Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Mehr als 900 Besucher entdecken Wurzener Kleinod bei LVZ-Schlössertour

Mehr als 900 Besucher entdecken Wurzener Kleinod bei LVZ-Schlössertour

Vor Wurzen wurd'sem schlecht. Hinter Wurzen wurd'sem wieder besser - die Wurzener selbst sind diejenigen, die mit Humor dafür sorgen, dass die volkstümliche Abwandlung eines Goethezitates nicht in Vergessenheit gerät.

Voriger Artikel
Mutige Brüder auf Schloss Wurzen
Nächster Artikel
Wie Phönix aus der Asche

Schlossherr Ronny Wedekind im Kostüm des Herolds (r.) gewährte den Besuchern Einblicke in Gemäuer und Geschichte des Wurzener Schlosses.

Quelle: Dirk Knofe

Wurzen. Der nämlich weilte nicht selten in der Stadt an der Mulde und haderte damals ein wenig mit den langen Wartezeiten an der Fähre. Die hatten die Teilnehmer der Schlössertour nicht zu befürchten.

Über die schmucke Muldebrücke rollten sie ohne Hindernisse in die Ringelnatz-Stadt ein und stellten erstaunt fest, dass es in Wurzen einiges zu entdecken gibt. Die Kekstürme ja, die habe man gekannt. Auch hätten wohl die anderen Häuserspitzen gegrüßt. Doch die waren bei flüchtiger Betrachtung eher Kirchen zugeordnet worden. Doch die Schlössertour füllte Wissenslücken nicht nur grob. Denn Schlossherr Ronny Wedekind lud die Besucher zu einer Reise in die Geschichte des Hauses ein.

php1067915368201005031123.jpg

Wurzen. Vor Wurzen wurd'sem schlecht. Hinter Wurzen wurd'sem wieder besser - die Wurzener selbst sind diejenigen, die mit Humor dafür sorgen, dass die volkstümliche Abwandlung eines Goethezitates nicht in Vergessenheit gerät. Der nämlich weilte nicht selten in der Stadt an der Mulde und haderte damals ein wenig mit den langen Wartezeiten an der Fähre.

Zur Bildergalerie

Im Kostüm des Herolds führte er am Wochenende 923 Neugierige durchs historische Gemäuer. Und hier gab es für die Gäste wiederum Anlass zu staunen. Wurzen, das kleine Städtchen, eine Residenz? Wurzen, als Hauptstadt der Region? "Ja, so war es", erklärte Ronny Wedekind. Bischof Johann VI. von Salhausen hatte es 1491 bis 1497 unter Leitung des Baumeisters Arnold von Westfalen erbauen lassen. "Nun können Sie mir ja kommen mit Schlössern, deren Bau um 1200 liegt", hebelte Wedekind mögliche Zweifel ob des Status' "ältestes Schloss im deutschsprachigen Raum" im Vorfeld aus. "Andere Schlösser der Region, wie Püchau, das Jahrhunderte vor Wurzen entstand, waren zuvor eine Burg. Hier haben wir aber den Fall, dass das Wurzener Schloss das erste ist, welches wirklich als Schloss und damit als Wohn- und Regierungssitz konzipiert wurde", ging er ins Detail. Johann von Salhausen habe hier gelebt und von hier aus die Geschicke des Meißner Landes geleitet. "Deshalb haben wir in Wurzen auch einen Dom. Immer dort, wo der Bischof seinen Sitz hat, wird die Kirche zum Dom. Mit Größe hat das also gar nichts zu tun", verwies Ronny Wedekind humorvoll auf das Nachbargebäude und regte die Gäste an, sich auf jeden Fall auch dieses anzuschauen.

"Ganz fremd ist mir Wurzen zwar nicht. Meine Vorfahren stammen von hier. Im Schloss aber war ich noch nicht. Es ist interessant, das alles zu hören", erzählte Ruth Willow aus Leipzig. Sie und ihr Mann seien begeistert von der Schlössertour und nehmen teil, wann immer sie können. Eine andere Leipzigerin gestand: "Ich war schon mal hier. Das ist Jahre her und da war ich entsetzt, wie das aussah." Jetzt aber sei es wunderbar, lobte sie. Die Wedekinds hätten dem Haus sein Gesicht wiedergegeben. Das Schloss sei ein Kleinod. Unvorstellbar, welcher Einsatz hier geleistet wurde.

"Wir haben das Haus möbliert übernommen. Da war alles da. Schränke, Tische, Stühle. Nur eben nichts Historisches", verwies Ronny Wedekind darauf, dass sich im Schloss bis in die Wendezeit das Polizeirevier befand. Stück um Stück setzen die Schlossherren seit 2002 aber nicht nur die baulichen Besonderheiten des Hauses, wie die herrlichen Netzgewölbedecken, in Szene. Sie sorgten auch für passendes Inventar. Teils gekauft, teils Handarbeit, bilden sie den richtigen Rahmen für Besucher, die einfach mal vorbeischauen, und für Gäste von Veranstaltungen, Hotels und Gastronomie.

Conny Hanspach

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Reisenews
  • Regionalverband Thüringer Wald
    Regionalverband Thüringer Wald

    Entdecken Sie Deutschlands ältesten, bekanntesten und beliebtesten Höhenwanderweg, den RENNSTEIG und genießen Sie in unverwechselbarer Natur im Thü... mehr

Leserreisen

Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das Richtige. mehr