Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Reisenews Dubrovnik zieht Notbremse bei Kreuzfahrten
Reisereporter Reisenews Dubrovnik zieht Notbremse bei Kreuzfahrten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:47 05.10.2018
Derzeit liegen noch bis zu sieben Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig in Dubrovnik. Diese Zahl soll ab 2019 auf höchstens zwei reduziert werden. Quelle: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Dubrovnik

Dubrovnik in Kroatien wird von 2019 an die Zahl der Kreuzfahrtschiff-Anläufe deutlich begrenzen. Bürgermeister Mato Frankovic hat angekündigt, auf diese Weise die Zahl der Touristen zu halbieren, die mit Kreuzfahrtschiffen die mittelalterliche Adriastadt besuchen.

Während sich bisher pro Tag bis zu 10.000 Gäste durch die schmale Altstadt schieben, die mit bis zu sieben Schiffen angelandet sind, sollen es künftig nur noch zwei Kreuzfahrtschiffe am Tag sein. Damit soll die Zahl der Urlauber auf höchstens 5000 begrenzt werden.

Die Stadtverwaltung war alarmiert, weil die selbsternannte "Perle der Adria" mit ihren markanten mittelalterlichen Mauern an ihrem eigenen touristischen Erfolg zu ersticken drohte. Die Unesco hatte bereits in Aussicht gestellt, der Stadt den Titel "Weltkulturerbe" zu entziehen. Denn Wissenschaftler hatten ausgerechnet, dass die schmalen Gassen Dubrovniks nur bis zu 8000 Touristen pro Tag verkraften können. Die Schiffsreisenden treffen auf der Hauptstraße Stradun aber auf weitere Tausende Gäste, die mit Bussen und eigenen Autos angereist sind.

Am Ende der Saison 2018 werden nach Darstellung der Stadtverwaltung 740.000 Touristen von 440 Kreuzfahrtschiffen Dubrovnik besucht haben. Die Infrastruktur der Stadt ist darauf nicht ausgerichtet. Immer wieder veröffentlichten lokale Medien zum Beispiel Fotos, auf denen zu sehen war, wie Eltern Kinder selbst am Rande der Hauptstraße ihr Geschäft verrichten ließen und Erwachsene sich in Nebenstraßen erleichterten. Zugleich geben die nur wenige Stunden in Dubrovnik weilenden Schiffstouristen im Schnitt nicht einmal zehn Euro aus. Dubrovnik wurde laut Medienberichten immer mehr von Billigtouristen angesteuert. Teure Hotels hatten Probleme, ihre Kundschaft zu halten.

Noch ungelöst ist das sommerliche Chaos im Straßenverkehr. Weil Parkplätze rar sind, umkreisen regelmäßig Hunderte Reisebusse den Stadtkern und Tausende private Auto suchen gleichzeitig Stellplätze. Jetzt will Dubrovnik ein großes Parkhaus bauen, hat Bürgermeister Frankovic angekündigt. Daneben entwickelt die Stadt eine App, über die verfolgt werden kann, wie viele Touristen sich aktuell jeweils in der Altstadt tummeln. Mit dieser Hilfe soll man sich dann besser entscheiden können, ob sich der Besuch der Altstadt gerade lohnt.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach einem Chaos-Sommer für viele Fluggäste haben sich Politik und Wirtschaft auf einige Schritte gegen Verspätungen und Ausfälle geeinigt. Sie versprechen: Das Drama von 2018 wird sich im nächsten Jahr nicht wiederholen.

05.10.2018
Reisenews Mehr als 100 Schiffe - Nil-Kreuzfahrten sind zurück

Ägypten ist als Reiseziel wieder im Kommen. Besucher zieht es vor allem auf die Kreuzfahrtschiffe, die den Nil entlang durchs Land fahren. Dabei machen auf der Route liegende Kulturstätte den besonderen Reiz aus.

05.10.2018

Wer den Tsukiji-Fischmarkt in Tokio besuchen möchte, muss dafür künftig eine neue Adresse aufsuchen. Ab dem 11. Oktober finden die Auktionen im Stadtteil Toyosu statt.

05.10.2018