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"Wenn Sie niemanden sehen wollen" - Ruhe in der Altmark

Tourismus "Wenn Sie niemanden sehen wollen" - Ruhe in der Altmark

Die Altmark ist nicht gerade eine aufstrebende Region, viele Menschen ziehen weg. Die Tourismuswirtschaft macht aus der Not eine Tugend - und wirbt mit Ruhe und Einsamkeit. Das soll Urlauber auf der Suche nach Erholung anlocken. Ob das funktioniert? Ein Versuch vor Ort.

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Die Altmark ist eine ruhige Gegend - fast schon zu ruhig, denn schließlich ziehen viele Menschen weg. Die Touristiker werben nun mit Einsamkeit und Erholung. Tatsächlich gibt es in der Region aber auch einiges zu entdecken.

Quelle: dpa-infografik

Arendsee/Havelberg. Der schönste Strand der

Altmark - und kein einziges Schild weist den Weg! Das Wasser schwappt an Land, Bäume säumen das Ufer, ein Hausboot fährt vorbei. Teilen muss man den feinen Sand am Havelufer in Schollene bei Havelberg in Sachsen-Anhalt nur mit ein paar Einheimischen.

Nicht umsonst wirbt die dünn besiedelte Region mit dem Slogan "Wenn Sie mal niemanden mehr sehen wollen". Gerhard Faller-Walzer von der Regionalen Planungsgemeinschaft Altmark drückt es so aus: Das Weite und Ruhige der Gegend zwischen Salzwedel und Stendal sei ein Pfund, mit dem man wuchern müsse. "Grüne Wiese mit Zukunft" heißt die Kampagne, die nicht nur Touristen, sondern auch Investoren und Neubürger in die Altmark locken möchte.

Warum also nicht mal Arendsee statt Bodensee? Der Luftkurort im Nordwesten der Altmark schmiegt sich an den größten natürlichen See Sachsen-Anhalts. Mit dem Fahrrad lässt sich das Gewässer in einer guten Stunde umrunden. Kleine Stege und Buchten laden dazu ein, die Füße baumeln zu lassen. Und die Seele dazu.

Als lebendiges Städtchen präsentiert sich Salzwedel, 15 Minuten von Arendsee entfernt. Die Hansestadt prägen 570 Fachwerkhäuser entlang der mittelalterlichen Gassen. Unweit vom Schollener Strand lockt Havelberg mit seiner historischen, schmuck restaurierten Stadtinsel. Auch die Hansestadt Tangermünde am Ufer der Elbe hat sich herausgeputzt. Fachwerkhäuser aus dem 17. Jahrhundert bilden im Altstadtkern einen reizvollen Kontrast zu Denkmälern der Backsteingotik und der herrschaftlichen Burganlage.

Nicht überall zeigt sich die Altmark so idyllisch. In manchen Dörfern blättert Farbe von den Häusern, die Straßen sind noch gepflastert, nicht geteert. Viele große Gehöfte stehen leer und sind verfallen. Auch der "Klosterkrug" in Kloster Neuendorf bei Gardelegen hat schon lange keine Gäste mehr.

Der hügelige Landstrich in der Gegend rund um Klötze auf halber Strecke zwischen Berlin und Bremen trägt den Beinamen Altmärkische Schweiz. "Hier gibt es keinen Massentourismus", sagt Christian Hinze-Riechers, Hauptamtsleiter der Stadt. Dafür biete der staatliche anerkannte Erholungsort saubere Luft und intakte Natur.

Beides erwartet den Besucher auch im Naturpark Drömling. Die imposante Parkanlage von Schloss Kunrau, unweit von Klötze gelegen, bildet das nördliche Tor in die weite Moorlandschaft. Einst ein undurchdringlicher Sumpfwald, ist der Drömling heute eine erholsame Kulturlandschaft mit weiten Wiesen und zahllosen Gräben. "Irgendwo ist immer Wasser", sagt Thomas Klöber, Parkmitarbeiter im Informationshaus Kämkerhorst. Wer Glück hat, sieht Biber, Fischotter und Seeadler in ihrem natürlichen Lebensumfeld.

Naturliebhabern empfiehlt der 45-Jährige die Erkundung mit dem Rad. Viele lange, gerade Wege durchkreuzen den Naturpark. "Zu Fuß zieht sich das ganz schön." In Planung ist ein 130 Kilometer langer Rundkurs durch den Drömling. Auch dieser Weg dürfte kaum überlaufen sein. Und das ist in der Tat sehr schön, hier in der Altmark.

dpa

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