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"Bahnhöfe des Jahres": Wittenberg und Bayerisch Eisenstein

Tourismus "Bahnhöfe des Jahres": Wittenberg und Bayerisch Eisenstein

Sie bieten den Reisenden mehr als einen schnellen Kaffee am Bahnsteig: Die beiden Bahnhöfe des Jahres sind Attraktionen. Der eine ist brandneu, der andere hat fast 140 Jahre auf dem Buckel.

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Der Hauptbahnhof in der Wittenberg darf sich gemeinsam mit dem Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein im Bayerischen Wald mit dem Titel «Bahnhof des Jahres 2017» schmücken.

Quelle: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild

Berlin. Der neue Hauptbahnhof von Lutherstadt Wittenberg und der historische Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein tragen in diesem Jahr den Titel

"Bahnhof des Jahres". Eine Jury des Bahnlobby-Vereins Allianz pro Schiene vergab die Auszeichnung für die kundenfreundlichsten Bahnhöfe zum 14. Mal.

Im Jahr des Reformationsjubiläums wählte sie den Bahnhofsneubau in Wittenberg in Sachsen-Anhalt in der Kategorie "Alltagsmobilität" aus. Die Juroren würdigten die Station als "modernes, helles, einladendes Entree zu einem geschichtsträchtigen Ort". Ein Jahr nach dem Abriss des alten Empfangsgebäudes wurde der neue Bahnhof im Dezember 2016 eröffnet. Täglich halten dort 220 Züge.

Martin Luthers Prinzip der "innerweltlichen Askese" sei den Gestaltern wohl oberstes Prinzip gewesen: schnörkellos, aber mit Liebe zum Detail und "Offenheit zum Himmel hin". Die Beschilderung im Bahnhof sei vorbildlich. Überall werde der Reisende diskret, aber verständlich geleitet, lobte die Jury.

Als attraktivster "Tourismusbahnhof" wurde der monumentale Doppelbahnhof von Bayerisch Eisenstein im Bayerischen Wald prämiert. Ein Gebäudeflügel liegt auf tschechischem Gebiet, der andere in Deutschland. Es habe sich als Glücksfall erwiesen, dass die Deutsche Bahn ihren Teil 2006 an den Verein Naturpark Bayerischer Wald verkauft habe, stellte die Jury fest.

Der 1877/78 erbaute Bahnhof mit seinen fünf Etagen sei inzwischen selbst ein Ausflugsziel geworden: Dort gibt es ein Fledermausmuseum, ein Skimuseum, eine historische Ausstellung zum Bau der Bahnstrecke und eine Dokumentation über die Zeiten des Kalten Krieges. Im früheren Wartesaal der ersten Klasse ist ein Wirtshaus untergekommen.

Die Jury für den Wettbewerb besteht aus sieben Experten, darunter Vertreter des Fahrgastverbandes Pro Bahn, des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) und des Deutschen Bahnkunden-Verbands (DBV).

dpa

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