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Rund 500 Besucher wandern durch die Gebäude des Ritterguts Ehrenberg

Rund 500 Besucher wandern durch die Gebäude des Ritterguts Ehrenberg

Vom Schloss Ehrenberg ist schon seit 1948 nichts mehr zu sehen. Trotzdem kommen rund 500 Interessierte und schauen im Rahmen der Schlössertour der Leipziger Volkszeitung hinter die Mauern der noch stehenden Gebäude.

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Schlossserie - Rittergut Ehrenberg: Pier Giorgio Furlan und seinen Darstellernim Schloß

Quelle: Wolfgang Sens

Ehrenberg. Das alles hier gehörte früher mal zur Burg Kriebstein“, erzählt Hans Schaper. Er steht auf einer Trockenmauer und scharrt die zahlreichen Besucher um sich. Sie strömen aus der Galerie geradewegs in die Arme des Mannes, der die leidvolle Geschichte des Anwesens aufdröselt. „Es ist wirklich schade, dass nichts mehr vom Schloss zu sehen ist“, sagt Helmut Horbas aus Oschatz und hält weiter mit seiner Handykamera alles im Bild fest.

Hinter den kurz geschnittenen Koniferen stehen Puppen gekleidet in die Kostüme, die die Mitglieder des Vereins Centro Arte Monte Onore anfertigten, die auf dem Rittergut Ehrenberg heimisch sind. „Mutti schau nur hier“, sagt Uta Iffenbach aus Leipzig und zupft einer älteren Dame am Jackenärmel. „Die herrlichen Puppen“, entgegnet ihr ihre Mutter und kann dabei ihren Blick gar nicht von den bunt gekleideten Figuren abwenden. Hausherr Pier Giorgio Furlan erklärt wie die Kostüme geschneidert werden, wieviele Stunden er mit seinen Vereinsmitgliedern in der Schneiderei zubringt und wie die Masken nach venezianischem Vorbild gefertigt werden. Der Mann mit den zum Zopf gebundenen schwarzen Haaren und dem Vollbart ist Italiener. Mit seinen lebhaften Geschichten und seinem charmanten italienischen Akzent hat er die Aufmerksamkeit seiner Gäste binnen weniger Sekunden eingefangen. Er führt die zahlreichen Besucher durch seine Galerieräume, die in einem ehemaligen Nebengebäude des Schlosses entstanden sind. Die alten Dielen knarren, wenn sich die Besucher, wie der Lindwurm, einen Weg durch die engen und geschichtsträchtigen Räume bahnen. Furlan lenkt die Blicke auf alte Fachwerkwände, die wieder herausgearbeitet wurden. Er erklärt haarklein, wie die Vereinsmitglieder mit den Kostümen, die zu Hauf aufgestellt sind, auftreten. „Es ist schon schön zu sehen, was hier entstanden ist“, sagt Helmut Horbas, der weiter mit seinem Handy fotografiert. Furlan, der es gewohnt ist nach Aufführen mit dem Verein Applaus zu bekommen, erhält diesmal Beifall nach seiner Führung.

Hans Schaper erklärt danach, dass die alten Steine des Schlosses von den Neubauern verwendet wurden, um die eigenen Häuser aufzubauen. „Das Schloss wurde geplündert“, so Schaper. Er lockt die Besucher durch das kleine Museum, das mit Jahreszahlen gespickt ist, ehemalige Schlossherren und die einstige Pracht zeigt. „Haben Sie noch etwas mit den restlichen alten Gebäuden vor?“, fragt ein groß aufgeschossener Mann mittleren Alters. Dafür fehle einfach das Geld, erklärt Schaper. „Es ist ja als Rittergut angekündigt. Deshalb war uns schon klar, was uns hier erwartet“, sagt Christine Holz, die mit ihrem Ehemann Hans aus Leipzig anreist. Nicht zum ersten Mal sind sie bei der Schlössertour dabei. „Wir haben schon verschiedene andere Schlösser angesehen“, berichtet die Leipzigerin. „Es ist wirklich Schade, dass hier nicht mehr so viel steht“, fügt Franziska Weißler aus Grimma an. Trotzdem habe sich der Besuch gelohnt.

„Ich bin wirklich erstaunt wie viele Besucher gekommen sind. Die Schlössertour ist wirklich eine herrliche Erfindung der Leipziger Volkszeitung“, sagt Furlan und muss sich schon wieder um die nächste Besucherführung kümmern.

Heiko Stets

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Von Redakteur Heiko Stets

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