankt Vith und Sankt Vith-Troisvierges.

Info-Tafeln entlang der Strecke erzählen von der Geschichte der Region. Doch auch Zeugen der Vergangenheit finden sich überall: Alte Stellwerke, die in Sourbrodt vor sich hinrosten. Drehscheiben, auf denen keine Lokomotive mehr gewendet wird. Das Brückenbauwerk von Born, 285 Meter lang und 18 Meter hoch, das schon 1945 ausgedient hatte - ein düsteres Relikt zweier Weltkriege, in denen die Eisenbahn Soldaten an die Front fuhr. Von Burg-Reuland aus lohnt der Abstecher durch das stille, grüne Ourtal zum Europadenkmal in Ouren. Dort treffen Belgien, Deutschland und Luxemburg aufeinander - in einem friedlichen Europa.

dpa

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