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Neue LVZ-Serie: Die Hüter der Schlösser

Neue LVZ-Serie: Die Hüter der Schlösser

Tausende Leser reisten im vergangenen Geld nach Ermlitz und Börln, nach Thammenhain und Wiederoda. Und staunten. „Wir sind  sehr davon angetan, die Häuser und ihre Besitzer so individuell kennenzulernen“, sagte beispielsweise eine Besucherin in Thammenhain.

Leipzig.   Denn die Schlossbesitzer sind keine Millionäre, haben keine Yacht in der Karibik, wohl aber Sinn für die Gemeinschaft und die Historie –  Anwälte, Ärzte, Ingenieure, Künstler und auch Geschäftsleute. Über 40 Mitglieder gehören mittlerweile zum Verein privater Denkmaleigentümer in Sachsen. Der hat sich auf die Fahnen geschrieben, historische Baudenkmäler auf dem Lande – Schlösser, Burgen, Herrenhäuser – als  Kunstdenkmäler, Geschichtszeugnisse und landschaftgestaltende Schwerpunkte zu erhalten und zu schützen. Mit anderen Worten: Ein Stück  Heimatgeschichte zu pflegen.

Viele der Häuser haben zu DDR-Zeiten als Bürgermeisterbüro, Kindergarten, Konsum, Schule, Altenheim oder  sogar als Stall für die ortsansässige LPG gedient. Der Zustand nach der Wende war dementsprechend. Zum Teil sind gerademal Dächer  gedeckt und Fenster abgedichtet. Die komplette Instandsetzung solcher Gebäude wird mitunter mehrere Generationen beschäftigen – ein  Problem, das nicht in allen Familien einfach so akzeptiert wird. Eines aber ist diesen Bauwerken eigen: Geschichtsträchtigkeit und mitunter  auch schon wieder etwas Flair. Die neuen Schlossherren bemühen sich mit Akribie und noch mehr Idealismus, den Originalzustand wieder  herzustellen, übertünchte Malereien freizulegen und versiegelte Flächen zu öffnen. Fördermittel fließen spärlich oder gar nicht. Dennoch sind  viele Schlösser und Gutshäuser nicht nur als architektonische Kleinode zum Zentrum eines ganzen Landstrichs geworden, die neuen Schlossherren beeinflussen auch das gesellschaftliche Leben durch Vorträge, Konzerte, Theaterabende und Seminare. Und: Sie helfen, aus  DDR-Zeiten resultierende Vorurteile abzubauen.

Mittlerweile nimmt sich auch der Freistaat des Themas an. Bei einem Treffen mit Mitgliedern  des Vereins privater Denkmaleigentümer, würdigte Staatskanzleiminister Johannes Beermann (CDU) das Engagement der privaten Besitzer  von Schlössern und Herrenhäusern ausdrücklich. Er machte laut Staatskanzlei deutlich, „dass ihre Bemühungen sehr wohl gesehen werden  und ihre Wichtigkeit und Bedeutung für die sächsische Kulturlandschaft auch von der Staatsregierung anerkannt wird“. Die neue Schlössertour  ührt ab 25. April vom vor den Toren Leipzigs gelegenen Schloss in Güldengossa bis hin nach Schloss Milkel bei Bautzen und  Gut Neumark bei Zwickau. Diese Zeitung stellt in den kommenden zehn Wochen auf der Sachsenseite zehn Schlossherrenfamilien, ihr  Schicksal und ihre Häuser vor. Leser können dann am jeweils folgenden Sonnabend oder Sonntag die Häuser selbst in Augenschein nehmen. Auch darüber wird diese Zeitung ausführlich berichten.

Roland Herold

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