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Letzte Exponate wieder im sorbischen Museum auf der Ortenburg

Bautzen Letzte Exponate wieder im sorbischen Museum auf der Ortenburg

Nach fast 75 Jahren hat die Odyssee ein Ende: Die letzten 37 Exponate aus dem einstigen Wendischen Museum wurden am Dienstag vom Bautzener Stadtmuseum an die sorbische Wissenschaftsvereinigung „Macica Serbska“ zurückgeben.

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Bautzen. Nach fast 75 Jahren hat die Odyssee ein Ende: Die letzten 37 Exponate aus dem einstigen Wendischen Museum wurden am Dienstag vom Bautzener Stadtmuseum an die sorbische Wissenschaftsvereinigung „Macica Serbska“ zurückgeben. Wie ihr Vorsitzender Jan Mahling sagte, erhalten die Trachten, Trachtenpuppen und anderen Objekte nun ihren Platz im Sorbischen Museum auf der Ortenburg in Bautzen. Die „Macica Serbska“ und ihr Museum am Lauengraben waren 1941 von den Nationalsozialisten enteignet und das Haus in den letzten Kriegstagen in Brand gesteckt worden. Die Exponate gingen nach der Beschlagnahmung an das Stadtmuseum Bautzen. Etwa 3000 Objekte wechselten so unrechtmäßig den Besitzer.

Die sorbische Wissenschaftsvereinigung hatte das Wendische Museum 1904 gegründet. „Alle Schenkungen wurden damals in der Zeitschrift des Vereins veröffentlicht. Daher können wir gut nachvollziehen, was fehlt“, sagte Jan Mahling. Museumsleiterin Christina Bogusz schätzt, dass in den vergangenen Jahren etwa 70 Prozent des Altbestands in ihrem Haus katalogisiert worden seien. Die Provenienzforschung begannen viele Museen erst nach der Wende 1989. „Wir sind froh, dass alles wieder an seinem vorgesehenen Platz ist. Jetzt werden wir wahrscheinlich nur noch zufällig auf Exponate mit der Inventarnummer 8700 stoßen“, sagte Museumsmitarbeiterin Ulrike Telek. Diese Zahlenkombinationen stammten alle aus der Macica Serbska-Sammlung.  Mit Verboten, Repressionen und Diskriminierungen war zu Zeiten des Nationalsozialismus die sorbische Identität, Sprache und Kultur unterdrückt worden. Ab 1935 durfte es keine sorbischen Kirchengemeinden mehr geben, in der Schule nicht mehr Sorbisch gesprochen werden. Außerdem erhielten die sorbischen Dörfer ausschließlich deutsche Bezeichnungen.

dpa

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