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Schloss-Serie: 800 Besucher kommen nach Markkleeberg

Schloss-Serie: 800 Besucher kommen nach Markkleeberg

Die Soldaten lagern schon am Torhaus, einige tragen ihre Uniformen, andere haben es sich auf den Bänken gemütlich gemacht. Schon vor dem Eintritt ins Schloss bemerkten gestern die mehr als 800 Besucher im Markkleeberger Schloss und Torhaus: Hier wird Geschichte lebendig.

Markkleeberg. Dort, wo einst die Zugbrücke über den Wassergraben herabgelassen wurde, warten die Besucher am Tag der offenen Tür auf Zutritt zum Schloss. Fast stündlich holt Besitzer Wolfgang Gerlach die Neugierigen ab und gewährt ihnen Einblick in das alte Gemäuer, dass 1190 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde. Bero de Cleeberg, der Namensgeber der Stadt Markkleeberg, richtete sich hier ein, wo jetzt das Kultur- und Umweltzentrum Raum gefunden hat, Sohn Joachim Gerlach wohnt, kulturelle Veranstaltungen abgehalten werden, weitere zwei Wohnungen vermietet sind,und im Torhaus der Förderverein seinen Sitz hat. Ein Museum zur Völkerschlacht sowie eine Heimatstube laden ebenfalls zum historischen Streifzug ein.

Was den Besucher am meisten unter den Nägeln brennt: Wie sah es denn früher hier aus? „Früher“ ist allerdings schwierig - das Anwesen wurde mit den Wechseln seiner Besitzer stets unterschiedlich genutzt. So war es zum Beispiel Versuchsgut der Universität, Kinderkrankenhaus sowie ein Alten- und Pflegeheim. Gerlach erzählt: „Als wir in manche Räume gekommen sind, war hier Linoleumboden. Dann haben wir festgestellt, dass es zum Teil sogar sechs Schichten dieses Belags waren. Darunter war der alte Holzboden, auf dem Sie jetzt stehen.“ Und wo einst die feinen Damen ihr Kaffeekränzchen abhielten, befindet sich jetzt unter anderem eine Sammlung historischer Waffen aus der Völkerschlacht. „Die Bediensteten sind hier übrigens durch die kleine Tür hereingekommen, die hohen Türen waren den Herrschaften vorbehalten gewesen“, erfahren die Besucher. Man habe versucht, alles denkmalgerecht zu sanieren. Historische Spektakel sorgen zusätzlich für erlebbare Geschichte.

Angestellte gibt es heute keine mehr, Besitzer und Förderverein pflegen das Areal mit viel Liebe zum Detail - auch um die zahlreichen Rhododendrensorten im Park kümmert sich Gerlach. „Unsere Familie und die Vereine stecken hier ihre ganze Freizeit hinein. Das nächste historische Spektakel wird eine Reise zu einer Veranstaltung nach Waterloo sein, das nächste botanische Projekt, das bald fertig ist, ist die Orangerie“, erklärt Gerlach. Ereignisse rund um das Schloss und in der Kirche, wo Frau Angelika die Besucher empfängt, seien schon bis 2013 geplant. „Hier war immer unsere Heimat und die wollen wir  erhalten“, so Gerlach.

Er ist stolz, dass das Anwesen nach Enteignungen nun wieder in Familienbesitz ist. Angelika Gerlachs Großvater hat es einst gehört. Als das Ehepaar 1996 zunächst das Torhaus und 2000 das heruntergekommene Schloss kauften, habe sie so manch’ einer als Spinner betitelt. Heute sagen die Leute: „Wunderschön, wie es hier aussieht.“

Magdalena Fröhlich

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