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Burg aus der Bronzezeit - uralte Balken bei Wittenberg entdeckt

Burg aus der Bronzezeit - uralte Balken bei Wittenberg entdeckt

Ein polnisch-deutsches Grabungsteam hat sechs mächtige Balken einer rund 3000 Jahre alten Burg aus der Bronzezeit in Kemberg (Landkreis Wittenberg) entdeckt. „In dieser Menge und Massivität ist das bislang einmalig in Deutschland“, sagte Forschungsleiter Louis D.

Kemberg. Nebelsick von der Universität Warschau am Donnerstag auf der Grabungsfläche.

„Die rund zwei Meter langen Balken waren Teil des Burgwalls und sind nach dem Untergang dieser befestigten Siedlung in den sumpfigen Untergrund gerutscht. So wurden sie bis heute konserviert.“ Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt spricht von einer der bedeutendsten vorgeschichtlichen Burgen Mitteldeutschlands. „Auf dem 1,5 Hektar großen Burggelände lebten etwa 1500 Menschen“, sagte Nebelsick. Von der vorgeschichtlichen Burg sei jetzt nur noch der äußere umgrenzende Wall zu sehen.

Die Hölzer waren als Palisaden dicht zusammengefügt und mit Lehm verschmiert worden. „Von den Balken werden Proben genommen, um damit das genaue Alter der Burg zu analysieren“, sagte Nebelsick. Deutsche und polnische Studenten gruben auf dem Gelände drei Wochen lang gemeinsam und förderten rund 2000 Funde aus der späten Bronze- und frühen Eisenzeit vor 3200 bis 2500 Jahren sowie aus dem 16. Jahrhundert zutage. „Darunter befinden sich Keramikfunde aus der Bronzezeit, teilweise mit einem Radkreuz verziert“, sagte Archäologin Norma Literski-Henkel. Aus der Lutherzeit wurden neben Scherben von Haushaltstöpferwaren auch Reste von reich verzierten Ofenkacheln geborgen. Archäologe Nebelsick vermutet, dass die Burg ein Zentrum an einem wichtigen Verkehrsweg war, von wo aus der Reichtum der an Salz und Kupfer reichen Region kontrolliert und verteidigt wurde.

„Grabungsschichten mit verkohltem Holz deuten auf kriegerische Auseinandersetzungen und ein gewaltsames Ende der Burg hin.“ Bereits bei einer früheren Rettungsgrabung in den Jahren 2009/2010 an der Kemberger Burg wurden in einem kleinen Grabungsschnitt erste erhaltene Holzstrukturen entdeckt, ohne dass diese jedoch näher gedeutet werden konnten. Um den Befund genauer zu untersuchen, wurde das polnisch-deutsche Kooperationsprojekt mit 15 Wissenschaftlern und Studenten aus Polen und der Universität Halle gestartet.

dpa

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