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Von Traube zu Traube - eine Tour für Genießer von Pirna bis Niederlommatzsch

Von Traube zu Traube - eine Tour für Genießer von Pirna bis Niederlommatzsch

Tief hinab geht es im Bennohaus am Markt von Meißen. Hinab bis in die Gotik. Hinab zu den Höhen der sächsischen Weinkultur. Wirt Matthias Huth weiß, wie man aus alten Gewölben und moderner Gastronomie Erlebnisse schafft.

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Der Spätsommer ist die Zeit des Weines - Genießen Sie ihn.

Quelle: dpa

Sein Winzerkeller-Restaurant Meißen gehört deshalb zu jenen 21 Häusern, die sich mit dem Prädikat „Besonders empfohlen an der Sächsischen Weinstraße" schmücken dürfen.

„Jetzt sind wir im Bennokeller aus dem 11. Jahrhundert", erläutert Gastronom und Küchenchef Huth seinen Gästen die historischen Räumlichkeiten des von ihm seit 2006 bewirtschafteten Hauses. „Er bekam seinen Namen nach Bischof Benno, der hier, der Legende nach, seinen Wirtschaftshof unterhielt. Noch heute ist er bekannt, weil er vor 850 Jahren den Weinbau an die Elbe gebracht haben soll. Auch vermochte er Wasser in Wein zu verwandeln, wie viele Meißner Geschichten erzählen. Er ist zudem - vermutlich deshalb - der einzige Schutzheilige der Sachsen." Weiter geht es in den Brunnenkeller, wo bei der Sanierung ein alter Röhrenbrunnen freigelegt wurde und auf einer der Steinplatten die Jahreszahl 1482 zu lesen ist. In all diesen Kellern, ebenso wie im Restaurant „Bennostube" auf Marktplatzhöhe, können es sich die Gäste schmecken lassen. Aber nicht allein das historische Ambiente ist es, was dem Winzerkeller zum Gütesiegel verhalf. „Auch zu uns kamen die anonymen Tester", erzählt der Inhaber, der an jenem Tag ausnahmsweise mal nicht anwesend war. Aber Restaurantfachmann Danny Kirchhübel habe ihm dann berichtet, dass da Gäste zum Thema Wein auffallend genau nachgefragt hatten. Offenbar hatte sich der Gastbetrieb gründlich vorbereitet und der Mitarbeiter gut geschlagen, denn inzwischen ziert die holzgeschnitzte Traube das Restaurant.

Auf dieses Gütesiegel richten sich die Begehrlichkeiten vieler Wirte der Region. Manch einer musste sich von der unangemeldet eintreffenden  Prüfungskommission jedoch sagen lassen, dass er den Kriterien nicht entspricht. Die sind anspruchsvoll und nicht beiläufig zu erfüllen. So soll die professionell gestaltete Getränkekarte nicht nur mindestens zehn Wein- und Sektsorten des sächsischen Anbaugebietes enthalten, es müssen auch spontan eine kleine Weinprobe und Außer-Haus-Wein-Verkäufe möglich sein. Besonders intensiv fühlen die Tester dem Service-Personal auf den Zahn und verwickeln es in Plaudereien über das Anbaugebiet, seine Rebsorten, Weingüter und Sehenswürdigkeiten. So geprüft, bekommt nicht jeder Bewerber den Titel. Und auch nicht jeder darf ihn nach Ablauf der Drei-Jahres-Frist behalten.

Für den Touristen ist diese Strenge natürlich von Vorteil. Wenn er ein Gasthaus mit dem Trauben-Symbol betritt, kann er sich sicher sein, dem sächsischen Wein ein Stück näher zu kommen. Würde er alle so geadelten Lokale besuchen, fände er die Mehrzahl in und um Meißen. Die Nummer 1 aber lädt nach Pirna an den Anfang und die 21 nach Niederlommatzsch zum Finale der Sächsischen Weinstraße ein. Und unterschiedlich sind all die Mitglieder der Prädikats-Familie auch - vom edlen Hotel-Restaurant über den romantischen Landgasthof bis zur rustikalen Weinstube ist alles dabei.

In diesem Jahr feiert der Weinbau in Sachsen 850-jähriges Jubiläumsjahr. Dafür haben sich 14 der Wirte mit dem Gütesiegel noch etwas Besonderes ausgedacht: die Benno-Winzerplatte. Sie kostet bei allen in der kalten Variante mit einem Schöppchen Riesling 15 Euro und mit warmen Speisen nebst einer Probe von drei Weinen 25 Euro. Vorgegeben sind die zumeist regionalen Zutaten, ansonsten kann jeder Küchenchef selbst überlegen, mit welchen Köstlichkeiten der weinbegeisterte Bischof wohl zu beeindrucken gewesen wäre.

Susan Schubert, die Sommelière des Hotels Dittrichs Erben in Radebeul-Altkötzschenbroda, balanciert gerade eine warme und eine kalte Benno-Platte durch die Gaststube. Von deren Last befreit, schenkt sie den Gästen den ersten Schluck der Weinprobe ein und erläutert dessen Besonderheiten. Ihre Begeisterung für die Rebensäfte aus der Nachbarschaft ist ansteckend. Sie erzählt von ihren Lieblingswinzern, vom Seminar, das sie gerade im Staatsweingut auf Schloss Wackerbarth absolvierte und natürlich von ihrem neu eröffneten Weinladen im Hof des Hotels. Keine Frage, dass auch Dittrichs Erben das Gütesiegel tragen. Susan Schubert erinnert sich genau an den Tag, als die Tester kamen: „Alles klappte prima. Nur mit einer Detailfrage haben sie mich irritiert. Da habe ich einfach gesagt, ich schaue nur mal schnell nach - und diese Flexibilität wurde mir sogar zugute gehalten." Und schon ist sie wieder unterwegs, holt neue Wein-Flaschen, zu denen sie neue Wein-

Geschichten erzählt.

Weitere Informationen gibt es über den Tourismusverband Sächsisches Elbland unter Tel.: 03521 76350 oder www.elbland.de.

Susanne Tennstedt

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