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Museen zeigen Schätze im Internet - Digitalisierung dauert noch Jahre

Schloss Friedenstein Museen zeigen Schätze im Internet - Digitalisierung dauert noch Jahre

Fast 11 000 Schätze aus 99 Thüringer Museen sind derzeit im Internet-Portal des Museumsverbandes zu sehen.

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Quelle: dpa

Gotha. Fast 11 000 Schätze aus 99 Thüringer Museen sind derzeit im Internet-Portal des Museumsverbandes zu sehen. Abgüsse antiker Skulpturen aus dem Sammlungen der Universität Jena werden unter www.thueringen.de ebenso präsentiert wie Keramikkrüge aus dem Werratalmuseum Gerstungen und hauchdünne Gläser aus dem Museum in Lauscha. Verbandsgeschäftsführer Holger Nowak schätzt, dass die Thüringer Sammlungen rund 4,5 Millionen Objekte umfassen.  „Die Dunkelziffer liegt darüber, zumal laufend neue Objekte hinzukommen.“

Das Digitalisieren der Obejkte sei aufwendig und personalintensiv - und „dauert noch Jahrzehnte“. Das bestätigt in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur die Klassik Stiftung Weimar und die Stiftung Schloss Friedenstein, die eigene Programme haben.  Die Klassik Stiftung habe die Aufgabe, das digitale Archiv ihres kulturellen Erbes aufzubauen, sagt der Direktor der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Michael Knoche. „Vieles, wie der Briefwechsel zwischen Goethe und Schiller,kann schon im digitalen Original gelesen werden.“ Die Museen hätten 25 000 Objekte digitalisiert, von denen noch nicht alle im Internet stünden. Zu den Fotos müssten die Wissenschaftler die genauen  Beschreibungen hinzufügen. „Viel Arbeit“.  Die Bibliothek besitze rund eine Million Bücher, etwa 20 000 davon seien digitalisiert, zwischen 7000 und 8000 stünden im Netz. „Gerade haben wir die weltweit größte Faust-Sammlung digitalisiert“, meint Knoche. Längst nicht alles wollen und können die Weimarer digitalisieren. Dazu sei der Aufwand zu groß: Bei einem Buch muss jede Seite digitalisiert und zur Orientierung für den Leser mit Zusatzinformationen versehen werden.

Die Bibliothek spreche sich auch weltweit mit anderen Einrichtungen ab, damit nicht doppelt gearbeitet werde.  Während die Klassik Stiftung das Geld für Projekte zumeist von der Deutschen Forschungsgemeinschaft bekommt, haben die Stiftung Schloss Friedenstein und der Museumsverband größere Probleme, Geld aufzutreiben. Die Friedenstein-Stiftung muss die Arbeiten aus dem eigenen Haushalt bestreiten, der Museumsverband ist jährlich auf Fördermittel vom Land angewiesen.  „Wir möchten nach all den Jahren zur Sicherheit gern in eine institutionelle Förderung kommen“, sagt Geschäftsführer Nowak. „Das Projekt nach den 1990er Jahren ein zweites Mal zu stoppen, wäre Wahnsinn. Die Zukunft liegt in der Digitalisierung“. Der Service ist für Mitgliedsmuseen kostenlos. Die bedeutendsten Objekte werden - wie auch die der Stiftungen - in die Deutsche Digitale Bibliothek und das EU-Projekt Europeana  eingespeist.  Die Museen und Sammlungen von Schloss Friedenstein haben mehrere hunderttausend Objekte - vom letzten Käfer, Uniformteilen, wertvollen Porzellanen bis zu Gemälden alter Meister, wie Thomas Fuchs, stellvertretender Direktor des Referats Sammlungen und Restaurierung, sagt.  83 000 davon seien in der Datenbank erfasst. Viele Stücke wurden in jüngster Zeit vor dem Umzug in ein neues Depotgebäude fotografiert.  Ins Internet gestellt werden demnächst ausgewählte Beispiele der etwa 700 Flugblätter aus der Reformationszeit. Sie waren im 16. Jahrhundert das Medium, um Informationen schnell zu verbreiten. „Wir hatten das Glück, die empfindlichen Blätter für ein Forschungsprojekt auf Hochleistungsscannern der Forschungsbibliothek digitalisieren zu können, die mit uns im Schloss sitzt.“  Der Transportweg sei so nur wenige Dutzend Meter lang gewesen, was Zeit und Kosten gespart habe. Der kommentierte Hochglanz-Katalog komme bald in den Handel.  Im Vergleich zu Schriften sind dreidimensionale Objekte viel aufwendiger elektronisch zu speichern, erzählt Stephan Jäger. Er digitalisiert im Museumsverband mit zwei Kollegen kleine Münzen oder tonnenschwere Skulpturen. Mit hochwertigen Spiegelreflexkameras, Scannern, Stativen, Lichtzelt und sogar einem kleinen Baugerüst fahren sie in die Museen, um die Bestände zu erfassen.  Ins Internet gestellt, können sich Besucher, Schüler und Wissenschaftler einen Überblick über die musealen Schätze Thüringens verschaffen. Das Projektteam erfasst auch alte Karteikarten und die Daten ausgemusterter Rechner, deren Nutzer in Rente gegangen sind. „Damit wollen wir sichern, dass deren Wissen nicht verloren geht, zumal viele Museen heute von Ehrenamtlichen geführt werden.“

dpa

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