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Private Einblicke: Palucca Tanzschule Dresden zeigt Dokumente der Tänzerin

Private Einblicke: Palucca Tanzschule Dresden zeigt Dokumente der Tänzerin

Annelies Dölitzsch war so etwas wie die gute Seele im Leben von Gret Palucca (1902-1993). 16 Jahre führte sie den Dresdner Haushalt der berühmten Tänzerin und Tanzpädagogin, die nur „Palucca“ genannt werden wollte.

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Proben an der Palucca-Schule in Dresden.

Quelle: Bettina Stöß

Dresden. Dölitzsch kochte das Mittagessen und hielt die Wohnung in Schuss. Und nebenbei sammelte sie alles, was über Palucca in Zeitungen und Zeitschriften erschien. Da die Künstlerin persönliche Dinge gern weiterverschenkte, landeten bei der Haushälterin auch private Dinge Paluccas, darunter ein Buch, das ihr der sowjetisch-armenische Komponist Aram Chatschaturjan (1903-1978) schenkte und mit einer Widmung versah. Seit kurzem ist all das im Besitz der Tanzhochschule.

Tochter und Schwiegersohn von Annelies Dölitzsch übergaben das Material und machten es so der Öffentlichkeit zugänglich. An diesem Samstag wird es beim Tag der offenen Tür erstmals gezeigt. An ein Palucca-Museum denkt die nach ihr benannte Hochschule zwar nicht. „Wir haben aber ein Palucca-Archiv, dem führen wir die wunderbaren Dinge zu“, sagt Sprecherin Eileen Mägel. Zu passender Gelegenheit wolle man die Dokumente auch auf einer Ausstellung präsentieren. 2015 und 2018 stehen bei Palucca Jubiläen an. 2015 jährt sich die Gründung der Schule zum 90. Mal, 2018 hat Palucca ihren 25. Todestag.

Annelies Dölitzsch starb vor fünf Jahren im Alter von 91, dennoch blieben persönliche Erinnerungen an Palucca erhalten. Denn Horst Müller, der Schwiegersohn von Dölitzsch, kannte Palucca auch gut. Oft hatte er mit seiner Frau die Tänzerin in Dresden oder in deren Ferienhaus auf der Insel Hiddensee besucht. Palucca entwickelte eine Beziehung zu den beiden Söhnen der Familie. „Sie war sehr freundlich und umgänglich mit den Kindern“, berichtet Müller. Aber auch die „strengen Seiten“ der Palucca lernte der heute 78-Jährige kennen. Denn wenn mit ihren Hunden etwas schief ging, konnte die Tänzerin recht deutlich auftreten.

„Ich durfte Zwergschnauzer Karlchen im Großen Garten an der Leine führen. Das war ja schon eine hohe Ehre“, erinnert sich Müller. Als sich Karlchen aber einmal in der Leine verhedderte, herrschte Palucca den Mann an: „Geben Sie das Tier her.“ Später auf Hiddensee wurde Müller noch einmal angezählt, als Palucca ihr Hündchen von einem größeren Artgenossen bedroht sah. Bei Spaziergängen im Großen Garten von Dresden sei die Künstlerin immer ehrerbietig gegrüßt worden: „Und wenn ich mit dem Hund allein unterwegs war, wurde ich gegrüßt - oder vielleicht eher der Hund. Denn der war bei vielen Dresdnern bekannt.“

Die Mitbegründerin des modernen Ausdruckstanzens bleibt den Bewohnern der sächsichen Hauptstadt unvergessen. Ihre Schule ist heute die einzige eigenständige Hochschule für Tanz in Deutschland. Studierende aus 25 Ländern sind ein Beleg dafür, dass der Name Palucca auch weit über die Grenzen des Freitstaats bekannt ist.

Jörg Schurig, dpa

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