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Markt-Studie von Leipziger Institut: Fahrten im Fernbuswerden teurer - in der Messestadt Mitteldeutscher Omnibustag

Markt-Studie von Leipziger Institut: Fahrten im Fernbuswerden teurer - in der Messestadt Mitteldeutscher Omnibustag

Der Markt für Fernbuslinien boomt, wird sich aber verändern: Nach einer Untersuchung des Leipziger Instituts für empirische Forschung (Leif) geht die Zahl der Anbieter zurück, die Ticketpreise werden steigen.

Leipzig. Die Studie, die auch den Reisebus-Markt untersucht, wird am Mittwoch auf dem Mitteldeutschen Omnibustag in Leipzig vorgestellt und liegt der Leipziger Volkszeitung bereits vor.

Die neuen Fernbuslinien - der Markt ist seit Anfang des Jahres liberalisiert - werden vorrangig von jungen Leuten genutzt. Ein wichtiger Grund dafür sei der Preis, sagt Leif-Chef Harald Schmidt. "Zwar braucht der Fernlinienbus mehr Zeit als die Bahn, dafür ist er aber zurzeit noch deutlich günstiger." Leif hat einen zufällig ausgewählten Wochentag auf der Strecke Berlin - Leipzig analysiert: Die Bahn benötige für die Strecke 72 bis 76 Minuten, der Bus 105 bis 185 Minuten. Der Fahrgast zahlt, so Schmidt, beim Fernlinienbus zwischen 9 und 19,50 Euro, bei der Bahn seien es 46 Euro. Allerdings nutzen die meisten Bahnfahrer Sparangebote oder verfügen über eine Bahncard. Die wenigsten Bahnreisenden würden den vollen Preis bezahlen. Momentan gibt es laut Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer zwischen 70 bis 80 Fernbus-Unternehmen. Die Zahl der Fernbuslinien liegt in ganz Deutschland laut Verband im ersten Halbjahr bei 160.

Den Reisebus nutzen - anders als beim Fernlinienbus - vorrangig ältere Menschen. 69 Prozent der Bus-Ferientouristen sind Rentner, zwölf Prozent junge Leute bis 25 Jahre. Das geht aus einer weiteren Befragung des Leif-Instituts hervor.

Der Bus ist nach wie vor eines der wichtigsten Transportmittel im Bereich Tourismus und Freizeit. Jeder fünfte Einwohner in Mitteldeutschland nutzt ihn zu Ausflügen von maximal vier Tagen, sieben Prozent zu Reisen, die länger als vier Tage betragen. Bei den Urlaubsreise-Verkehrsmitteln belegt der Bus seit Jahrzehnten den dritten Platz nach dem Personenwagen und dem Flugzeug.

"Die reisefreudigen Sachsen bevorzugen mehr als andere den Bus", sagt Schmidt. Von den Busferientouristen, die in Ostdeutschland unterwegs sind, wohnen 32 Prozent in Sachsen, 25 Prozent in Thüringen und 20 Prozent in Sachsen-Anhalt. Mit anderen Worten: Mehr als drei Viertel aller Bus-Ferientouristen in Ostdeutschland kommen aus der Region der Firmen des 9. Mitteldeutschen Omnibustags.

Wer einmal Bus fährt, fährt immer Bus, so das Ergebnis der Befragung: Ein knappes Drittel aller Bus-Ferientouristen bleibt dem Transportmittel treu.

Die Erwartungen der Bus-Reisetouristen sind groß. Im Vordergrund stehen laut Leif die drei S - Sicherheit, Service und bequeme Sitze. "38 Prozent der Touristen schätzen die Sicherheit im Bus", sagt Schmidt. Das Fahrzeug sei auf deutschen Straßen das sicherste Verkehrsmittel. Nur 1,5 Prozent aller auf deutschen Straßen verunglückten Personen saßen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden im Bus.

Große Erwartungen haben Busreisende logischerweise an den Fahrer. Jeder Dritte Befragte will einen freundlichen, netten und kompetenten Bus-Lenker. "Er muss in mehrfacher Hinsicht nicht nur aufgeschlossen, sondern auch ausgeschlafen sein." Ferner verlangen Reisende Beinfreiheit und eine ausreichende Sitzbreite.

Die Branche kann es sich nach der Umfrage aber keineswegs in den Sitzen bequem machen. Ziel muss es laut Schmidt sein, neue Zielgruppen zu gewinnen. Dazu gehört eine bessere Ausstattung der Busse, etwa mit Wlan-Zugang ins Internet. Wer am Ball bleiben will, muss sich auf die Wünsche spezieller Interessen- und Freizeitgruppen (Wanderer, Radfahrer, Wintersportler) einstellen. Damit nicht genug. Weitere Angebote für Wein- und Gourmet-Genießer und Kulturtouristen sollten ausgebaut werden. "Nicht zu vergessen der Nachtbus." Nachholebedarf bestehe zudem bei den Warte- beziehungsweise Halte-Terminals, "wenn man die überhaupt so nennen darf".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.11.2013
Andreas Dunte

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