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Wellness statt Reha - Sachsens Kurorte setzen auf Wohlfühl-Angebote

Erholung Wellness statt Reha - Sachsens Kurorte setzen auf Wohlfühl-Angebote

Am 18. September soll in Bad Elster (Vogtlandkreis) die neue Soletherme eröffnet werden. 

Quelle: Archiv

Bad Elster. Sachsens Kurorte haben vermehrt zahlungskräftige Privatkunden im Visier. „Der Gesundheitstourismus boomt“, sagte der Präsident des Sächsischen Heilbäderverbandes, Karl-Ludwig Resch, der Deutschen Presse-Agentur. Vor allem Angebote, die individuell auf die Bedürfnisse der Gäste eingehen und sich positiv auf deren Wohlbefinden auswirkten, lohnten. Damit könnte das derzeit größte Tourismusprojekt des Landes im Trend liegen: Am 18. September soll in Bad Elster (Vogtlandkreis) die neue Soletherme eröffnet werden. 

Die Sächsische Staatsbäder GmbH investierte 19 Millionen Euro in insgesamt drei Salzbecken und vier Saunen. Dank 4500 hinzugewonnener Quadratmeter können sich dort künftig maximal 1600 statt bisher 1000 Tagesgäste tummeln. „Der Höhepunkt ist der Salzsee mit der höchsten Solekonzentration, die technisch im Innenbereich möglich ist“, erläuterte Resch, der das Deutsche Institut für Gesundheitsforschung in dem Kurort leitet.  Der 15-prozentige Salzgehalt ermögliche „ein Schweben wie im Toten Meer“. Neben den medizinischen Heilmitteln - Moor, Radon und Quellen - wird die mit den Schlagworten „Kraft, Glück und Schönheit“ beworbene Soletherme für jedermann zugänglich sein. 2016 wird ein Hotel hinzukommen - mit einem Bademantel-Gang in den Bäderbereich. „Private Wellness-Angebote sind im Aufwind“, bestätigte auch der Geschäftsführer des Sächsischen Heilbäderverbandes, Helfried Böhme. 

Der Gesundheitstourismus sei sehr zukunftsträchtig und garantiere langfristiges Wachstum, während die Zahl der von den Krankenkassen finanzierten ambulanten Kuren drastisch zurückgegangen sei. Sie mache nur noch zehn Prozent des Umsatzes der Kurorte aus. Investoren entschieden sich daher für Projekte, die wirtschaftlichen Erfolg versprächen, sagte Steffen Matthias von der Kurgesellschaft in Bad Schlema (Erzgebirgskreis). In dem Ort gibt es 400 ambulante Kassen-Kurgäste jährlich. „Radon hat sich als natürliches Heilmittel vor allem bei Rheumaerkrankungen bewährt“, sagte Matthias. Das Edelgas Radon wird in Wannenbädern und Trinkkuren verwendet, inhaliert und bei chronischen Schmerzpatienten sowie Einschränkungen des Bewegungsapparates eingesetzt.  Insgesamt 160 Mitarbeiter gehören zur Schlemaer Kurgesellschaft. Ihre größte „Kundschaft“ machen mittlerweile rund 1800 private zahlende Gäste, die eher Wellness- und Saunalandschaft schätzten.  Für den Geschäftsführer des Kur- und Gesundheitszentrums im Kurbad Warmbad (Erzgebirgskreis), Kurt Hinkel, sind das Modewort Wellness  ebenso wie der Begriff Gesundheitstourismus nur schwer fassbar. „Ein Kurort ist für beide Gruppen da: die mit ernsthaften Erkrankungen und die, die sich etwas Gutes tun möchten“, sagte er. Hinkel plädiert für eine zielgerichtete Arbeit im hart umkämpften Gesundheitsmarkt. „Gäste wollen Ergebnisse sehen, wenn sie dafür bezahlen, das wird unser Anspruch für die Zukunft sein.“

dpa

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