Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Reisenews "Wenn Sie niemanden sehen wollen" - Ruhe in der Altmark
Reisereporter Reisenews "Wenn Sie niemanden sehen wollen" - Ruhe in der Altmark
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:28 09.10.2015
Die Altmark ist eine ruhige Gegend - fast schon zu ruhig, denn schließlich ziehen viele Menschen weg. Die Touristiker werben nun mit Einsamkeit und Erholung. Tatsächlich gibt es in der Region aber auch einiges zu entdecken. Quelle: dpa-infografik
Anzeige
Arendsee/Havelberg

Der schönste Strand der

Altmark - und kein einziges Schild weist den Weg! Das Wasser schwappt an Land, Bäume säumen das Ufer, ein Hausboot fährt vorbei. Teilen muss man den feinen Sand am Havelufer in Schollene bei Havelberg in Sachsen-Anhalt nur mit ein paar Einheimischen.

Nicht umsonst wirbt die dünn besiedelte Region mit dem Slogan "Wenn Sie mal niemanden mehr sehen wollen". Gerhard Faller-Walzer von der Regionalen Planungsgemeinschaft Altmark drückt es so aus: Das Weite und Ruhige der Gegend zwischen Salzwedel und Stendal sei ein Pfund, mit dem man wuchern müsse. "Grüne Wiese mit Zukunft" heißt die Kampagne, die nicht nur Touristen, sondern auch Investoren und Neubürger in die Altmark locken möchte.

Warum also nicht mal Arendsee statt Bodensee? Der Luftkurort im Nordwesten der Altmark schmiegt sich an den größten natürlichen See Sachsen-Anhalts. Mit dem Fahrrad lässt sich das Gewässer in einer guten Stunde umrunden. Kleine Stege und Buchten laden dazu ein, die Füße baumeln zu lassen. Und die Seele dazu.

Als lebendiges Städtchen präsentiert sich Salzwedel, 15 Minuten von Arendsee entfernt. Die Hansestadt prägen 570 Fachwerkhäuser entlang der mittelalterlichen Gassen. Unweit vom Schollener Strand lockt Havelberg mit seiner historischen, schmuck restaurierten Stadtinsel. Auch die Hansestadt Tangermünde am Ufer der Elbe hat sich herausgeputzt. Fachwerkhäuser aus dem 17. Jahrhundert bilden im Altstadtkern einen reizvollen Kontrast zu Denkmälern der Backsteingotik und der herrschaftlichen Burganlage.

Nicht überall zeigt sich die Altmark so idyllisch. In manchen Dörfern blättert Farbe von den Häusern, die Straßen sind noch gepflastert, nicht geteert. Viele große Gehöfte stehen leer und sind verfallen. Auch der "Klosterkrug" in Kloster Neuendorf bei Gardelegen hat schon lange keine Gäste mehr.

Der hügelige Landstrich in der Gegend rund um Klötze auf halber Strecke zwischen Berlin und Bremen trägt den Beinamen Altmärkische Schweiz. "Hier gibt es keinen Massentourismus", sagt Christian Hinze-Riechers, Hauptamtsleiter der Stadt. Dafür biete der staatliche anerkannte Erholungsort saubere Luft und intakte Natur.

Beides erwartet den Besucher auch im Naturpark Drömling. Die imposante Parkanlage von Schloss Kunrau, unweit von Klötze gelegen, bildet das nördliche Tor in die weite Moorlandschaft. Einst ein undurchdringlicher Sumpfwald, ist der Drömling heute eine erholsame Kulturlandschaft mit weiten Wiesen und zahllosen Gräben. "Irgendwo ist immer Wasser", sagt Thomas Klöber, Parkmitarbeiter im Informationshaus Kämkerhorst. Wer Glück hat, sieht Biber, Fischotter und Seeadler in ihrem natürlichen Lebensumfeld.

Naturliebhabern empfiehlt der 45-Jährige die Erkundung mit dem Rad. Viele lange, gerade Wege durchkreuzen den Naturpark. "Zu Fuß zieht sich das ganz schön." In Planung ist ein 130 Kilometer langer Rundkurs durch den Drömling. Auch dieser Weg dürfte kaum überlaufen sein. Und das ist in der Tat sehr schön, hier in der Altmark.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die portugiesische Algarve bietet Steilküsten und sanft abfallende Sandstrände, Surfer-Paradiese und einsame Buchten. Mehr als 100 offizielle Traumstrände warten darauf, entdeckt zu werden. Eine garantiert subjektive Top Zehn der besten Fleckchen zum Baden.

20.08.2015

Kanaren statt Tunesien: Urlauber weichen bei Krisen häufig auf andere Ziele aus - aber nicht immer. Welche Folgen die Anschläge in Bangkok haben, lässt sich derzeit nur schwer absehen.

18.08.2015

Wer kennt sich besser aus - ein Einheimischer oder der Reiseführer? Manche Touristen bevorzugen inzwischen die Tipps von Bewohnern. In Berlin bekommen Urlauber die seit neuestem per SMS. Das passt zum Trend "Individuelles Urlauben".

18.08.2015
Anzeige