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09:29 15.10.2015
Maria Kalb spürt die «Kraftplätze» im Staatsbad Brückenau - so jedenfalls nennt sie Orte, die sie wieder mit Energie aufladen. Quelle: Karin Willen
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Bad Brückenau (dpa/tmn) − Wenn Maria Kalb im Staatsbad Brückenau zwischen dem Brunnen und dem Barockbau Fürstenhof steht, atmet sie auf. "Das ist ein Kraftplatz", sagt die 65-Jährige. "Der Adel wusste schon immer, die Schätze der Natur zu nutzen."

Der Adel, das ist im

Staatsbad Brückenau Bayernkönig Ludwig I., der im Fürstenhof 26 Mal residierte und sich an den Heilquellen erholte. Was der König in den Quellen fand, war ein Kraftplatz, würde Maria Kalb sagen. "Das sind Orte in der Natur, an denen man gerne ist, in denen man zur Ruhe kommt und Naturverbundenheit spürt", sagt die ehemalige Masseurin, die von sich behauptet, Kraftorte intuitiv zu erspüren. Und der Kurort Bad Brückenau - der sei genau so ein Ort.

Kraftorte gibt es nach Kalbs Ansicht viele - etwa den Uluru in Australien, bekannte als Ayers Rock. Oder die Externsteine im Teutoburger Wald. Die meisten Menschen finden solche Stellen einfach nur schön und fühlen sich dort wohl. Doch manche ziehen andere Erklärungen vor, um die Anziehungskraft solcher Orte zu beschreiben.

Maria Kalb glaubt an die sogenannten Ley-Linien, Energiebahnen unter der Erde. Und so begann sie, Kraftplatz-Wanderungen für Kurgäste anzubieten - bis ihr das zu anstrengend wurde. Wegen der Skeptiker. "Die Leute, die nichts spürten, wollten, dass ich ihnen erkläre, was und wie man spürt", sagt Kalb. Heute lebt die Rentnerin in Fulda, doch immer wieder zieht es sie zurück ins Staatsbad, das etwa drei Kilometer vom Ortskern der bayerischen Kurstadt entfernt liegt.

Wie zu Ludwigs Zeiten bieten schnurgerade Alleen einen direkten Blick vom Fürstenhof über die Talsenke aufs klassizistische Bellevue gegenüber. Die grüne Achse wird von historischen Gebäuden flankiert und bildet einen Kontrast zu der urwüchsigen Natur des Sinntales mit seinen saftigen Wiesen, Wäldern und Anhöhen.

Ein paar Meter weiter ragt am Wanderweg die König-Ludwig-Eiche rund 25 Meter in die Höhe. Der Baum stand schon da, als der Fürstabt von Fulda im 18. Jahrhundert die ersten der fünf Heilquellen in der Nähe einfassen ließ. Die Eiche ist sichtbar krank. Ihr fast acht Meter dicker, bemooster Stamm ist ausgehöhlt.

"Die Eiche wurzelt tief, sie holt sich die Kraft aus dem Boden, aber im Moment müssen wir Menschen ihr auch etwas zurückgeben", findet Maria Kalb. Was genau und wie, das kann sie nicht sagen. Die Gärtner helfen dem Baumveteranen auf ihre Weise, mit Nährstoffinjektionen.

Die vielleicht 800 Jahre alte Eiche, heute Naturdenkmal, war auch der Lieblingsplatz von Ludwig I. im Staatsbad. Hier saß er zwischen 1818 und 1862 öfter, unter anderem mit seiner Geliebten, der irischen Tänzerin Lola Montez. Der Baum animierte den Bayernkönig sogar zu einem Gedicht. Einwohner und Kurgäste trafen sich jahrhundertelang unter dem Blätterdach zum Tanz.

Die Natur des Kurortes lässt sich eben auch "kopfgesteuert" als erholsam erleben. "Für uns ist die Arbeit hier immer besonders inspirierend", bestätigt etwa der Chefdirigent des Bayerischen Kammerorchesters, Johannes Moesus. Sein Lieblingsplatz außerhalb des Konzertsaales im Kursaalgebäude ist die Brücke über dem Fluss an der Wandelhalle, wo der Blick über die Landschaft schweifen kann.

"Auch ein Kraftplatz", sagt Maria Kalb. Und wie nutzt man den am besten? "Für Kraftplätze brauchen wir nur eine Offenheit, ohne Ziel, ohne Erwartung und auch keine Rituale oder Formeln", sagt sie. "Wir müssen einfach nur achtsam da sein, dann aktivieren wir dort die Kraft in uns." Es geht also darum, sich bewusst Zeit für die Umwelt und sich selbst zu nehmen − so lässt sich eine Kur auch beschreiben.

Informationen:

Bayerisches Staatsbad Bad Brückenau, Gästeinformation, Heinrich-von-Bibra-Straße 25, D-97769 Bad Brückenau, Tel.: 09741/8020, E-Mail: staatsbad@badbrueckenau.com

dpa

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